|
 Benjamin
Scheidhauer
"auf weitem Raum"

( 2004 Benjamin Scheidhauer /
zwo3.net )
Benjamin Scheidhauer ist musikalisch kein unbeschriebenes
Blatt: 1986 gründete er als Bassist die Berliner Band EXIT, wo er
bis 1997 blieb. Danach ging es aus beruflichen Gründen nach Hamburg,
wo er beim Gospelchor Living Water bis 2000 mitwirkte. Anschließend
führte es ihn nach Hildesheim, wo er fortan als Lobpreisleiter einer
freien evangelischen Gemeinde wirkt. Dort entstand auch die vorliegende
Produktion "auf weitem Raum".

Die Kunst des Liederschreibens übt Benjamin Scheidhauer seit vielen
Jahren mit Leidenschaft aus. Auf seinem ersten Soloalbum hat er ausschließlich
Gebete aus verschiedenen Situationen formuliert - von Herzen! Gott stellt
uns auch in der Gemeinde auf weiten Raum mit unseren (bzw. Seinen) Begabungen
und Fähigkeiten. Das Ziel seiner Musik ist es, der Gemeinde damit
zu dienen, Menschen aufzubauen, Gott zu loben und in Seine Gegenwart zu
führen. Diese Liedermacherplatte enthält also geistliche Musik
im besten Sinne. Man hört freudiges Lob Gottes, kommt aber auch zur
Besinnung und inneren Einkehr.

Die Texte drücken, immer an Gottes Wort orientiert, zeitlose geistliche
Wahrheiten aus. Gottes Größe und Führung wird am besten
sichtbar an kleinen Erlebnissen im (Glaubens-) Alltag. Das erste Lied
lädt deshalb auch ein: »Lass uns sehen, wie Du bist«.
Dieser Blick des Herzens ist nötig, um diese Lieder recht zu erfassen.
Unterschiedlich sind die Stücke angelegt, mal mit traditionellen,
mal mit modernen Songstrukturen. Einige sind auch gut geeignet, um sie
selber in der Gemeinde nachzusingen, wie etwa "Du stellst meine Füße
auf weiten Raum" (# 5), "allein aus Gnade" (# 9) oder "lass
uns sehen" (# 1).

Vom Klang eher ruhig, kann man die CD gut anhören, um einmal "abzuschalten"
und sich neu auf Gott und Sein Wort einzulassen. Die Bibelstellen im Booklet
laden dazu ein! Klar, es ist keine superteure, tip-top-Studioproduktion,
sondern eine Privatproduktion mit relativ bescheidenen Mitteln. Und doch
versprüht sie ihren Charme und erfüllt ihren Zweck voll. Es
sind die Lieder und ihre Aussagen, die wichtig sind und letztlich bleiben
- das drumherum vergeht! Dominiert werden die Arrangements von Benjamins
Gitarre und den Keyboards (bzw. Programmings) von Claus-Martin Held. Sehr
gut passen die drei weiblichen Backgroundvocals zu dieser Art von Musik,
die man bei einigen Songs hört. Bisweilen wird es auch etwas experimentell,
wenn etwa bei "durch Täler und Höhn" am Ende eine
Snare-Drum-Passage erklingt (feat. Martin Denzin!). Benjamins angenehme
weiche - dennoch leicht rauhe, folkige - Stimme erinnert manchmal etwas
an Clemens Bittlinger ("wir dürfen kommen", # 10), harmoniert
aber immer hervorragend mit der Musik.

Alles in allem ist Benjamin Scheidhauer eine wertvolle geistliche Musikproduktion
gelungen, die uns deutlich zeigt, daß es mehr begabte Nachwuchsmusiker
und Komponisten gibt, die zur Ehre Gottes musizieren, als vielleicht bekannt
ist. Wer deutliche deutschsprachige Texte und behutsamen Akustik-Pop mag,
sollte sich dieses Album vormerken!
|