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![P.O.D. [Payable On Death] - ''boom (single)''](../../cover/pod-boom.jpg) P.O.D.
[Payable On Death]
"boom" (Single)

( 2002 Atlantic / eastwest; 'Plattenläden';
online )
Mit "boom" veröffentlichten die angehimmelten
"Helden" der harten Musik ihre dritte Maxi-Single in Europa.
Es ist die bisher härteste Auskopplung, wie der Titel bereits andeutet,
laufen hier Gitarren, Baß und Schlagzeug zu druckvoller Hochform
auf. Mir persönlich ist das Stück bereits zu hart und zu Core-mäßig,
wenn auch zum Ausgleich ruhigere Passagen vorhanden sind. Der Song liegt
übrigens in der Album-Version vor (Album "satellite", 2001).
Als Bonustitel gibt es "set it off", vom selben Album, allerdings
im sogenannten "tweaker remix". Dieser Song ist melodischer
und viel "poppiger", wenn man das mal so sagen will. Hinzu gesellt
sich der Track "Hollywood", hier in einer live-Version aus dem
Hamburger "Grünspan" vom Januar 2002. Eine sehr harte,
drastische Aufnahme.

Was die Texte anbetrifft, so muß ich meine Kritik verstärkt
anmelden. Terry Watkins kritische Untersuchung dieser Band bleibt natürlich
in diesem Zusammenhang äußerst relevant! Eine christliche Botschaft
konnte ich wiederum nicht ausmachen bei diesen Liedtexten, eben kein Evangelium,
wie anderswo gegenteilig behauptet wird. In "boom" wird wohl
die eigene Geschichte der Band-Jungs etwas thematisiert, bei "set
it off" geht es darum, irgendwie eine Bewegung zu initialisieren.
Inhaltlich atmet dieser Titel Einflüsse der Rastafari-Religion, indem
das Babylon-Thema anklingt. Allerdings ist dieser Text mit der Perspektive
des 11. September 2001 äußerst bedenklich: Obwohl der Song
zuvor entstand, spricht er doch von Sabotage, abschießen, außer
Kraft setzen. Wie so etwas was heute noch auf einer Single veröffentlicht
werden kann, bleibt mir sehr fragwürdig! "Hollywood" ist
gesellschaftskritisch angelegt und hinterfragt die Starmache dort - der
sinnvollste Liedtext der ganzen Single.

Auch zum Video - welches zwar nicht auf der Single ist - möchte ich
mich äußern: Regisseur Gavin Bowden (Rage Against The Machine,
Silverchair, The Butthole Surfers, Fun Lovin' Criminals, Red Hot Chili
Peppers) hat den Clip gedreht. Darin spielen "P.O.D." gegen
Schweden (personalisiert durch die Band 'Blindside') Tischtennis, natürlich
(?!?) gewinnt P.O.D.. Wie nicht anders zu erwarten, hat auch dieser Clip
keine christliche Botschaft, sondern kommt völlig sinnentleert daher.

Fazit: Von den drei P.O.D.-Singles in diesem Jahr ist "boom"
die musikalisch und inhaltlich Schwächste. Und auch wegen der sonstigen
inhaltlichen Ausrichtung der Band, kann diese Maxi keinesfalls empfohlen
werden. - Die sechs Euro könnte man sinnvoll in Sachsens Hochwassergebieten
unterbringen und damit an einem echten (Wiederaufbau-) "Boom"
teilhaben.
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