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Leigh Nash - ''blue on blue''Leigh Nash
"blue on blue"


   ( 2006 One Son Records/Nettwerk / 'Plattenläden';
          Gerth Medien; online )

»Ich habe seit je auf die Antwort gewartet: Wie tief hinunter wird meine Liebe reichen? ... Ich buddle Löcher tief in mein Herz hinein, um das endgültige Ende zu finden. Aber ich habe mich tief unten drin verirrt.« (~ # 5 "Never Finish")

Eintauchen in die Liebe und Schweben auf Wolke 7

"Blue on Blue", das von Pierre Marchand (Sarah McLachlan) produzierte Solo-Debüt von Leigh Nash, der ehemaligen Sängerin von Sixpence None The Richer, ist ein charmantes Sommeralbum geworden. Leichtfüssig, voller schmeichlerischer und luftiger Klänge, voller beschwingter Mitsumm-Refrains, getoppt von ihrer hellen Elfenstimme und mit nur wenigen Wölkchen am ansonsten strahlend blauen (siebten) Himmel. Ein klanglich verspieltes, poetisch farbenreiches Musikalbum zum Mitträumen und Relaxen – so wie es die Sängerin auf dem Albumcover vormacht, indem sie uns dort, behaglich hingestreckt, mit katzengrünen Augen vertraulich entgegenblickt ... "happy and at ease", wie es in "More of It" heisst (# 7).

Leigh Nashs Ort der Behaglichkeit und ihre Inspirationsquelle heisst zurzeit Partner- und Mutterschaft. Die Liebe ist auf "Blue on Blue" das Thema: Ihre Beseligung, ihren Trost, ihre verbindende und beflügelnde Kraft, aber auch Herzschmerz beschreiben, be-philosophieren und umtänzeln die 11 Songs in Ich-betonter Poesie mit viel Deutungs-Spielraum. Gefühlvoll, träumerisch, oft kandissüss. Raffiniert galoppieren Klavier, Gitarre und Klarinetten in Oktavsprüngen durch "Ocean Size Love" (# 4), in dem meeresgrosse Liebe alle Klüfte zu überwinden hofft. Ein luftiges Jazz-Interlude prägt das treuherzige "Cloud Nine" (# 10), das sich verzückt ins Geliebtwerden einhüllt. Was so schmeichlerisch, ecken- und kantenlos daherklingt vom säuselnden "Along The Wall" (# 1) bis zum wunderschönen Wiegenlied "Just A Little" (# 11) mit seiner quakenden Klarinette am Schluss, flirtet natürlich zünftig mit den Ohren. Und der helle, pure, oft mehrfach überblendete Gesang ist erfrischend wie eine sanfte Sommerbrise. Es fehlt auch nicht an gemütlichen Folk/Country-Einsprengseln und nostalgischen Fingerzeigen, besonders auf die Beatles.

So charmant und frisch kann Pop klingen!

Der titelgebende Song "Blue" (# 9), der von unglücklicher Liebe, unerfüllten Träumen und Abschied spricht, verbreitet mit seinem betörend schwelgerischen Gesang über dem fortreissenden E-Gitarren-Strom noch am ehesten trübe Stimmung. "Between The Lines" (# 6) verströmt schwerelose Melancholie; doch "Nervous in The Light of Dawn" (# 2), geschrieben u. a. mit Matt Slocum, ist weder nervös noch düster ausgefallen, sondern plätschert zu folkigen Gitarren, Synthi-Streichern und sehnsüchtigem Duduk recht munter daher und bestärkt alle anderen unruhigen Herzen in der Zuversicht, dass es »irgendwo im Osten« einen hellen Ort der Ruhe, der Annahme gibt. Die Erlösungs-Metaphern, die auch an anderer Stelle aufblitzen, sind unüberhörbar, doch bleiben sie vage ... Auch im romantischen, Reggae-gefärbten "My Idea of Heaven" (# 3) und in "Angel Tonight" (# 8) geht Leigh Nash erstaunlich klischeehaft mit Begriffen wie "Himmel" und "Engel" um, indem sie sie allein mit Liebestaumel assoziiert, ohne dahinter die Türe zu jenem jenseitig-ewigen Raum weiter zu öffnen, an den sie als Christin glaubt ...

Fazit: "Blue on Blue" ist musikalisch bezaubernd schön und charmant ausgefallen, wenngleich zwischendurch (# 7, 8) etwas nichts sagend, wäre da nicht Leigh Nashs überdurchschnittliche Stimme. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob dieses liebesdurchtränkte, federleichte Pop-Album genug Substanz bereithält, auf dass es nicht nur ein netter Sommer-Flirt bleibt.

Highlights: Ocean Size Love, Blue, Cloud Nine, Just A Little.


—Monica Seidler für CCM-Rezis, August 2006


Leigh Nash - den Namen schon mal gehört? Nicht? Dann denk mal an "Kiss Me" und "Sixpence None The Richer"! Klingelt's? Leigh Nash war dort nämlich Sängerin, bis die Band sich auflöste. So ziemlich jeder kennt ihre wunderbare und einzigartige Stimme, die so sensibel und zerbrechlich klingt, aber eine Wirkung hat, der man sich nur schwer entziehen kann.
Nach mehrjähriger Pause, in der Leigh Mutter wurde, kommt jetzt ein Soloalbum, das dort weitermacht, wo sie aufgehört hatte. Spartanisch eingespielte Instrumente, über die sich die einzigartige Stimme von Leigh Nash ergießt und den Zuhörer in ihren Bann zieht.
Das ist Musik zum Aufatmen, Entspannen und Nachdenken. Anspruchsvolle Popmusik, die mitreißt. Für mich DIE Pop-CD der letzten drei Jahre. Absolut empfehlenswert. Anspieltipp: "This is my idea of Heaven".
Bewertung: 6 von 6 Sternen ("genial")

—Willi Pankratz für dennoch 5/2006 (Oktober/November)

Daten:
11 Titel / 44 Min.
Musikstil: Pop, Singer-Songwriter
Label(s): 2006 One Son Records/Nettwerk America, USA & Kanada /
               'Plattenläden'; Gerth Medien, Asslar; online / 2
Website: www.leighnash.com  /  myspace  /  deutsche Fan-Site

Wo anhören und kaufen?:
im Gerth-Shop / Profimusic (CH)

weitere CDs – siehe Leigh Nash-Künstlerseite >>
 


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