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 Matt
Redman
"beautiful news"

( 2006: sixstepsrecords/Sparrow
Records/EMI-
CMG // 2007:
Survivor Records // Gerth Medien;
online )
»Verzweifle niemals an
der Kraft des Evangeliums«
~Charles Haddon Spurgeon (Zitat aus dem CD-Booklet!)
Nach mehr als vier Jahren legte Matt Redman im Dezember
2006 (Europa: Januar 2007!) endlich ein neues Studioalbum vor. Und was
für Eines! "Beautiful news" ist ein überzeugendes
Gesamtwerk geworden, wie man lange keines mehr aus der Redman'schen Liederschmiede
gehört hat. Nun aber im Einzelnen:

Das Erfreuliche und Neue ist die durchgängige Produktionsqualität
und Durchhörbarkeit. Während seine letzten Platten oftmals lasch
vor sich hin plätscherten oder blind drauflos bretterten, ist "beautiful
news" ganz anders. Dem Produzentenduo Josiah Bell (21!) und Robert
Marvin (28!) alias 'Doubledutch' gelang ein herrlich abgefederter Sound
mit Anleihen aus Britpop, Urban und natürlich auch "Worship".
Endlich wurden Matts herrliche Lieder auch mal ordentlich eingekleidet,
die Refrains/ Hooklines sowie die Instrumentalpassagen hervorragend herausgearbeitet,
seine starke Stimme besser in Szene gesetzt und außerdem Intros/
Outros sowie "Special Effects" sinnvoll ausgebaut. Matt hatte
in seinen Anfangsjahren (aktiv seit 1993) schon diesen relaxten britischen
Sound, diese entspannten Grooves und cleveren Hooklines; jetzt hat man
das Gefühl, daß er genau das wiedergefunden hat, natürlich
aktualisiert mit seinem reichen Erfahrungsschatz als Künstler und
Liederschreiber und natürlich den neuesten technischen Möglichkeiten.
Die Platte ist aber keineswegs überproduziert, Stimme und Lieder
werden überhaupt nicht von der Produktion erdrückt, sondern
die Arrangements sind Mittel zum Zweck genau wie es sein sollte.
Dabei atmen die Lieder eine neue Leichtigkeit und Leidenschaft, die man
rein soundmäßig lange nicht mehr von ihm hörte. In diesem
Sinne kann man die Wahl der beiden Klangtüftler nur als genial bezeichnen!

Sollte delirious? mal ein Coveralbum
mit Chris Tomlin-Songs machen wollen,
würden sie wahrscheinlich in etwa so klingen wie die zwölf Stücke
von Redman hier. Interessanterweise hat Martin Smith von delirious? seinen
Landsmann bei den beiden flottesten Rockern kompositorisch unterstützt,
seit Redman mal eingestand, daß er oft Probleme hätte, schnelle
Lieder zu schreiben... "Take it to the streets" (# 4) ist ein
knapp sechsminütiger "Stampfer" und ein Glanzpunkt der
Scheibe. Einfach eine herrliche Hymne! "All over the world"
(# 10) ist vielleicht das Einzige Stück des ganzen Albums, was leicht
(wirklich nur leicht) an typische Worship-Sound-Klischees dies- und jenseits
des Atlantiks erinnert bisweilen im "Hau-drauf-wie-nix-Arme-hoch-Sound"...
Außerdem ist es das einzige Lied, was schon 2005 entstand und vor
Redman selbst bereits von Tree63 eingespielt wurde. Und der Vollständigkeit
halber: John Ellis von der südafrikanischen Truppe hat auch etwas
Gitarrenarbeit zu dieser CD beigesteuert.
»Was tue ich nur mit diesem Leben, was Du mir geschenkt hast?
Was fange ich mit den Tagen an, die Du bestimmt hast?«
~Matt Redman (in "fearfully and wonderfully made", # 9)
Die geistliche Komponente in Redmans Musik wird offensichtlich immer stärker.
Als Songschreiber ist er gereifter denn je. Und er hat die Gabe immer
wieder neue Sprachbilder bzw. -konstrukte zu finden, um biblische Wahrheiten
in Lieder zu transformieren. Seine neuen Stücke neigen immer stärker
zu traditionellen Liedstrukturen und das Erstaunliche dabei: zwölfmal
gibt es hier gleichbleibende Qualität. Sieben von zwölf Songs
sind direkt nach Bibelstellen verfaßt worden, zum Beispiel das hervorragende
"you never let go" (# 2) nach Psalm 23, welches das immerwährende
Dasein Gottes und die Hoffnung daraus besingt.

Das Grundthema der Platte ist das Evangelium, also die "Guten Neuigkeiten"
sozusagen. Denn der Begriff "Evangelium" stammt aus der Antike
und bezeichnete das Überbringen der Siegesbotschaft, zum Beispiel
nach einer Schlacht. Matt Redman überbringt uns gleichsam als ein
Botschafter an Christi statt die guten Nachrichten Seines Herrn: Jesus
liebt diese Welt und ihre Menschen noch immer, sein Vergebungsangebot
gilt noch immer. Jesus hat sich selbst dafür verbürgt und stellvertretend
für alle Menschen hingegeben.

Man sollte sich das mal auf der Zunge zergehen lassen, was das bedeutet
und worauf Redman letztlich verweist: Wir leben in einer Kultur voller
schlechter Nachrichten und unsere Gesellschaft kultiviert das regelrecht.
Und ich meine nicht nur Kriege und Katastrophen. Da gibt es populäre
Wochenmagazine, die regelmäßig zu Ostern und Weihnachten die
Grundfesten des christlichen Glaubens verhöhnen und niederreißen
wollen. Und sich in den Zwischenzeiten darin gefallen über Gott und
die Welt zu jammern, übers Klima, über die Wirtschaft, über
manche Präsidenten, über den sogenannten Werte- und Sprachverfall
und was weiß ich nicht alles. Wir schalten das Radio oder Glotze
an und bekommen je nach Gebührenabo für knapp 6 oder 18 EURO
eine Auswahl an "Neuigkeiten", die meist so vorhersagbar
und un-neu sind, daß einem regelmäßig einfach nur ganz
schlecht werden kann. In dieses unser Zeitalter der Widersprüche
tritt ein einfacher, demütiger britischer Liederschmied hin und sagt:
'Hey Leute, es gibt wunderschöne Neuigkeiten für euch! Hört
mir mal eine Stunde lang zu...'

Und dann spricht er plötzlich Themen an nach denen sich das Herz
unserer westlichen Gesellschaften im tiefsten Innersten sehnt: Wir wurden
wunderbar erschaffen und die Schande unserer alltgäglichen Schuld
und des Versagens wurde bereits durch Jesus ausgeglichen. Man braucht
nicht diesen ganzen sinn-losen Themen aus den 'schlechten Nachrichten'
nachzuhecheln; Gott hat andere Bestimmungen für die Menschen! Es
gibt ein jenseits des "Jammertales" obwohl Gott auch
dort unten nicht abwesend ist ; fast alle Lieder weisen zur wahren
inneren Herzensfreude, verneinen aber Leid und Probleme in dieser Welt
nicht. Das Evangelium der Bibel verändert das Herz, die Sichtweise,
das Denken. Man sieht dann unsere Gesellschaft nicht mit rosaroter Brille,
sondern immer mehr mit Jesu Augen, d.h. mit echter Liebe, mit Freude (denn
Gott hat alles erschaffen). Man bekommt eine Leidenschaft, diese Wesensänderung
anderen mitzuteilen und nichts anderes versucht Redman hier in
diesen einfachen Liedern.
»Das Leben ist zu kurz, um lauwarm zu sein«
~Matt Redman (in "when all is said and done", # 11)
Und noch was begeistert mich an diesem Werk: Redman gelang ein
sehr versöhnliches Statement an die Christenheit. Wenn ich nur daran
denke, in seinen Anfangsjahren: Jetzt kommen die "neuen Lieder",
alles nur charismatisch usw. Sicher mit mancher Berechtigung, ok, aber
wenn er jetzt auf seine CD-Hülle ein Zitat vom Evangelisten Spurgeon
(aus dem 19. Jh.!) drucken läßt, werden einige vom Hocker fallen
(ja, mir gings auch so)! Dieser Redman identifiziert sich mit diesem Evangelisten,
mit dem Evangelium und macht eine Platte, die das Evangelium an und für
sich sowie dessen Verbreitung feiert und fördert; ist er nicht dieser
Worship-Heini? Verrückt, oder? Vielleicht, aber ist das nicht
ein Grund, sich mit ihm zu freuen? Hey, besser geht's doch gar nicht!
Und ich sage das bewußt als ein mitfühlender Konservativer,
der aber in den vorliegenden Punkten mit Redman absolut eines Geistes
ist! Unser Liedermacher hat nämlich auch eine Botschaft für
die Leute, die schon Christen sind; für mich sagt er: Hört auf
nur Sitzwärmer am Sonntagmorgen zu sein, sondern sagt ja zu eurem
Herrn, zu den Gedanken Seines Herzens. Seid nicht länger lauwarm,
sondern stimmt euer Leben auf das Lied des Himmels ein. Amen, Bruder!

Fazit: "Worship" als Schublade empfinde ich als eine Beleidigung
für diese vielfältige Musik! 'POPalbum mit geistlichen Liedern'
trifft es da schon weitaus besser; wie auch immer, entscheidend wird sein,
daß sich diese Platte im Player dreht und den Zuhörer neu inspirieren
kann! Für mich ist es Redmans bisher beste Platte, ohne wenn und
aber, und nicht nur das sind wahrlich "wunderschöne Neuigkeiten"
;-)
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