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 Krissy
Nordhoff
"thank him"

( 2004 Two Nords Music / Free
Records Music )
»Thank you Jesus
My heart overflows
Just goes to show
It’s the little things
That mean the most.«
»So oft, wenn wir genau dort sind,
wo der Herr uns haben möchte, ist es etwas ungemütlich. Gott
kann besser wirken, wenn wir schwach sind, denn dann wenden wir uns schneller
an IHN mit der Bitte um Kraft«, schreibt Krissy
Nordhoff im CD-Booklet zum Lied "Where There's Your Will"
(# 6), das die landläufige Redensart "Wo ein Wille ist, da ist
auch ein Weg" aus Glaubenssicht nachbessert. Wie aus Schwachheit
und Hilflosigkeit schliesslich Segen entstehen kann, erfuhr sie selber
in ihrem Kampf mit Lyme-Arthritis, einer Gelenkerkrankung infolge eines
Zecken-bisses. Erst über Umwege wurde 2002 die richtige Diagnose
für ihre unerklärlichen Lähmungserscheinungen, ihre Müdigkeit
und Kränklichkeit gestellt. In dieser Zeit der Ungewissheit, als
sie an manchen Tagen kaum noch Klavier spielen konnte und keine Ahnung
hatte, wie lange sie noch leben würde, entstand das nun auf "Thank
Him" (produziert von Cory Fite und Eric Nordhoff) veröffentlichte
"Love You Like Crazy" (# 4), ein glühendes Liebesversprechen
an Ehemann Eric angesichts der unklaren Zukunft. Im innigen "Heal
Me" (# 2) spielt sie mit dem Gedanken, wie es wäre, wenn Jesus
noch hier wäre und sie nicht nur lesen, sondern auch hören dürfte:
"Dein Glaube hat dich geheilt."

Wie schwer fällt es, mitten im Leid zu danken! Gerade dazu fordert
das sehr schöne Lob- und Anbetungslied "Thank Him" (# 5)
auf, das dem Album den Titel gab: »Danke IHM für das Lachen,
wenn du weinst. Für seine grosszügige Gabe, wenn du Not leidest.
Danke IHM für die Kraft, während du schwach bist. Er ist ein
guter Gott, immerdar.« – Selbst wenn wir uns zu schwach für
Heldentaten fühlen, bleibt doch der grosse Auftrag, einander zu lieben.
Dass wir darin nie perfekt sein werden und so jeden Tag auf Gottes Gnade
angewiesen sind, schildert das beschwingte "It All Comes Down To
Mercy" (# 1), ein Gebet um Erneuerung: »Ich frage mich wirklich,
wie ein vollkommener Gott seine Liebe durch mich ausgiessen kann. Wird
sie dabei getrübt? Wie kann ich ihn rein halten, diesen Schatz in
mir?«

"Thank Him" überzeugt mit herzerwärmenden Balladen
und leichtfüssig-stimmungsvollen Pop-Songs mit einem Touch Folk/Country.
Nashviller Top-Sessionmusiker wie Jeff Roach (Keys), Matt Pierson (Bass),
Steve Brewster (Schlagzeug), Louie Shelton und David Cleveland (Gitarren)
sorgen mit luftigem Akkompagnement für das typische Singer-Songwriter-Akustik-Feeling.
Doch am meisten berühren der Gesang von Krissy Nordhoff und ihre
Botschaft. Ihre kristallklare, helle Stimme, die an Twila
Paris und Christine Denté erinnert,
besitzt bei aller Leichtigkeit eine Ausdrucksvielfalt und Intensität,
die direkt ins Herz dringt. So wie die Texte, die bildhaft und leicht
zugänglich beschreiben, was in ihrem Leben zählt: Jesus Christus,
ihr Heiland – Gottes Barmherzigkeit und Allmacht – ihre Familie – jeder
einzelne Tag.

Ihre Begabung für persönliche und zugleich zeitlose Inspirationals
zeigt sich schon in drei älteren Liedern: in der anrührenden
Hochzeits-Ballade "Free Me Up" (# 8), die zu einer Art Markenzeichen
geworden sei, in der zerfliessenden Hymne "You Are A River"
(# 11) und im andächtigen "Love" (# 12), das mit souligem
Gesang zu zarten Akustikgitarre- und Synthiklängen aus 1. Korinther
13 zitiert. – Wichtig sind Krissy Nordhoff die einfachen, mit kindlichem
Glauben erfassbaren Wahrheiten: Gott ist gut; seine Wege sind nicht unsere
Wege; seine Gnade soll uns genügen. Er ist der Gute Hirte, der 99
Schafe zurücklässt, weil ihm das eine verloren gegangene wertvoll
ist (grossartig: "Ninety-Nine", # 3). "Doubt My Doubts"
(# 9), das sie angesichts von Zerstrittenheit unter Gläubigen schrieb,
richtet den Blick weg von menschlichem Fehlverhalten auf das Wesen Gottes
und sein Wort: »Da ist nichts, wovor ich mich fürchten müsste,
wenn ich DICH persönlich kenne.«

Fazit: ein sehr schönes, zart-intensives Album mit warm zerfliessenden
und beschwingten Popsongs voller Glaube, Dank und Anbetung. Und was für
eine Stimme! – "Thank Him", das allen gewidmet ist, die leiden,
eignet sich auch bestens als Geschenk am Krankenbett und als Mutmacher
für alle, deren Glaubensreise gerade durch Sturmgebiet führt.

Anspieltipps: It All Comes Down To Mercy, Ninety-Nine, Free Me Up, Little
Things.
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