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Thea Eichholz-Müller - ''breite deine Flügel aus''Thea Eichholz-Müller
"breite deine Flügel aus"


   ( 2005 Gerth Medien )

»Daß die Brücke wirklich trägt, merken wir erst, wenn wir hinübergehen. Und daß Flügel der Liebe uns beschirmen, stellen wir oft erst fest, wenn um uns herum der Sturm tobt.« ...sagt Thea Eichholz-Müller. Und sie muß es wissen, denn die Lieder ihrer neuen Solo-CD wurden in "Sturmzeiten" geboren! Sie ist entstanden im Gedenken an Bernd-Martin Müller, der sie seiner Frau Thea "in Auftrag gab". Bernd-Martin (1963-2003) starb an einem Krebsleiden; bis zuletzt war er auch ihr musikalischer Partner in der einstigen Formation "Layna". Unvergessen ist mir in diesem Zusammenhang das Lied der beiden, "wohin sonst", welches sie im März 2003 noch bei ProChrist aufführten. Tausenden hat es durch den festen Glauben an Gott neu Trost und Mut in ähnlichen Situationen gegeben: Fertig werden mit Stürmen und Hurrikans im Leben, die überraschend kommen und alles umschmeißen, was gerade noch da war. Doch der Tod gehört zum Leben dazu, weil Gott es so will. Damit umzugehen, wird nie leicht sein, doch das vorliegende Album kann helfen, eigene Gefühle zu begreifen und auf passende Art und Weise herauszulassen.

Thea - die "Betroffene", die Ehefrau, die Mutter, die Künstlerin, sie sagt über ihre CD: »Auch wenn die Lieder in einer traurigen Zeit entstanden sind, steht die Trauer nicht im Vordergrund. Es ging mir um mehr. In dem Lied 'breite deine Flügel aus' geht es darum, wie Gott seine Flügel schützend über mir ausbreitet. Das war mein Grundgefühl im vergangenen Jahr: Es gibt einen Ort bei Gott, an dem ich mich bergen kann. Aber auch etwas anderes verbinde ich mit dem Titel: Er macht Mut, die eigenen Flügel wieder auszubreiten und sich tragen zu lassen. Wir dürfen wissen, daß das, was Gott an Neuem schenkt, uns auch wieder in die Lüfte hebt.« Der herausgebende Verlag beschreibt es auf diese Art: "Eine eher ruhige Produktion, die das, was dem Herzen und Verstand manchmal schwer erscheint, doch mit großer musikalischer Leichtigkeit transportiert."

Lothar Kosse hat die Produktion geleitet und die meisten Lieder arrangiert. Es sind Pop-Psalmen entstanden, die zu Alltagsbegleitern werden können. Leider läßt aber die Musik vielfach etwas an Eigenständigkeit und Einzigartigkeit vermissen. So geht eventuell einiges von der eigentlichen (inhaltlichen) Wirkungsmächtigkeit dieses Opus verloren. Wie auch immer, Thea gelingt es, durch ihre exzellente stimmliche Arbeit, die nötigen Akzente zu setzen. Dabei schafft sie den Spagat zwischen dem Soul einer Anja Lehmann etwa und divenhaften Popstücken, die mich an eine Cae Gauntt erinnerten. Als Gäste traten unter anderem Ebi Rink, Layna-Mann Ingo Beckmann, Marc Ebermann, Ralf Gustke sowie Theas Sohn Moritz Fabian in Erscheinung. Letzterer singt dabei "breit aus die Flügel beide" (# 6) von Paul Gerhardt, was als Prolog zum Titellied (# 7) dient.

Fels in der Brandung bleiben bei allen musikalischen Stimmungen Theas Texte: bekennend, betend, fragend und hoffend. Es sind ihre Psalmen, die aber nicht nur niederdrückend sind, wie man vielleicht denken könnte, nein, sie verweisen ähnlich den biblischen Psalmen an den entscheidenden Stellen auf den ewigen Schöpfergott, der alles in Seiner Hand hält. Nicht als billige Vertröstung, sondern als feste, frohmachende Gewißheit. Ein Gast-Text wird auch gesungen (# 13), Albrecht Gralle schrieb ihn für das Ehepaar Müller in der Zeit großer Trauer im Herbst 2003. Thema: "Es kommt der Tag", d.h. die Ewigkeit. Dabei wird der Bogen zum Beginn der CD gespannt, wo bei "gewöhn mein Herz" ein theologisch-geistlich hochinteressantes wie sensibles Feld "beackert" wird. Gott soll unser Herz - unseren Sinn, unseren Verstand, unser ganzes Fühlen - schon hier und jetzt an die Ewigkeit gewöhnen. Der Titel erschien bereits auf dem Projekt "Leben mit Vision", doch erst in diesem Liederzyklus hier entfaltet er seine volle Wirkung, und ich möchte auch sagen, "Schönheit"!

Das Lied "auf dir liegt mein Blick" (# 12) beschreibt aus Theas und Martins Sicht ein zielgerichtetes, kindliches Vertrauen auf Gott, was im Glauben gilt und ebenso im "Schauen". Passenderweise wird es von seinem Freund Ingo Beckmann gesungen, wodurch es auch direkt Martins Lied sein könnte... Im Beiheft des Albums ist neben dem Liedtext ein Foto einer amerikanischen Kapelle eingefügt, wo ein Willkommensschild mit der Aufschrift "Paradise Found" (das Paradies gefunden) angebracht ist... Zum hingebungsvollen Finale ist Lied Nummer 14 geworden, eine Instrumentalvertonung von "wohin sonst". Ein bescheidenes Stück Musik, wo aber doch viel Kraft drin liegt. Den Text kann man übrigens aus dem Booklet mitlesen bzw. -singen.

Fazit: Obwohl ein Werk aus Trauerzeiten ist es kein Trauerspiel, kein "Requiem". Im Gegenteil, die Texte dieser Platte gehen zu Herzen, machen manches verständlicher und nachfühlbarer. Dadurch richten sich diese ruhigen, akustisch arrangierten Lieder besonders an all jene, die sich nach Ermutigung sehnen, nach jemanden, der sie versteht. Solch eine CD muß man intensiv und öfters hören, dann gedeiht sie erst recht.


—David Decker für CCM-Rezis, Februar 2005


Die hier vorgestellte Produktion ist eines ganz sicher nicht: Sie ist völlig ungeeignet zum "Nebenbeihören". Hier verarbeitet eine außergewöhnliche Frau das Thema Tod, dem sie sich selbst stellen musste, als ihr Mann an Krebs erkrankte. Die Auseinandersetzung mit Abschied und Wiedersehen, mit Trauer und Hoffnung spiegeln die bewunderswerte Blickrichtung auf die Ewigkeit und ein mächtiges Vertrauen auf Gott wieder. Die Texte sind vollgepackt mit Tiefgang so können sie nur von jemand geschrieben sein, der selbst in die Tiefe gegangen ist und sich dabei an Gott festgeklammert hat. Grundehrlich und überzeugend. Auf Ausflüge in vielseitige musikalische Richtungen wurde hier verzichtet. Die musikalische Gestaltung ist den Texten angepasst und daher eher ruhig und balladenhaft. Beim aufmerksamen Zuhören, wird man sich wieder bewusst, worauf es im Leben wirklich ankommt und was einzig echten Bestand hat. Eine gute Empfehlung - nicht nur für solche, die sich mit diesem Thema konfrontiert sehen.

—Antje Röhlig für komm! 4-2005

Daten:
14 Titel / 68 Min.
Musikstil: Pop
Label(s): 2005 Gerth Medien, Asslar
Website: http://www.thea-eichholz.de

Wo kaufen?:
bestellen im Gerth-Shop...

weitere CDs - siehe Thea Eichholz-Müller / Layna-Künstlerseite >>
 


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