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 Kevin
Prosch
"palanquin"

( 2002-2004 Forerunner Music /
Asaph Musik )
Kevin Prosch veröffentlichte
2002 erstmals nach fünf Jahren wieder eine neue CD. In der Zwischenzeit
hatte er sich eine Auszeit genommen, wegen verschiedener Verfehlungen
(Mißbrauch, Scheidung etc.). Nach Vergebung und Wiederherstellung
macht er nun wieder für seinen Herrn Musik. Obwohl die vorliegende
CD "palanquin" schon 2002 erschien, kommt sie erst jetzt nach
Deutschland. Durch eine neue Kooperation von Asaph Musik mit dem Label
"Forerunner Music" aus den USA wurde das möglich.

"Palanquin" heißt übersetzt Sänfte - und genauso
muß man sich auch die Musik auf diesem Album vorstellen: sanft und
getragen. Zumindest erst mal theoretisch, denn mit "how beautiful"
gibt es zum Beispiel einen kraftvollen Beat-Track mit irisch-keltischen
Einflüssen, der sicherlich etwas herausragend-ungewöhnlich für
Proschs Musik ist. Das mit der "sanften Sänfte" könnte
man im übertragenden Sinne auf angesagte Ethno-Chillout-Clubsounds
beziehen, denn die kennzeichnen diese Platte mit ihren perkussiven Strukturen
besonders. Kevin hat damit ein sehr originelles Werk gebastelt, denn so
was in der Lobpreis-Bewegung einzusetzen, war bis dahin eher eine Seltenheit.
Um so mehr überzeugt das klangliche Endergebnis: kombiniert mit dem
atmosphärischen - leicht rauhen - Gesang, den eingeschobenen Ethno-Vocals
bzw. Instrumental-Passagen sowie diversen Effekten entstand ein interessantes
Musik-Gewebe. Nur relativ spärlich scheinen noch Rock-Wurzeln des
Worship-Barden durch, wie etwa in "every ray" (# 4). Zwar hat
dieser Opus "nur" neun Titel aufzuweisen, dafür trumpfen
sie mit langen Spielzeiten auf. Eines ist bei dieser CD allerdings erforderlich,
um sie mögen zu können: Man muß sie erst mehrmals komplett
durchhören, da es eben keine einfache Kost ist! Meine Anspieltips
sind das bereits erwähnte "how beautiful" (# 2), die Hymne
"one thing" (# 6) und das leidenschaftliche "come down"
(# 3).

Die Texte brauchen mindestens genausoviel Aufmerksamkeit wie die Musik:
Kevin läßt uns an seinen Empfindungen und Erfahrungen teilhaben.
Er beschreibt Seinen Herrn und lobt Ihn von Herzen. Mal liest man anspruchsvolle
Pop-Lyrik, mal einfache Lobpreis-Verse. Man nimmt dem Künstler einfach
ab, daß diese Texte sein Herzensanliegen sind, sie sind echt! "Streams
from the fountain" (# 7) etwa, ist eine Herausforderung für
den Zuhörer; er beschreibt darin den Zustand des Menschen, die Einzigartigkeit
des christlichen Gottes und Glaubens und das Erlösungswerk von Jesus
Christus. Ein poetisches Loblied ist "harp in my heart" (# 1),
wo es heißt: »Da ist eine Harfe in meinem Herzen und nur
Du kannst sie spielen. / Da ist ein Lied in meinem Herzen und nur Du kannst
es singen.« Als Abschluß des Liederzyklus' findet sich
sogar ein vertontes Vaterunser, schlicht mit "ask" betitelt
(dt.: "fragen").

Fazit: Ein sehr empfehlenswertes Album, das aus dem Meer der Worship-CDs
heraussticht, wegen seiner Originalität, Kreativität und den
hochwertigen Liedtexten. Wer auf atmosphärischen Ethno-Pop-Rock steht,
sollte hier unbedingt reinhören. Diese Platte ist inhaltlich und
musikalisch zeitlos!
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