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 Scott
Riggan
"bring glory"

( 2006 Spinning Plates Music /
Spring Hill Music /
online )
»Anbetung heisst: ein Leben in Gehorsam unserem grossen und heiligen Gott gegenüber ... ein Leben auf dem Altar.« (Scott Riggan)
»Weil ihr Gottes Barmherzigkeit erfahren habt, fordere ich euch auf, liebe Brüder und Schwestern, mit eurem ganzen Leben für Gott da zu sein. Seid ein lebendiges Opfer, das Gott dargebracht wird und ihm gefällt!« (Römerbrief 12, 1, zitiert im CD-Booklet)
Temporeiche Songs über ein Leben in Anbetung

Mit dem eingängigen "Great Is The Lord" (# 1) aus der Feder
von Debbie und Michael W. Smith setzt Scott
Riggans zweites Soloalbum gleich zu Beginn den Akzent auf mitreissenden,
radioorientierten Worship-Pop mit gradlinigen Melodien und schlichten,
hängen bleibenden Refrains, wie sie schon das Vorgängeralbum
"All I Know" (2002) kennzeichneten.
Gelungene Popschlager sind etwa "Full Heart" (# 7) mit einem
säuselnden BGV-Schluss à la Cliff Richard :-) und der etwas repetitive
Ohrwurm "Bring Glory" (# 10). Rockig stampft und twangt "Altar
Of My Heart" (# 6) daher, während die ruhige, aber etwas weichgespülte
Interpretation von Keith Greens "My
Eyes Are Dry" (# 8) nur von Klavier und leisen Synthi-Schlieren untermalt
wird. Die bombastische Hymne "Show Them Jesus" (# 11) mündet in ein
spritziges Geigen-Cello-Stakkato. Nicht fehlen durfte beim Label-Re-release
des bereits 2005 independent erschienenen Zweitlings der frühere
Hit "I Love You, Lord" (# 12), den Scott Riggan erfrischend
neu und soghaft einspielte.

Gott die Ehre zu geben, wie es im Albumtitel heisst, ist der Leitwunsch
aller 12 Lieder. Sie deuten an, wie Anbetung sein kann, sei sie hör-
und sichtbar (# 2 "Lift / I Cannot Keep Silent") oder nur innerlich
(# 6): Gott soll mit jeder Faser unseres Seins, freudig, voller Dank,
ja leidenschaftlich verherrlicht werden. Die Songs sind, wie für
das Genre üblich, recht einfach gestrickt, doch einige Male überrascht
Scott Riggan mit erfrischenden Formulierungen. Mit dem Ruf nach Zündhölzern
und Benzin beschreibt er in "Matches" (# 9) seine Sehnsucht,
wieder ganz neu in Hingabe zu Gott entfacht zu werden. "Es ist
Zeit für eine drastische Massnahme ... Du wirst mich brennen sehen.
Ich werde in etwas Neues verwandelt werden." Das stimmungsdichte,
pulsierende Lied mit kunstvollen Streicher-Arrangements und hellen Klaviertupfern
ist einer der besten und kreativsten Tracks. Gerne hätte ich mehr
in dieser Art gehört!

Ein weiteres Highlight ist "Holy Is The Lord" (# 5), geschrieben
von Andrew Peterson und Ben Shive: Die
Geschichte von Abraham und Isaak steht für Anbetung durch totale
Hingabe und Gehorsam. Vom (Herzens-)Altar ist immer wieder die Rede, z.
B. im leichtfüssigen, aber vollmundigen "I Live To Praise You"
(# 4) – das wie so viele neuere Lieder unter dem Eindruck von Rick Warrens
Visionen Gott "lächeln" sehen möchte – und auch in
"Lay Me Down" (# 3). Dort singt Scott Riggan: "Ich bin
im Grunde meines Herzens ein stolzer Mann, es liegt nicht in meiner Natur
niederzuknien. Aber ich bin dem Herrn der Sterne begegnet, nun weiss ich,
wie sich Demut anfühlt." – "Zeigt ihnen Jesus!",
ruft er im gleichnamigen Lied allen Worshippern entgegen, "lebt
die Botschaft aus mit eurem ganzen Sein! Zeigt seine Wahrheit mit eurem
Leben!"

Fazit: ein High-Energy-Worship-Album, das durch seine Botschaft vom "Leben
auf dem Altar" auffällt. Scott Riggans Pop-Rock dürfte
besonders die Smitty- und Tomlin-Fans ansprechen. Mich persönlich
berührt das Solo-Debüt "All
I Know", das um ein "Leben am Fuss des Kreuzes" kreist,
textlich und musikalisch tiefer.

Anspieltipps: Great Is The Lord; Live To Praise You; Matches; I Love You,
Lord.
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