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Rosenbrock + Böttcher - ''parousia - das Interview [rosenbrock+böttcher im Interview mit David Kadel (N24-Ethik)]''Rosenbrock + Böttcher
"parousia - das Interview [rosenbrock+böttcher im Interview mit David Kadel (N24-Ethik)]"


   ( 2003 Asaph Musik )

Jens Böttcher und seine Frau bekehren sich aufgrund von Sendungen des amerikanischen Fernsehpredigers Bayless Conley. Das ganze Geschieht 2001; von ihm ließen sie sich später auch taufen. Jahrelang waren die beiden auf der Suche, haben viele Tiefpunkte des Lebens durchschritten, immer von ihrer "Freundin Melancholie" begleitet. Seine ganze Lebenswendegeschichte steht auf der Bandhomepage! Nun sind sie durch Jesu Erlösungswerk von der Finsternis ins Licht übergegangen. Mark Rosenbrock war ebenfalls auf der Sinn-Suche im Leben, hat sich mit Christlichem, mit Glauben usw. beschäftigt und bekehrte sich am Ende dieses Prozesses zu Jesus. Seine ganze Lebenswendegeschichte steht ebenfalls auf der Bandhomepage! Die beiden Lieder "Kettensprenger" (vom Album "parousia") und "ich hab das Licht gesehen" (vom Album "rosenbrock+böttcher") stehen als prägnante Beispiele für die mittlerweile getexteten Lebensveränderungen der beiden Hamburger.

Asaph Musik hat nun etwas ganz ungewöhnliches getan: Eine Interview-CD als "Promotion" bzw. für Presse und Fans herausgebracht. rosenbrock+böttcher braucht man nicht herkömmlich zu bewerben, ihre Musik und ihr Leben spricht für sich. Ein mutiger Schritt und ein hochinteressantes Ergebnis brachte er hervor! Live aus der Kantine des 'Deutschen Schauspielhauses' wurde das mehr als einstündige (!) Gespräch aufgezeichnet. David Kadel (sprich Kedel! - Auch bekannt als der fromme Fußballverrückte vom ERF & Co. ... :-)  führte das Interview. Oftmals versucht er das ganze ins Lächerliche bzw. "Unernste" zu ziehen, so meine Einschätzung - aber andererseits holt er die Befragten so auch etwas aus der Reserve. Jedenfalls hat man den Eindruck, als würde er die Gruppe manchesmal nicht richtig ernst nehmen. Er fällt ihnen ins Wort, biedert sich mit dämlichen Denglisch-Wörtern an und macht so einen auf "Gaukler". Der Wichtigkeit des Themas tut das Abbruch, denn diese übertriebene Lockerheit nervt auf Dauer! Die beiden versuchen aber ernste Antworten, von Herzen kommend, zu geben. Am Anfang des Interviews "vereinbaren" sie praktisch, daß sie ganz offen und ehrlich antworten werden, und sie sagen dann auch, was sie denken, ganz unverblümt.

Es geht um solche Fragen, wie: für wen rosenbrock+böttcher singen wollen, welche Botschaft sie zu sagen haben, wie es heute um den christlichen Glauben bestellt ist in Deutschland, was sie erlebt haben auf ihrem bisherigen Glaubensweg usw. Dabei erfährt man, daß die beiden "schlupfigen ehemaligen Punkrocker" keine Scheu haben in Gefängnissen und vor "traditionellen" Christen von diesem lebendigen Jesus zu singen. Bei aller Kritik, die man für manche verkrustete fromm-christliche Struktur haben mag, es ist unangebracht, pauschal Christen in ein negatives Licht zu rücken, so wie es hier teilweise vom Moderator mit dem "Kongreß Christlicher Führungskräfte" getan wurde. Genau wie durch die beiden bisherigen rosenbrock+böttcher-CDs so wird auch in diesem Interview ihr brennendes Herz für Jesus deutlich, aber genauso auch ihre Bodenständigkeit und ihre Verbindung zur Wirklichkeit. Sie sagen, daß sie wiedergeborene Christen sind, daß dies aber nichts mit Sektierertum zu tun hat, so was muß/ sollte man heute weiterhin frei sagen dürfen. Wie Recht sie damit haben.

Was mich gefreut hat, daß rosenbrock+böttcher sich ihrer Situation "zwischen allen Stühlen" - der frommen und nichtfrommen Szene - bewußt sind und auch die Chancen und Gefahren dieses Standpunktes wahrnehmen. Es hat mich beeindruckt, was sie alles vom Glauben schon verstanden haben, ihre natürliche, demütige Art, die einen einfach total ermutigt. Sie legen auch Zeugnis davon ab, wie sie bereits gereift und gewachsen sind, aber sich immer auf dem Weg befinden. Sie bringen eine Nüchternheit rüber und eine gewisse "Einfachheit" - die Waschung, d.h. Vergebung, durch Jesu Blut kann man bei jedem Versagen wieder neu in Anspruch nehmen. Sie sprechen auch von Gottes Führung in ihrem Leben und wollen sich Ihm für die Zukunft ganz anvertrauen. Auch den göttlichen Maßstab, daß schon eine veränderte Seele den "Aufwand" lohnt, geben sie überzeugt weiter.

Natürlich wird auch über die CDs, Texte und Stile gesprochen. Es geht um Gastmusiker, musikalische Vorlieben und Einflüsse, aber auch Wirkungen beim Publikum. So ergibt sich zusammen mit den geistlichen Aussagen ein abgerundetes Gesamtbild. Insgesamt geht es jetzt hier nicht darum, die beiden Männer als absolut fehlerfreie Vorbilder hinzustellen und einer Menschenverehrung das Wort zu reden. Das sei ferne. rosenbrock+böttcher sind eine Ermutigung für Christen und eine Herausforderung für (noch) Nicht-Christen. Dabei haben sie auch genug Gedanken in ihrer Musik und ihren Interview-Beiträgen, die gerade uns 'denkenden Menschen der westlichen Welt' neu ins Nachdenken bringen und auch manches kritisch betrachten, was sie so erleben. Ihnen ist es das Wichtigste Jesu Liebe weiterzugeben an den Nächsten, harte Herzen aufzubrechen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. In der zweiten Interviewhälfte sprechen sie auch offen von ihren eigenen Schwächen, wie Angst, Stolz, Eitelkeit usw. Dabei ist ihnen das Gebet wichtig, was sie regelmäßig in allen Situationen praktizieren, auch "still" auf der Bühne. So kritisieren sie in diesem Zusammenhang auch schon mal den überzogenen Perfektionsanspruch über die ganze Geschichte des Christentums hinweg. Es geht nicht um Stars, um im Lichtkegel zu stehen, sondern auf Christus hinzuweisen, der als Arzt für die Kranken - die Schwachen - kam. In diesem Sinne sind rosenbrock+böttcher also "Anti-Stars", wie David Kadel es passend auf den Punkt bringt.

So geben die zwei Folk-Rocker vor dem Herrn im Interview entschieden das Statement ab, daß sie sich gern als christlichen Interpret verstanden wollen wissen und auch so bezeichnet werden wollen. Beide haben ein "pastorales", missionarisches, christliches Anliegen. Für sie stehen die Inhalte - Erlebnisse und Text - im Vordergrund. Damit geben sie all denen eine Absage, die für eine Auflösung der Unterschiede zwischen christlicher und säkularer Szene eintreten. Zar sind die Mechanismen oftmals überall gleich, doch die Inhalte unterscheiden sich doch "extrem". Das hast mich beeindruckt, denn damit stehen rosenbrock+böttcher ziemlich quer zu etlichen Leuten (Journalisten, Label-Leute, Manager, Künstler, viele Fans) in der christlichen Musikszene (nicht nur in Deutschland). Sie fühlen sich sogar in der "christlichen Welt" viel wohler als in der "coolen Welt", wie sie erzählen. Dennoch geben sie auch zu, daß Nicht-Christen (säkulare Musikszene etc.) sagen, daß Christen keine gute Musik machen würden und die Christen Angst haben vor den Leuten in der säkularen Szene.

Fazit: Bei aller Kritik am Interviewstil (besonders in der ersten CD-Hälfte) von Herrn Kadel, so hat er dennoch eine Premiere gewagt und eine in jeder Hinsicht bisher einmalige Interview-CD ermöglicht, die ich jedem Christ und Nicht-Christ empfehlen kann. Man könnte sie gut und gern auch in Gemeinden und Jugendgruppen anhören und anschließend darüber sprechen. - Jens Böttcher und Mark Rosenbrock wünsche ich von hier aus alles Gute und Gottes Segen auf ihrem weiteren Lebens- und Glaubensweg und daß sie weiterhin so freudig von ihrem Herrn weitererzählen und singen.


—David Decker für CCM-Rezis, Januar 2004

Daten:
8 Titel / 61 Min.
Musikstil: Interiew-CD (Sprache!)
Label(s): 2003 Asaph Musik, Lüdenscheid
Website: http://www.rosenbrockboettcher.de  /  D. Kadel - Site 2  /  "N24-Ethik"

weitere CDs - siehe Rosenbrock + Böttcher-Künstlerseite >>
 


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