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Stacie Orrico - ''genuine''Stacie Orrico
"genuine"


   ( 2000 Forefront Records / Gerth Medien )

Kommen wir gleich zur Sache: den Vergleich mit Britney Spears wird sich die kleine Stacie wegen einiger Journalisten und Werbefritzen wohl noch ziemlich lange anhören müssen. Aber ehrlich gesagt, ist das alles Schwachsinn. Stacie kann im Vergleich zur aufgeblasenen Dummschwätzerin wenigstens richtig singen. Außerdem haben ihre Liedtexte Sinn und Verstand und reden noch dazu von Gott. Und außerdem sind sie Sex-frei. Stacie ist nämlich auch kein "wandelnder Bra", sondern 'ne richtige Künstlerin bzw. Sängerin.
Ach übrigens: Michael W. Smith hat die junge Dame entdeckt und spielt auch bei einem Lied des Albums Klavier. Produziert haben das Debutalbum unter anderem solche Leute wie Tedd T. (sprich Tjornhom) und Mark Heimerman. Hört man diese Namen, ist klar, daß die Musik topaktuell und höchst professionell produziert ist. Viele Lieder bestechen durch coole Beats und Harmonien. Am eingängisten ist die erste Radiosingle "don't look at me" - der größte Hit des Albums. Der Titelsong besticht durch seine Leichtigkeit und "dear friend" schließt das Album mit herzerweichenden balladigen Klängen ab. Dazwischen gibt's noch drei witzige Interludes, was die insgesamt dreizehn vollen Lieder etwas auflockert. Allerdings sind die Arrangements auf Dauer manchmal etwas eintönig. Vielleicht hätten auch nur zehn Songs vollauf gereicht für die Scheibe? Wer weiß...
Bei dem, was Stacie singt, macht sie keine Kompromisse. Klar wird auf biblische Aspekte hingewiesen. So fordert sie ihre jungen ZuhörerInnen auf, mit dem Sex bis zur Ehe zu warten ("stay true", # 5). Weiterhin weist sie von sich weg und dafür auf Gott hin, von Ihm sollen wir lernen, nicht von menschlichen Star-Idolen ("don't look at me", # 2). Überhaupt läßt sich die Botschaft gut mit dem Albumtitel 'genuine' [dt. 'glaubwürdig'] zusammenfassen. Stacie möchte ganz echt mitten in ihrer Generation stehen und Alternativen aufzeigen.
Teenie-Pop beherrscht zur Zeit die Welt und Stacie Orrico mischt voll dabei mit. Wer auf solche Musik steht, sollte dieses Album unbedingt abchecken. Es dürfte sich lohnen :-)

Ok, das obige war nur die eine Seite der Medaille - obwohl ich zu dem stehe, was ich geschrieben habe. - Was mich hier sehr nachdenklich stimmt, ist die Tatsache, daß nun auch schon die christliche Musikindustrie 14jährige Kinder (so alt ist Stacie nämlich) als die perfekten Popstars verkauft und gleich in ihrem ersten Jahr vor mehren zigtausend Leuten auftreten läßt. Man darf wohl die Vermutung anstellen, daß das die Sängerinnen entweder körperlich oder seelisch irgendwann nicht mehr verkraften oder daß es ihnen "zu Kopf steigt". Hoffen wollen wir's natürlich nicht. Aber das ganze geschieht wahrscheinlich nur, weil die christlichen Plattenkonzerne in den Staaten dem Wahn verfallen sind, unbedingt innerhalb kürzester Zeit Klone der säkularen Acts wie Britney (Spears) und Christina (Aquilera) zu "produzieren". Sicher, die gläubigen jungen Mädels können supergut singen, vielleicht sogar eigene Lieder schreiben, bringen inhaltlich was rüber und legen noch dazu 'ne gute Performance hin. Aber letztendlich ist es doch wieder nur eine gesteuerte Kampagne und eine geschickt inszenierte und trendig erscheinende Marketingstrategie um Kohle zu scheffeln. Oder etwa nicht?


—David Decker für CCM-Rezis, September 2000

Daten:
16 Titel / 55 Min.
Musikstil: Dance, Pop, Soul/Urban
Label(s): 2000 Forefront Records, USA / Gerth Medien, Asslar
Website: http://www.staytrue.de.vu

Wo kaufen?:
bestellen im Gerth-Shop...

weitere CDs - siehe Stacie Orrico-Künstlerseite >>
 


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