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Erin O'Donnell - ''christmas time is here''

Erin O'Donnell
"christmas time is here"


   ( 2004 inpop Records / Gerth Medien )

Nach ihrem gelungen inpop-Debüt vom letzten Jahr, "wide wide world", erfüllte sich Erin O'Donnell einen lange gehegten Traum, nämlich ein Weihnachtsalbum. Sie wollte ein Album zum Mitsingen - etwa beim Plätzchenbacken, Wohnung schmücken und Weihnachtskarten schreiben. Ein Album, daß man am Ende eines jeden Jahres herauskramt, das Cover abwischt, auflegt und ein paar musikalische Traditionen pflegt...

Insofern ist die Stilwahl wohlüberlegt und genau richtig getroffen: Erin studierte einst Jazz auf dem College (eine Art Fachhochschule), was liegt da näher als eine Soft-Jazz- bzw. Sing-Platte? Gesagt, getan! Unter den Produzenten-Händen von Ed Cash (bekannt von Andrew Peterson, Bebo Norman, Caedmon's Call...) gedieh ein cleveres Werk. Als Musiker konnte die quirlige Sängerin Ben Shive am Klavier, Byron House am Upright Baß (eine Art Kontrabaß mit E-Baß-Eigenschaften) sowie Jim Brock am Schlagzeug um sich scharen. Die Musik ist wirklich aus einem Guß, sie fließt förmlich und ist einerseits mitreißend, andererseits melancholisch-besinnlich.

Das zwei-Song-Medley "frosty the snowman / winter wonderland" ist schön flott und beschwingt, daß es eine Freude ist! Ähnlich fetzig ist "angels we have heard on high". So richtig nach Lounge-Club klingt "o come o come Emmanuel" und "christmas kiss". Wobei letztgenannter Song [Liedtext im Booklet!] die einzige Neukomposition der Platte ist - von Erins Ehemann Brad übrigens. Neben den erwähnten Titeln präsentiert Erin noch weitere typisch amerikanische Weihnachtsklassiker, wie etwa "I'll be home for christmas", "have yourself a merry little christmas" oder auch "it came upon a midnight clear" und natürlich den Titelsong. Außerdem coverte sie vom Jazz-Musiker Rob Mathes "waiting for love to be born" [Liedtext ebenfalls im Booklet!] - eine der besten Interpretationen hier. Leider wird die Scheibe zum Ende hin fast ein bißchen zu ruhig; ein oder zwei schnellere Nummern hätten ruhig sein dürfen. Trotzdem überzeugt dieses Weihnachtsalbum und läßt sich damit bei ähnlich gelagerten, wie etwa denen von Crystal Lewis oder Kathy Troccoli, einreihen.

Inhaltlich kommt nicht soviel persönliches rüber wie vielleicht bei anderen Weihnachtsplatten christlicher Künstler, Erin geht es hier mehr um den Spaß an der Musik. Natürlich haben die von ihr gesungenen frommen Klassiker sowieso ihre klare "Message"! Wenn Erin etwas aussagt, dann das: Weihnachten darf ruhig etwas mit Traditionen, Erinnern, (Aus-) Gelassenheit und vor allem Freude zu tun haben. Und dieses bescheidene Statement verfehlt seine Wirkung durch die Stimmung dieser doch recht ungewöhnlichen CD nicht.

Fazit: Erin und ihr Musikerteam haben es geschafft, eine zeitlose, handgemachte Weihnachtsplatte zu machen, die man gerne immer wieder auflegen wird. Alle Freunde ihres letzten Popalbums sollten sowieso zugreifen, denn der heuer eingeschlagene Singer/Songwriter-Stil erfährt eine Steigerung sowie neue Impulse! Also mit anderen Worten, wenn es wieder heißt 'die Weihnachtszeit ist hier', dann ist auch Zeit für diesen wundervollen kleinen Silberling ;-)


—David Decker für CCM-Rezis, Dezember 2004

Daten:
10 Titel / 42 Min.
Musikstil: Folk-Pop - Weihnachten
Label(s): 2004 inpop Records, USA / Gerth Medien, Asslar; online
Website: http://www.erinodonnell.com

Wo kaufen?:
bestellen im Gerth-Shop...

weitere CDs - siehe Erin O'Donnell-Künstlereite >>
 


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