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 Bebo Norman
"christmas from the realms of glory"

( 2007 BEC Recordings / Gerth Medien )
»Dieses Kindlein, dessen Geburt wir feiern, bereitete sich von dem Augenblick an, da es geboren wurde, auf den Augenblick seines Opfertodes vor.« (Bebo Norman)
Die Botschaft von Jesu Geburt im Bebo-Stil

Für seine erste volle Weihnachts-CD hat Bebo Norman den aufwärtsstrebenden, bombastischen Popsound, in dem sich sein letztes Album sonnte, wieder etwas runtergeschraubt. "Christmas From The Realms of Glory" trumpft nicht mit überlebensgrossen Weihnachtsschlagern auf, vielmehr klingt Bebo mehrheitlich wie der Troubadour, der mit nachdenklichen Folksongs wie "The Hammer Holds" und innigen Gebeten wie "Great Light of The World" (in # 12 als Interlude zu hören) unser Herz gewonnen hat. Akustikinstrumente prägen die folkige Instrumentierung, allen voran Gitarren und Klavier, die oft die Stücke eröffnen und mit einfachen Motiven beleben, dazu Banjo, Dobro, Streicher, Bass & Drums / Perkussion, Glockenspiel, B3, Wurlitzer oder auch Vibraphon. "Angels Interlude" (# 5) ist ein Solostück für Hackbrett.

Entstanden ist ein Album von erdiger Schönheit und leiser Wehmut. Man muss einfach hinhören, wenn Bebo Norman mit gefühlvollem, charakteristisch angerautem Gesang an jene Zeit erinnert, als Israel einen Retter erflehte (# 11 "O Come, O Come, Emmanuel"). Wenn er mit den Engeln über das Kind im Stall von Bethlehem staunt, das geboren wurde, um zu sterben, damit andere leben können (schöne Eigendichtung mit dahinsegelndem Refrain: # 3 "Born To Die"). Wenn er zu sanften Gitarren- und Streicherklängen ein Schlaflied anstimmt für dieses verletztliche Wesen in Marias Armen, das Gottes Sohn ist, auf Wasser gehen und Seelen retten wird (# 13 "Mary's Prayer").

Neben dem mitreissenden Opener "Come and Worship" (# 1), der auf einen Text von 1816 zurückgreift, überrascht auch "Joy To The World" (# 2) mit neuer Melodie. Über das lüpfige Americana-Arrangement könnten sich Puristen entsetzen, aber es bringt die Verse ganz neu zu Gehör. Nicht abgeändert wurde "What Child Is This?" (# 4), das zu verhallendem Klavier und einem marschähnlichen Streicher-Schlagzeug-Einschub wunderbar vorwärtsströmt. Intensiv auch die Stimmung in "O Come, O Come, Emmanuel" mit Harmonium, Streichern und Banjo. Einen leichteren Ton schlagen die Lieder an, die von fröhlichem Zusammensein und Weihnachts-Stimmung erzählen: "Silver Bells" (# 7) mit seiner glockenartigen Klavierbegleitung, Schellen und Cello-Solo ist kurz und kitschlos ausgefallen, dafür mit einem sehnsüchtigen Sog im Refrain. Luftige Gitarrenläufe umspielen das neu geschriebene "Christmas Time Is Here" (# 8), in dessen Glück- und Friedenswünsche Amy Grant einstimmt. Daran schliesst sich "Have Yourself a Merry Little Christmas" (# 9) mit gemütlichem Akkordeon an.

Er wolle mit seinem Album bewusst die Leere ausfüllen, die der kommerzielle Weihnachtsrummel Jahr für Jahr hinterlasse, schreibt Bebo Norman im Booklet. Dabei hat ihm das Lied "The Rebel Jesus" (# 10) von Jackson Browne als Messlatte gedient. Es regt zum Nachdenken darüber an, wieweit Jesu Vorbild tatsächlich in dieser Welt nachwirkt, wieweit jene, die sich Christen nennen, seine Liebe tatkräftig weitertragen, und zwar das ganze Jahr über. Es soll ja nicht nur beim Entzücken über das Baby in der Krippe bleiben. Die Freude und der Friede, die der Welt damals von Engeln verkündet wurden, hängen vielmehr damit zusammen, dass Gott mit Jesus Christus seinen Sohn hierher sandte, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern Befreiung von Schuld erfährt und ewiges Leben gewinnt.

Fazit: ein sehr schönes, zeitlos wirkendes Weihnachtsalbum ganz im Bebo-Stil. Seiner Botschaft hört man auch noch gerne zu, wenn der Plätzchenduft verflogen und aller Kerzenschein erloschen ist. Denn es huldigt nicht einer Festzeit und ihren Traditionen, sondern dem Ereignis, das am Anfang von alldem stand: als Gott Mensch wurde.

Highlights: Come and Worship, Born To Die, The Rebel Jesus.
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