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 Rosenbrock
+ Böttcher
"parousia"

( 2004 Asaph Musik )
Die beiden Gospeler vor dem Herrn sind wieder da mit einer
neuen CD! 2002 sorgte das Duo rosenbrock+böttcher
für Aufsehen mit ihrer Hinwendung zu Jesus Christus und für
eine enorme Polarisierung, was ihre erste, selbstbetitelte,
Platte betraf - nicht nur innerhalb der sogenannten christlichen Musikszene
Deutschlands. Sie stießen mit ihren herausfordernden Liedern entweder
auf bedingungslose Ablehnung oder ebensolche Zustimmung. Dazwischen
scheint es bis heute kaum "Gefallens-Bekundungen" zu geben...

Im Gesamtzusammenhang erschließt sich die Musik dieser neuen, zweiten,
CD fast wie traditionelle Spirituals: Sofort spürt man diese besondere
Atmosphäre und auch, daß es mit jedem Ton und jedem Wort irgendwie
um den christlichen Glauben und den christlichen Gott geht. Als Zuhörer
kann man sich dem nicht entziehen, man wird praktisch sofort vor eine
innerliche Entscheidung gestellt. Der Sound hat irgendwie was von Gospel
an sich, obwohl es natürlich eine Mischung aus rootsigem Folk-Rock
und Bluegrass bzw. Blues ist. Der Titel des Silberlings ist ein altgriechisches
Wort und umfaßt den Ausdruck für "Wiederkunft Jesu".

Vielfach finde ich die neuen Lieder musikalisch noch anspruchsvoller,
da die Eingängigkeit bisweilen einen Gang zurückgeschaltet wurde.
Eventuell auch ein Vorteil, damit die Lieder so länger "halten"...
Trotzdem ist die Musik im Vergleich zum Debüt etwas ruhiger und "geruhsamer"
geworden. Auf jeden Fall gibt es wieder einige neugetextete Versionen
alter Traditionals/ Spirituals bzw. Kirchenhymnen: "wie groß
bist du" (# 11), "swing low, sweet chariot" (# 12), "by
and by" (# 3), "you better run" (# 14) und "I'm on
my way" (# 16). Dabei war es natürlich eine ziemliche Herausforderung
"swing low" deutsch zu vertexten und das dann noch einzusingen
- doch man meisterte diese Hürde eindrucksvoll! Henry Sperling und
Karsten Deutschmann haben die CD mehr ausproduziert als es noch beim Debüt
der Fall war. Musikalisch gastiert Sarah
Brendel beim schönen Gesangsduett von "das Flüstern
eines Schmetterlings" (# 17), außer ihr waren auf dem Opus
Mathias Bernhold (Baßgitarre), Alexander Wladikas (Schlagzeug),
Anne Maren Falk (Cello), Ray Madison (Kontrabaß), B4Christ (Gesang)
sowie die beiden Produzenten (Klavier, Geigen, Baßgitarre, Schlagzeug)
tatkräftig inbegriffen. Meine Anspieltips sind im übrigen: "im
Sturm zu dir" (# 1), "I.N.R.I." (# 2), "ein Gebet
für alle" (# 6) das oben genannte Brendel-Duett sowie "liebe
diesen Jesus" (# 18).

In den vollständig deutschsprachigen (!) Liedtexten wird das Themenspektrum
des Vorläuferalbums praktisch erneut aufgegriffen, erweitert betrachtet
und so die Glaubensreise fortgeführt. Man spürt den beiden Textern
und Komponisten die Liebe für Jesus ab, dieses Brennen im Herzen.
Ebenso spürt man die Kompromißlosigkeit - auch Tabus und Ungeliebtes
wird angesprochen; um Konventionen schert man sich nicht! Dies alles hat
viele gute lesenswerte Gedichte hervorgebracht, die den Hörer ins
Nachdenken führen, wie es sich wohl bei ihm verhält. Es wird
aber auch ermutigt, gefeiert, bekannt. rosenbrock+böttcher wenden
sich mit ihrer Botschaft, die sie von ihrem Herrn weitergeben, sowohl
an die Christen sowie einfach an alle, die diesen lebendigen Gott der
Christen noch nicht kennen, der das Leben von Mark und Jens veränderte.
Von diesem einzig wahren Gott erzählen sie, und das muß nach
draußen, jeder soll es hören, denn ist ja das Evangelium, die
freudige Nachricht vom Sieg! Auf diese Texte lohnt es sich einzulassen,
auch wenn sich manch fromme Leute an der ein oder anderen Formulierung
stoßen mögen (das läßt sich nicht vermeiden, es
geht nicht um "fromm sein", sondern um Jesus!) - vielleicht
hilft es neu, den eigenen Standpunkt zu überdenken und sich zu fragen,
was man selbst tut, um das Feuer im Herzen wieder neu anfachen zu lassen
durch Jesus und "nach draußen" zu gehen, davon vorzuleben
und zu erzählen.

Fazit: Sie ist selten geworden, solch rauhe Musik mit "stachlig"-besinn-lichen
Texten, die über den christlichen Glauben und das Evangelium reflektiert.
Den beiden Hamburgern rosenbrock+böttcher ist mit "parousia"
erneut ein geistlich und musikalisch relevantes Werk gelungen, was innerhalb
des deutschen Sprachraums seinesgleichen sucht!
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Ein griechischer Titel (Parousia = Erscheinung), dazu ein Schwarzweißes
Cover - hier zeigen sich zwei Musiker puristisch, ganz und gar uneitel und
unverstellt. Und die 18 Songs halten, was das Cover verspricht: Schlichter,
eingängiger Folkrock, im bester Dylan-Tradition, mal folkig, mal rockiger,
erdig-ehrliche Musik ohne falsche Schnörkel. Die puristischen Arrangements
ebnen den Weg für Gedankengänge zu lyrisch tiefen Texten, die
von dem Spannungsverhältnis erzählen, das jeder Christ nur zu
gut kennt: Von der Spannung zwischen Reise und Ankommen ("Schritt für
Schritt" als eine der gelungenen Übertragungen altbekannter Traditionals)
zwischen Versuchung und Verheißung ("Das Flüstern eines
Schmetterlings", "Sturmwind und Feuerwagen"). Da sind zwei
Reisende auf dem Weg, die das Ziel kennen, die auf der Erde leben ("Alte
Freundin Melancholie"), aber deren Hoffnung und Sehnsucht in die Horizontale
geht ("Im Sturm zu dir"). Zu Gott, der auch heute noch heilend
wirkt, uns sein "Talitha cumi" zuruft und uns auf die wirklich
wichtigen Dinge verweist. Wenn wir so die Aufforderung des letzten Liedes
der CD ("Liebe"), diesen Jesus ernst nehmen. |