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Weitgehend unbekannt ist, dass der "King of Rock'n Roll" Elvis Presley während seiner Plattenkarriere (1954 bis 1977) immerhin drei komplette Gospelalben, eine Gospel-EP sowie 2 Weihnachtsalben veröffentlicht hat. Als seine Plattenfirma 2001 das "komplette Gospelmaterial" auf einer randvollen 3-CD-Box unter dem Titel "Peace In The Valley" zusammenstellte, kam sie auf 88 Titel (ohne die geistlichen Weihnachtslieder). "Herzstücke" seines Gospelschaffens sind die beiden Alben "His Hand In Mine" (1960) und "How Great Thou Art" (1967), die zumeist "klassische" Gospels und Spirituals enthalten, während er auf seinem Album von 1972 "He Touched Me" eher moderneres CCM-Liedgut interpretierte. Mit einem seiner religiösen Lieder hatte Elvis sogar einen Nummer-1-Hit ("Crying In The Chapel"), und die einzigen Grammies seiner Plattenkarriere erhielt er für seine Gospelaufnahmen (!), außerdem wurde er in die "Gospel-Hall Of Fame" aufgenommen. Das Album "Ultimate Gospel" bringt nun in optimierter Klangqualität 24 seiner schönsten christlichen Lieder in einer sinnvollen Zusammenstellung. Die älteste Aufnahme ist "Peace In The Valley" von einer 1957 erschienenen gleichnamigen EP. Diesen Titel sang Elvis auch im TV und "korrigierte" damit etwas sein damaliges "Rebellenimage". Gospelmusik hat Elvis zeitlebends geprägt. Auch auf weltlichen Aufnahmen lieferten Gospelvokalisten den Background, am bekanntesten sind die Jordanaires. Bei spontanen Jamsessions und zum Warm-up vor Konzerten sang Elvis am liebsten die Lieder, mit denen er von den Kirchenbesuchen seiner Jugend her bestens vertraut war. "Schwarze" Gospelnummern gehörten dazu ebenso wie bekannte Heilslieder weißer Autoren. Auch in der musikalischen Umsetzung ist Elvis ein "Brückenbauer". Am liebsten hätte er sich in den Quartettgesang einer Vokalgruppe eingefügt, wie sie in seiner südlichen US-Heimat populär waren. Er soll sogar ausgesprochen "sauer" über den Mix des 1966er-Albums gewesen sein, weil ihm seine Stimme zu sehr in den Vordergrund gemischt schien. Seinen Interpretationen spürte man ab, dass Elvis diese Lieder etwas bedeuteten. Sie werden zu innigen Gebeten oder zu sprühendem Lobpreis. Schnelle Gospelnummern stehen seinen Rocknummern in nichts an Power und Swing nach, und die gefühlvollen langsamen Hymnen werden mit viel Wärme vorgetragen. Jüngere Hörer werden sich vielleicht etwas in die Platten hineinhören müssen, weil amerikanische Kirchenchöre, wie sie teils in der Begleitung zu hören sind, etwas fremd, manche werden sagen "kitschig" oder "altertümlich", klingen. Aber die sängerische Qualitäten von Elvis kann man hier fast in ganzer Bandbreite erleben, und für gläubige Musikliebhaber, müßte es eigentlich eine Freude sein, die schönen Gospels und Spirituals von einem Sänger dieser Qualität zu hören. Natürlich kommt an dieser Stelle oft die Frage, ob Elvis denn "gläubiger Christ" war und diese Lieder aus Überzeugung sang. Die beste Antwort findet ihr vielleich selbst, wenn ihr diese Platte aufmerksam anhört und dadurch erbaut, getröstet und gesegnet werdet. |
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