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Fernando Ortega - ''fernando ortega''Fernando Ortega
"fernando ortega"


   ( 2004 Curb Records / Word / bv-music )

Der Singer/Songwriter und Pianist Fernando Ortega aus Kalifornien, der so beliebte Inspirationals wie "Give Me Jesus" nach einer afroamerikanischen Weise, "Our Great God" (mit Mac Powell), "Jesus, King of Angels" und "No One Else" hervorgebracht hat, legt mit "Fernando Ortega" ein ambitioniertes 12. Album vor. Die Markenzeichen des sympathischen Barden sind weiterhin gedankenvolle Texte, die ans Herz gehen, seine unaufdringliche, leicht raue Stimme mit ihrem sanften Timbre, warme Harmonien, eine Vorliebe für Hymnisches und melodiöse Balladen sowie Arrangements mit sanft rollendem Rhythmus und weiten Bögen - und eine Prise Melancholie und Sehnsucht. Gleichwohl schlägt er unter seinem neuen Label Curb, mit den langjährigen Freunden John Andrew Schreiner als Produzent und Elaine Rubenstein als Lyrikerin sowie erstklassigen Studiomusikern auch neue Töne an. Schon Track 2, "Dragonfly", klingt mit seinem Touch Folk-Reggae und Western im Gegensatz zur besungenen Libelle schwer, dumpf. Ungewöhnlich bedrohlich wirkt "When The Coyote Comes" mit Tata Vegas heulender Powerstimme im Hintergrund. "Noonday Devil" verströmt ein erdiges Southern-Roots-Rock-Feeling mit seinen diversen Zupfinstrumenten (Rich Nibbe, Shawn Tubbs, Michael Witcher, Randy Mitchell, Leland Sklar geben sich ein Stelldichein) und einem urigen Zwischenspiel von Bluegrass-Fiedler Gabe Witcher. Wohlvertraut klingen dagegen die feierlich ruhigen Arrangements von "Rock of Ages" (dt. "Fels des Heils, geöffnet mir", für Dobro und E-Gitarre), "Immortal, Invisible" und "More Love To Thee" (dt. "Mehr lieben möcht ich dich", nur mit Klavier). Es ist Ortegas grosses Anliegen, dass solche überlieferten, aussagekräftigen Anbetungslieder nicht vergessen gehen.

Melancholische Untertöne

Liebe und Nähe in verschiedenen Facetten sind das Leitmotiv dieser 12-Song-Produktion. Dazu mischen sich allerdings Schatten: Zukunfts- und Versagensängste, Einsamkeit und Leere, Todesgefahr und Verlust (in der wunderbaren Duett-Ballade "All That Time"). Eine feine Spur Sorge weht sogar durch den Refrain des im Grundton leichtfüssigen "Mildred Madalyn Johnson", das charmant eine warmherzige Freundin skizziert und mich besonders stark an Bruce Carroll erinnert. Berührend-beklemmende Bekenntnisse sind "Shame" und "Noonday Devil", die wie der Psalmist an der Zusage Halt finden, dass da ein souveräner, gnädiger Gott ist. In der Gegenüberstellung von der gefallenen Welt und ihrem Schöpfer, Alltäglichem und Ewigem liegt Ortegas Kernbotschaft: Gott ist allmächtig und heilig, weise und gerecht, seine Grösse übersteigt unser Verständnis. »Wohlauf, mein Freund, lass uns diesen unsicheren Weg, der vor uns liegt, zusammen gehen. Unser treuer Gott geht uns seit je voraus und wird uns auch dieses Mal auf dem Weg leiten«, singt er in der ansprechenden Pop-Ballade "Take Heart, My Friend". Aus solcher Hoffnung schöpft auch das atmosphärisch dichte "Sleepless Night", ein Ruf nach Jesu Nähe und Trost - gewiss auch bald ein Ortega-Klassiker.

Film für die Seele

Vom impressionistischen Eröffnungslied "California Town", das pure Gemütlichkeit und Frieden verströmt, bis zum schliessenden feierlichen Gebet "More Love To Thee" hält das Album eine stimmungsvolle Klangwelt aufrecht, die mehr als nur das Gehör anspricht und daher ausgezeichnet zu Ortegas Absicht passt: Bilder in den Hörern hervorzurufen, diese an andere Orte zu versetzen, durch seine Augen ein Stück Welt neu sehen zu lassen. Die CD ist ein Film für die Seele: Wir setzen uns (wie es das Sepia-Cover suggeriert) zu Ortega an den Kaffeetisch, schauen mit ihm auf das im Mondlicht silbern glänzende, sanft bewegte Meer, beobachten die schwebend-schwerelose Libelle zwischen den Angelruten, spüren die Angst der vom Präriewolf aufgespürten Hauskatzen, erinnern uns an eigene quälend schlaflose Nächte und stehen auch in der ratlosen Reihe im Sterbezimmer, wo die Zeit einen Augenblick still zu stehen scheint. Fernando Ortega ist nicht nur Worshipper, sondern vor allem auch Geschichtenerzähler und Dichter. Der Liedermacher, der nach eigenen Aussagen sehr lange über den Versen und der dazu passenden Musik brütet, malt Bilder mit Worten - ohne Pathos, schrille Buntheit, aber auch ohne cooles Understatement. Zum einen sehr persönlich und introspektiv, zum andern findet er gleichzeitig eine universale Sprache und eine zeitlose Botschaft.

Wer gedankenvolle, ausgefeilte und atmosphärische Musik aus einer christlichen Perspektive, etwa in der Art der Singer/Songwriter Bruce Carroll, Rich Mullins oder Chris Rice, schätzt, dem sei dieses wie auch die früheren Alben von Fernando Ortega wärmstens empfohlen.

Anspieltipps: Take Heart, My Friend; Sleepless Night; Dragonfly.


—Monica Seidler für CCM-Rezis, Oktober 2004


Die schlechte Nachricht: Fernando Ortega hat seinen Musikstil nicht geändert. Die gute Nachricht: Das ist gut so. Denn schon seit Jahren ist der Songpoet mit der Samtstimme aus dem christlichen Musikspektrum nicht mehr wegzudenken. Seine Lieder grooven in sanften Folkpop-Rhythmen, hin und wieder mit einem ordentlichen Schuss Country. Auf seiner neuesten scheibe schlägt Ortega etwas poppigere Töne an, seine Songs wirken nicht ganz so verinnerlicht wie auf seinen ersten Alben. Doch neben den luftigen Arrangements und den schönen Melodien bleibt Ortegas Markenzeichen ganz einfach dieses: Der Mann meint es wirklich ernst. Seinen Glauben an ein Leben, das sich von Jesu Händen getragen weiß, spürt man ihm bei seinem Hang zu Moll-gefärbten Tönen in jeder Verszeile ab. Und das macht Musik von Fernando Ortega zu einem besonderen Erlebnis.
Bewertung: 5 von 6 Punkten ("gut")

—Uwe Rauschelbach für dennoch 6-2004 (Dezember)

Daten:
12 Titel / 47 Min.
Musikstil: Singer-Songwriter, Folk/Country-Pop
Label(s): 2004 Curb Records, USA / Word Records, USA / bv-music, Haan
Website: http://www.fernandoortega.com  /  Label-Site

weitere CDs - siehe Fernando Ortega-Künstlerseite >>
 


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