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 Scott
Riggan
"all I know"

( 2002 Spinning Plates Music /
online )
Acoustic Pop mit Tiefgang: vom Finden neuer Perspektiven
unter dem Kreuz

Das eindrückliche Solodebut "All I Know" des Indie-Musikers Scott
Riggan entstand nach einem mutigen Schritt: Als sein Engagement mit
der erfolgreichen Nashviller Gruppe The Nobodys, die jährlich bis zu 150
Auftritte bestritt, einen zu hohen Tribut - gerade auch von seiner jungen
Familie - forderte, schaltete der Sänger, Keyboarder und Songwriter ein
Sabbatjahr ein: Er löste die Band auf und arbeitete für ein Hilfswerk.
Der Ruf in den Vollzeit-Musikdienst erschien ihm nach dieser Pause umso
klarer, doch als Solosänger ist er seither flexibler und abkömmlicher
für seine Familie und für evangelistische und karitative Aufgaben.

Musikalisch präsentiert Scott Riggan rhythmischen Pop mit eingängigen
Melodien, dynamischer Komposition und schlanken (Akustik-)Arrangements.
Das Spektrum der 12 (plus 1 Reprise) zum Teil noch mit Nobodys-Partner
Ben Bauman zusammen geschriebenen Lieder ist breit: vom temperamentvollen
Eröffnungssong "Like Incense", der an Michael W. Smith und Wes King erinnert,
über das stimmungsdichte, nachdenkliche "I Thought I Knew You" und die
ergreifende Moll-Ballade "Answers Don't Come Easy" bis zum Radiohit "I
Love You Lord", einer schlichten, doch in ihrer Innigkeit und Mehrstimmigkeit
mitreissenden Version der bekannten Hymne von Laurie Klein. Die abwechslungsreich
variierten Refrains sprechen sogleich an, bleiben hängen, ohne dass sie
sich abnützen. Akustikgitarre, die oftmals einleitet und umspielt, Synthesizer
und E-Gitarre, die im Hintergrund stützen, überblenden sich stimmungsvoll.
Die Nebenstimmen erzeugen mal geschickte Sekunden-Reibungen (Titelsong
"All I Know of Love"), mal warme Harmonien. Ein weiteres Markenzeichen
sind leidenschaftliche Bridges und Liedlängen unter 3 Minuten. Der Gute-Laune-Song
"Can't You Be Crazy" mit starkem Offbeat wird von Pfeifen und Melodica
begleitet. Besonders schön ist die Ballade "Heal Me", die von sanft wie
Regentropfen fallenden Keyboard-Oktavsprüngen eröffnet wird. In "Never"
- einem weiteren Lieblingssong (eigentlich gibt es m. E. auf diesem Album
nur "Lieblingssongs"!) - taucht die Liedzeile "I Love You" kanonartig
wieder auf.

Der Sänger mit der warmen, wendigen, ausdrucksstarken Stimme (vergleichbar
mit Michael W. Smith, Matt
Brouwer, Clay Crosse) versteht
es, Lieder zu schreiben, die in die Tiefe gehen. Sie handeln von Fragen,
deren Antworten nur Gott kennt. Davon, wie er in seiner Weisheit nur die
Antworten schenkt, die wir verstehen und ertragen können. Und vor allem
davon, dass er uns bei all unserem Unvermögen und Unverständnis immer
klar zeigt, wie sehr er uns liebt. Im CD-Booklet schreibt Scott Riggan,
er habe sich oft wie der Psalmendichter gefühlt, der zwischen verzückter
Anbetung und hilfloser Klage schwanke, der zuweilen befürchte, Gott habe
ihn verlassen, aber schliesslich neue Zuversicht aus der Erinnerung an
Gottes Treue schöpfe, die er bisher erfahren durfte.

Die Spannung zwischen schwierigen, scheinbar ausweglosen Lebenslagen und
dem heilsamen Blick auf das Kreuz drückt sich sehr schön in "Answers Don't
Come Easy" und "Love Called My Name" aus: Sei es die Frau, die ihr Kind
verloren hat, sei es der zurückbleibende Witwer, sei es der Schächer am
Kreuz oder ein rebellisches, kaltes Herz - Gott offenbart sich ihnen trotz
allem als grösser und mächtiger als alle Zweifel, alle Trauer, Angst,
Einsamkeit, Sünde. Seine Antwort auf unser Warum nennt "Never" (nach 5.
Mose 31, 6): »Ich werde dich nie verlassen, ich lasse dich nie
im Stich. Nichts hier kann dich aus meiner Hand reissen. Sei nicht verzagt!
In all deinen Anfechtungen ist dies alles, was du verstehen musst: Ich
liebe dich. Auch wenn du es nicht klar erkennen kannst: Du bist nie allein.«
Eindrücklich erzählt "Forgiveness" (nach Römer 2, 4), wie die Vorstellungen
von einem zornigen, richtenden Gott dem Bild der Gnade und Liebe weichen.
Gott hätte allen Grund, uns hinwegzufegen, doch er nähert sich dem Sünder
in Jesus Christus mit Gnade, Sanftheit und Freundlichkeit. Der feierliche
Akustiksong "Remember", der mittlerweile in vielen Gemeinden gesungen
wird, konzentriert sich auf die Zeichen Brot und Wein und auf Jesu Erlösungswerk.
Dazu fasst Scott Riggan die Kernbotschaft zusammen, die das ganze von
ihm und Jason Collum produzierte Album prägt: »Dort am Kreuz
finden wir die Antworten auf unsere tiefsten Fragen. Kann Gott verstehen,
was es heisst, zu leiden? Wir gehen zum Kreuz und finden die Antwort.
Liebt er mich wirklich? Geh zum Kreuz! Kann Gott jemandem wie mir je vergeben?
Beim Kreuz erfahren wir: 'Als wir noch Sünder waren, starb Christus für
uns' (Römer 5, 8). Wir können es uns nicht leisten, dies zu vergessen.«

Fazit: Ich kann euch diese CD uneingeschränkt und wärmstens empfehlen!
"All I Know" ist ein stimmungsvolles und ausgefeiltes Musikprojekt mit
von Herzen kommenden, tief gehenden Texten, die über die packenden Popmelodien
unmittelbar zum Gebet, zum Dankeslied auch des Hörers werden können. Vom
ersten bis zum letzten Ton verströmt dieses Album Intensität und Innigkeit.
Scott Riggan, der in jungen Jahren an einem Konzert von Keith Green von
dessen kompromissloser Hingabe beeindruckt und angespornt wurde, ist es
spürbar ernst mit seiner Mission.
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