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 Out
Of The Grey
"6.1"

( 2001 Rocketown Records / bv-music;
Hänssler )
Out Of The Grey betraten 1991
die Bühne der christlichen Musikszene und setzten von Anfang einen neuen
Trend. Dieser alternative, mehrheitlich akustische Gitarrenpop war damals
etwas völlig Neues im frommen Mainstream. Das Ehepaar Scott & Christine
Dente ging zielstrebig seinen Weg, gewann einerseits Fans aus der
Alternative-Szene und konnte andererseits mit Radio-Hits Erfolge verbuchen.
Nachdem die langjährige Zusammenarbeit mit Sparrow Records laut Vertrag
1998 endete, gab's erst mal eine lange verdiente Pause. Ende 2000 dann
die große Überraschung: Out Of The Grey sind jetzt bei Rocketown Records,
also dem Label von Michael W. Smith. Fans und
Journalisten begrüßten gleichermaßen dieses Zusammengehen und sprachen
von der idealen Kombination. Und das hat seine Gründe, denn Rocketown
ist das familiäre - wenn nicht das familiärste - Label im christlichen
Bereich. Außerdem haben fast alle Rocketown-Künstler einen akustischen
Pop/Rock-Sound. Out Of The Grey wird sich mehr als wohl fühlen dort in
Zukunft. Ja, und dann sind ja auch noch solche Produzenten wie Monroe
Jones mit von der Partie...

"Sechs-Punkt-Eins" soll nichts anderes ausdrücken, als das es sich hier
um das sechste Studioalbum der Gruppe handelt und eben das erste für Rocketown
Records - es hat nichts mit Musiksoftware am Hut ;-)
Gleich zu Beginn fällt die sehr hohe Klangqualität und außergewöhnlich
gute Produktion auf. Monroe Jones hat ein Händchen für moderne, kreative
Klänge. Wie er in Interviews sagte, kann er fast alles produzieren, von
Roots-Rock bis hin zu Elektronik. Man merkt, wie gut er sich auf den jeweiligen
Künstler einstellen kann.
Auf die Reise genommen wird der Hörer mit dem eleganten Abgehtitel "shine
like crazy". Weitere Stücke in diesem Stil sind das groovige "waiting"
(# 6), das rockige brave (# 3) sowie das fetzige "I want everything" (#
10). Alternative-Songs, die dem Sixpence None
The Richer-Stil nicht unähnlich sind, und Pop-Leckerbissen, genauso
wie nach vorn treibende, crunchige Gitarren, all das sind Markenzeichen
von OOTG. Ein richtiges Schmankerl ist der versteckte Bonus-Track, der
erahnen läßt, wie toll ein Konzert mit den beiden sein muß.
Sang Scott auf dem letzten Studio-Album "disappear" (1997, Sparrow) nur
bei einem Lied recht zögerlich, so tut er es hier gleich bei mehreren
Stücken. Und er scheint dies jetzt viel selbstbewußter zu tun. Christine
begeistert hingegen in gewohnter Weise mit ihrer ausdrucksstarken Charakterstimme.

Die Liedtexte verkünden die Botschaft nicht offensiv, sondern beobachten
in künstlerisch anspruchsvoller Art und Weise die kleinen Dinge des Alltags.
Sie verbreiten allesamt einen Optimismus, ganz im Gegensatz zur Melancholie
so vieler säkularer Alternative-Kollegen. Man spürt den Dentes die Freude
an der Musik und am Glauben ab. Ihr Songwriting war schon immer herausragend,
hier erreicht es eine weitere Qualitätsstufe.
"Brave" (# 3) möchte Mut machen, im Glauben auf den Herrn zu blicken,
der vorangeht. Dem ähnlich, ermutigt "what it's gonna be" (# 4) dazu,
die Probleme des Alltags mal aus anderer Perspektive zu sehen. Ein wunderschöner
Song über die Andersartigkeit von Christen ist "out of the ordinary" (#
8). Hier geht es darum, daß die Ewigkeit schon in uns begonnen hat, und
wir kein gewöhnliches Leben mehr leben.
Mein absoluter Favorit ist jedoch der letzte Titel der Platte, "grace,
mercy and peace" (# 11), ein bewegendes Lied über Jesus Christus. Es wird
unverkennbar bezeugt, wo die Rettung zu finden ist. Danke für dieses klare
Bekenntnis!

Out Of The Grey ist eine sympatische Band, die durch ausgeprägte künstlerische
Integrität zu begeistern weiß. Hier ist nichts gekünstelt, alles echt.
Dieses neue Album kennzeichnet einen Einschnitt, einen Neuanfang für das
Duo, dennoch setzt es die außergewöhnliche Tradition sehr schön fort.
Durch die textliche und musikalische Weiterentwicklung wird dem Hörer
aufgezeigt, was noch kommen könnte.
Das vorzügliche Layout - Jimmy Abegg läßt grüßen - von Cover und Hülle
trägt ebenfalls zum "neuen Image" und guten Gesamteindruck bei.

Fazit: Eine wunderbare CD von einem außergewöhnlichen Duo, die man zum
Beispiel an einem langen Herbst-/Winterabend bei einer guten Tasse Tee
intensiv genießen kann...
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