|
![Newsboys - ''go'' [Vorab-Bericht]](http://www.deckerweb.de/shinemedia/newsboys/images/d-nb-go150.jpg) Newsboys
"go"

( 2006 inpop Records / Gerth Medien;
online )
Newsboys "go"-Rezension
Vorab-Bericht von David Decker, newsboys.de

Mit "go" veröffentlichen die Newsboys nach knapp zwei Jahren
wieder ein neues Album! Es ist ein "normales" Album, keine Doppel-CD
wie ursprünglich angekündigt. Letzten Endes hat ihnen zu letzterem
einfach die Zeit gefehlt, wie sie unvermittelt zugaben - und wer ihren
Tourkalender für Amerika sowie internationale Auftritte seit 2005
gesehen hat, weiß, daß sie das ganz unspektakulär und
ehrlich meinen. Wie auch immer, "go" ist eine kleine Revolution,
denn wer hätte in der heutigen christlichen Musikszene noch eine
Rockplatte, inspiriert vom Missionsbefehl (!), für möglich gehalten?
Ehrlich gesagt, ich bis jetzt nicht! Die Newsboys beweisen uns das Gegenteil,
und wie sie das tun! Wie es einige gerne hätten, eine Abkehr von
ihrem zwei Alben umfassenden Beitrag zur Worship-Bewegung, ist es jedoch
mitnichten. Sinnigerweise ist "go" eine Fortsetzung und Weiterentwicklung,
die dort ansetzt, wo "devotion"
(2004, Sparrow) aufhörte. Die damals besungene Leidenschaft im Glauben,
im Alltag, in der Anbetung wurde nun einfach angewendet auf das Thema
Mission, auf das Verbreiten des Evangeliums, das Lieben der Mitmenschen,
die Gemeinschaft mit ihnen. Und zwei reine Anbetungsstücke gibt es
trotzdem - natürlich auf Newsboys-Art! "I am free" begeistert
seit Frühjahr 2005 all ihre Konzertbesucher weltweit - noch mitten
in ihrem "devotion"-Programm! - und war bereits eine Top5 Radiosingle
(in der live-Version) in den USA.

Im Sommer 2006 ließ dann ihr neues - "eigenes" - Label,
inpop Records, Scheibchenweise die Neuigkeiten rund um das Werk heraus:
Tedd T. (Tjornhom), bereits von der frühen Rebecca
St. James oder auch von Mutemath
bekannt, hat das Album zusammen mit Frontmann und Hauptsongschreiber Peter
Furler produziert. In jeglicher Hinsicht ein Achtungszeichen, weil es
unter anderem zeigt, daß die Band bereit ist, auch nach 20 Jahren
ihres Bestehens noch neue Sachen auszuprobieren, und sich nicht ewig auf
Steve Taylor (das inoffizielle sechste Bandmitglied...) festzulegen. Und
klar, Steve Taylor war dennoch beim Texten beteiligt, ebenso der neue
Gitarrist Paul Colman! Die erste "richtige"
Radioauskopplung, "wherever we go", war es, die Fans und Kritiker
dann gleichermaßen überzeugte und begeistert darauf warten
läßt, daß "go" ein richtig großartiges
Album geworden ist. In seinem Genre sicherlich ein absoluter Glanzpunkt
des Jahres 2006. Nun aber im Einzelnen mehr zu seinen Songs:
- "Wherever We Go"
Die erste offizielle Radiosingle vom Album - ein treibender Rock-Track
mit starkem Refrain und witzigem Text - darauf haben nicht nur viele
Fans seit langem gewartet. Das "Holla Back"-Thema hätte
wohl keiner in dieser Form den Jungs zugetraut, von daher um so besser!
Besonders der Text mit den raffinierten Details und die Bridge begeistern
mich. Meines Erachtens kein neues "shine" (wie die Werbung
behauptet...), aber wirklich ein Song, der in keine Schublade paßt
und das ist gut so! (9/10)

- "Go (I Wanna Send You)"
Beim Titelstück stimmt einfach alles: in knapp drei Minuten gibt's
einen satten Dance-Rock-Sound, klasse Refrain und einen hervorragenden
Text über den Missionsbefehl, den man so von einer christlichen
Rockband eigentlich nicht mehr erwarten konnte. Es wird klar vom Hingehen
und von Mission gesprochen - sehr mutig! Bei diesem Song wird wohl am
deutlichsten hörbar, daß ein gewisser Tedd T. dieses Mal
mit produziert hat... (10/10)

- "Something Beautiful"
WOW! Dieses Intro, dieser Beat, diese Melodie, dieser Refrain - absoluter
Wahnsinn! Ich mußte unwillkürlich an ihren alten Hit "spirit
thing" (von 1994) denken. Newsboys in Höchstform kann man
da nur sagen. Titel und Ausdruck des Liedes passen wunderbar zusammen:
Etwas sehr sehr schönes. Neumitglied Paul
Colman hat an diesem Song mitgeschrieben und nennt es seinen Favorit
vom "go"-Album. Meinereiner ist es auch! (Und: Joey Belville
von The Echoing Green wäre sicherlich
stolz auf so einen Smash-Hit!) (10/10)

- "The Mission"
Inhaltliche Fortsetzung des Titelsongs, wobei es hier mehr um die Tatsache
der Mission seit zweitausend Jahren geht, daß sie von Jesus ausgeht,
sehr viel bewirkt hat und als Auftrag auch heute für jeden Christen
gilt. Hinzu kommt ein klassisches zwei-Strophen-Refrain-Schema, das
sogar ohne Bridge (!) auskommt, dafür aber sehr energisch abgeht.
Eines der besten Stücke auf diesem Album! (10/10)

- "Let It All Come Out"
Dieses Stück hat Peter ganz allein geschrieben! Text und Musik
passen am ehesten zu den Songs aus der "step up to the microphone"-
oder "love liberty disco"-Ära. Ein simpler, aber gerade
deshalb schöner Pop/Rock-Song, der davon spricht, sich mitzuteilen
und nicht alles in sich hineinzufressen. Leider wirkt es etwas zu wiederholend.
(7/10)

- "In Wonder"
Dies hier ist ein rockiger Anbetungstrack, besser eine Wahnsinns-Hymne;
sehr "U2-isch", bzw. sehr "gitarrenrockig"...
Es setzt von der Atmosphäre ein Stück das "devotion"-Album
fort; der Liedtext ist einzigartig schön, über die einzigartig
schöne Schöpfung Gottes. Es ist eine originelle musikalische
Verneigung in der Anbetung vor dem einen und einzigen Schöpfer-
und Rettergott (s. 2. Strophe!). Eines der herausragenden neuen Stücke!
(10/10)

- "Your Love Is Better Than Life"
Der verrückteste neue Song, absolut! Eigentlich müßte
man eher Rap sagen, denn die Jungs kriegen tatsächlich eine Art
Rap bzw. "Zwiegesang" hin. Während der Text von manchen
Merkwürdigkeiten, aber der alles ausgleichenden Liebe Gottes spricht,
geht die Musik voll ab - vielleicht einer der neuen Konzertfavoriten.
Jedenfalls abermals sehr mutig - und vom Konzept her wirklich aufgegangen.
(10/10)

- "I Am Free"
Das ist das einzige Cover auf dem Album, zumindest teilweise (Original
von Jon Egan bzw. Desperation Band). Als live-Version war es die erste
Vorab-Single zum Album, damals aber noch ohne die zweite Strophe (jedoch
mit live-Preaching). Peter hat die zweite Strophe sowie eine Bridge
neu geschrieben und damit die Jon Egan-Hymne zu einem "richtigen"
Song umfunktioniert. Diese neue Studioversion funktioniert überraschend
gut, ist hervorragend produziert und wurde mit klasse Background-Vocals
eingesungen, die damit das live-Publikum ersetzen. Schon jetzt eine
Konzert-Hymne bei den Newsboys, diese neue 'Strophen-Version' könnte
sich aber auch in der allgemeinen Worship-Szene durchsetzen, nicht nur
in Amerika... (9/10)

- "Secret Kingdom"
Die Newsboys wie wir sie kennen und lieben: humorvoll, rockig, melodisch-eingängig.
"Secret kingdom" erfüllt all das und hat das gewisse
Etwas, was das Stück ohne weiteres zum legitimen Nachfolger von
"breakfast" machen könnte. Vermutlich macht es das amerikanischen
Publikum genau dazu. Wie auch immer, der Liedtext von Steve Taylor über
das Reich Gottes bzw. die Kirche/ Gemeinde Jesu Christi ist absolut
stark, schlichtweg der helle Wahnsinn... :-) Die Band und ihr Produzent
haben noch nicht einmal auf eine Instrumental-Bridge zum Mitpfeifen
verzichtet ("Whistling") - nicht nur deshalb: Definitiv Höchstwertung!
(10/10)

- "The Letter"
Das zweite Stück, welches Peter ganz allein schrieb; einen Hauch
eingängiger als Nr. 5. Diesmal geht es um eine Ermutigung für
angekratzten Selbstwert, es geht darum, daß jeder Mensch ein unverwechselbares
Individuum ist. Dieses Lied hat eine Neigung zur Ballade, ist aber noch
ein Pop-Track. Vermutlich ein Favorit am Radio, bzw. bei den Heerscharen
weiblicher Fans... ;-) Festzuhalten bleibt: die Bandjungs können
auch ohne Gäste klasse Songs herausbringen! (8/10)

- "Gonna Be Alright"
Dies ist für die Newsboys was ganz neues von der Machart her: eine
weibliche Background-Stimme und voll auf Retro produziert; mit einem
"wellenartigen" Sound. Erstaunlicherweise funktioniert sowas
ebenfalls im Newsboys-Kontext, auch wenn man zunächst überrascht
ist, aber nach kurzer Zeit entwickelt das Stück Ohrwurmqualitäten.
Sicherlich der balladenhafteste Song der Platte und ein würdiger
Abschluß eines großartigen Albums (jedenfalls der regularen
Version ;-). (8/10)

- SE: "I Am Free (Live)"
BONUS 1: Die live-Vorabsingle, die ein knappes Jahr vor dem Album bei
den US-Radios anlief. Eine hervorragend gemachte live-Version, die zwar
im Studio etwas "nachgeschnitten" wurde, aber die ursprüngliche
Atmosphäre und Dynamik wunderbar einfängt. Das Gute daran:
Peters live-Preaching und kleine Textzusätze sind im Wesentlichen
erhalten geblieben. Somit ist der ganze Track eine nicht nur absolut
rockige, sondern vorm allem inhaltlich herausfordernde Hymne.-Sind wir
uns der Freiheit durch Christus wirklich bewußt? (9/10)

- SE: "Something To Believe In"
BONUS 2: Dieses Stück wurde bereits im Sommer 2005 für den
Fanclub der Band veröffentlicht und war als Beitrag für das
christliche Narnia-Projekt ("Songs inspired by...") gedacht.
Die herausgebende Plattenfirma EMI wies den Song zurück, aus offiziell
unbekannten Gründen. Ein Jahr später veröffentlichte
die Newsboys-Plattenfirma, inpop Records, den Song auf einem Gratis-Promosampler
im Internet. Wie auch immer, es ist eine wunderbar balladenhafte Hymne
über das Narnia-Thema, der Text ist eine Klasse für sich!
Aber auch musikalisch kann das Stück nach einer gewissen Eingewöhnung
mehr als überzeugen. Die Band weiß einmal mehr auch mit den
ernsteren Molltönen sowie epischen Lyriks zu begeistern. (10/10)

- SE: "City To City"
BONUS 3: Der dritte Bonus-Song im Bunde ist eine reinrassige Discohymne
- leider konnte ich bisher nur einen kurzen Songclip davon hören.
Die Newsboys nutzten einfach mal wieder eine Gelegenheit, um ihre heimliche
Vorliebe für Retro-Disco auszuleben und dem Stück ihren ganz
eigenen Stempel aufzudrücken, inklusive einer inhaltlichen Verbindung
zum Album-Thema. (Bewertung: ???)

Bewertung insgesamt - reguläres Album: 101/110 (91,82%)
Bewertung insgesamt - Special Edition (bis jetzt): 120/130 (92,31%)

- SE: 2. CD = DVD
[ ...???... (Kommentar demnächst) ]
Fazit: Schon allein die reguläre Version ist ihr Geld wert. Die
Newsboys brechen ihre langjährige 10-Song-Regel und kommen halt diesmal
mit elf Stücken. Macht nichts, inhaltlich bleiben sie ihrer Regel
treu: alles Hits, keine Füller, es kommt auf jeden Song an, damit
ein Album insgesamt gut wird. "Go" ist mehr als gut, es ist
ein hervorragender Begleiter zum Hören bei allen Gelegenheiten und
es fordert inhaltlich heraus, setzt meiner Meinung nach Maßstäbe
im christlichen Mainstream Pop/Rock-Bereich - und das war einfach wieder
mal überfällig. Wie das Teil am Ende in der kommerziellen Bewertung
abschneidet, sprich Radio, Charts und Verkaufszahlen ist mir egal und
es ist für die Band irgendwo auch nicht mehr das Wichtigste: sie
haben ihren inhaltlichen Standpunkt bezogen und sie leben das, was nicht
nur ihre internationalen Auftritte bezeugen, sondern einfach ihre ganze
Art, die auch auf dieem Album zwischen den Zeilen sicht- und hörbar
wird.In diesem Sinne: Laßt uns rausgehen, unser Exemplar
des Albums holen, und dann rein in die Welt, den 'Großen Auftrag'
in Aktion bringen!

P.S. "SE Fazit": Tja, auch diese Bonus-Version hat was, auch
wenn ich zwei von drei Tracks als "die hard fan" schon länger
kannte, sie lohnt sich nicht nur für Fans! "Something to believe
in " ist wahrlich einer der besten Newsboys-Tracks der letzten Jahre,
die ich kenne; auch "city to city" läßt noch viel
erwarten...! Und dann ist da ja immer noch das "große Geheimnis"
bzw. die große Unbekannte, in Form der Bonus-DVD. Was da so im Umfang
einer Stunde drauf sein soll, werden wir alle erst noch erfahren, bzw.
zu Gesicht bekommen.Wenn das soweit ist, gibt's sicherlich an dieser
Stelle auch noch mal einen Kommentar dazu ;-)
[Hinweis: dies ist eine Rezension zu einer Vorab-CD.]
|