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 Raze
"the plan"

( 2000 Forefront Records / bv-music
)
Nachdem Raze 1997 in die christliche Szene "gerazt" kamen,
haben sie ein Jahr später erkannt, "das dies der
Weg" ist und meldeten sich ein weiteres Jahr später mit unheimlicher
"power" zurück. Jetzt haben sie also erneut einen "Plan" geschmiedet,
wie man den Amerikanern Dance-Musik schmackhaft macht...
Auf ihrem vierten Album hat die Band endlich ihren Stil gefunden.
Vom Eurodance hat man sich fast völlig verabschiedet, dagegen dominieren
jetzt urbane, soulbeeinflußte und hip-hoppige Sounds. Nur ab und zu wird
es etwas schneller, aber für europäische Ohren klingt es halt doch etwas
zu amerikanisch. Aber dies ist ganz bewußt so, denn man will in den USA
die Teens erreichen und das geht nun mal nur mit authentischen Klängen.
Tedd T. (Tjornhom) und Michael Anthony Taylor arbeiteten als Produzenten
und setzten dabei viele kreative Ideen um.
Musikalisch erstklassig wird es beim Cover vom bekannten Kool And The
Gang-Hit "celebration" (# 5), wo es ein unwiderstehliches Dance-Arrangement
mit tollen Bass- und Gesangslinien gibt. Weiterhin sehr gut gefallen mir
"more than a dream" (# 14) und das Cover von delirious?, "did you feel
the mountains tremble" (# 15).
Was ein bißchen komisch ist, daß als erster Track ein 26-Sekunden Intro
erklingt und als zweiter Track noch mal ein 29-Sekunden Interlude, erst
der dritte Track ist ein ganzes Lied. In Zukunft sollte man es bei einer
Einleitung belassen und den Hörer nicht mit Spielereien nerven!
Inhaltlich sehr problematisch ist für mich "follow your dreams" (# 7),
denn mit der Botschaft von Selbstverwirklichung und Egoismus werden wir
schon tagtäglich an anderen Stellen vollgepumpt. Da sollten Christen eigentlich
andere andere Akzente setzen! Dieser Fehlgriff wird mit den beiden nachfolgenden
Liedern, "if you go" (# 8) und "laying down my will" (# 9) aber praktisch
wieder ausgeglichen. Dort betont der Sänger nämlich, daß er Gott überall
hin folgt bzw. seinen eigenen Willen Gott unterordnet. In den restlichen
Songs werden verschiedene Glaubensaspekte angesprochen und auch missionarische
Akzente gesetzt, wie zum Beispiel im Titelsong, wo es um Gottes Plan mit
uns Menschen geht.
Was dieses Album zu einem besonderen Projekt werden läßt, ist der versteckte
Bonustrack am Ende des letzten Titels. Eigentlich ist dies gar kein richtiges
Lied, sondern eher eine Musik-Predigt. Frontmann Ja'Marc erzählt bei musikalischer
Untermalung vom christlichen Glauben, er fordert den Hörer zu einer Entscheidung
zu Jesus auf. Zitiert wird der Bibelvers aus dem Johannes-Evangelium drei-Vers-sechzehn,
danach folgt ein Übergabegebet und Tips wie man als junger Christ weitermachen
sollte. Man kann sich also einen ProChrist-Abend in einer 10-Minutenfassung
vorstellen - wirklich vorbildhaft diese Idee.
Fazit: Musikalisch wirklich solide, wenn auch nicht überragend, werden
nicht nur für Kids jede Menge aktuelle Sounds angeboten. Bis auf den einen
textlichen Ausrutscher kann das Album auch in diesem Bereich überzeugen,
es ist durchaus als musikalisches Traktat geeignet.
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