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 Sarah
Masen
"the dreamlife of angels"

( 2001 Word Entertainment / Pila
Music )
Nach bewegten und bewegenden Ereignissen und Erfahrungen
(ich erinnere nur an Flevo ´97...) in den Anfangsjahren ihrer Musik-Karriere,
kehrt nun langsam Kontinuität ein bei Sarah. Die Zeiten mit ihrem Förderer
Charlie Peacock und bei dessen Re:Think-Label sowie dem Nachfolger Sparrow
Records scheinen nahezu vergessen. Ebenso wie einige Promotion-Erscheinungen
in Europa. Als Szenebeobachter fragt man sich schon, warum die EMI-CMG
(fromme Abteilung des EMI-Plattenkonzerns), diese eigenständige Künstlerin
gehen ließ - oder vielleicht gegangen hat? Jedenfalls ist sie jetzt beim
Erzkonkurrenten der EMI-CMG, nämlich Word gelandet - und das, was man
von denen hört und sieht, macht einen sehr guten Eindruck.
Schon die ersten Töne vom neuen Album nach drei Jahren Pause begeistern
rückhaltlos. Da ist sie wieder, diese markante Stimme, die einen nicht
mehr losläßt, auch wenn man nicht genau weiß, warum. Und da ist sie wieder,
diese faszinierende, handgemachte, folk-beeinflußte Musik - von avandgardistisch-anspruchsvoll
bis hin zu poppig-optimistisch-nachvorntreibend. Sogar die Texte haben
an einigen Stellen mehr christlichen Gehalt als noch vor einigen Jahren.
Man versteht jetzt mehr, was Sarah eigentlich mit ihren Versen sagen will.
Nur einen Haken hat die Platte aus meiner Sicht: es ist das Cover des
Supertramp Klassiker-Hymne "give a little bit (of your love to me)". War
das denn wirklich nötig, so ein recht primitiver Love-Song? Wo doch jeder
weiß, daß Sarah viel bessere Lieder selbst schreiben kann. Sicher, na
klar, der Titel hat das Zeug dazu, wieder ein Radiohit zu werden für Sarah.
Und den brauch sie ganz dringend, um nicht durch die Maschen christlichen
Profitstrebens der frommen Konzerne zu fallen (zurück in die Independent-Ecke).
Ganz sicher ist es nicht der Alternative-Rock-Abfetzer wie damals "all
fall down", dafür aber der Songwriter-wohlfül-Song, mit dem sich viele
identifizieren könn(t)en und durch die CCM-Radioberieselung bestimmt auch
werden.
Fazit: Trotz des kleinen Hakens, ein Album, das die Anschaffung wirklich
lohnt. Sarah ist noch eine Sängerin, die mit ihrer Musik echte
Kunst hervorbringt. So etwas ist selten geworden inzwischen. ...aber das
Traumleben der Engel interessiert uns ja alle, nicht?!
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