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 Manfred
Siebald
"weltbewegende Winzigkeiten"

( 1999 Hänssler Music / Hänssler-Verlag
)
Was mich bei Manfred Siebald besonders begeistert, sind
seine Texte. Als ein Meister der Sprache bürgt er schon seit Jahren (bzw.
Jahrzehnten...) für Qualität. In einer Zeit verwaschener Lyrik auch im
christlichen Bereich, fallen solche positiven Beispiele immer mehr auf.

Aus diesem Grund kam ich nicht umhin mir - als (ansonsten) Rock- und Techno-Freak
- auch mal seine dezenten Liedermachersongs auf seinem letzten Album anzuhören.
Irgendwie war ich neugierig. Was kann man diesmal in den Texten so entdecken,
wie klingt die Musik, wenn die Scheibe in Amerika produziert wurde?
Im Ergebnis kann ich bei beiden Kriterien eine "volle Punktzahl" festhalten.
Liest man die Texte dieses guten Beobachters und wird man im Herzen angesprochen.
Öfters ein bejahendes Nicken - ja, so ist es im Leben, so habe ich es
auch erlebt (z.Bsp. "Warum geb ich schon auf?", # 9). Da und dort wird
einem bewußt, daß man was anpacken und verändern muß im Leben (z.Bsp.
"Es ist Krieg", # 4). Tiefgang ist vorhanden, und das tut gut, denn oft
findet man den heute nicht mehr in der christliche Musikbranche. Immer
wieder schafft es der Liedermacher völlig unverkrampft den Glauben an
Gott auf vielfältigste Weise mit einzuflechten. So kommt auch diese Botschaft
nicht zu kurz! Besonders gut gefällt mir sein Loblied an Gott, "alle Tage,
alle Nächte" (# 7). Das Lied an seine Frau zur Silberhochzeit ("Wird alles
gut?", # 3) dürfte sicher viele Paare ansprechen.

Und die Musik? Ja, auch die überzeugt durch und durch. Moderne Arrangements,
dezent poppig, aber immer als "Liedermacher"-Sound zu erkennen. Die Musiker
sind hauptsächlich US-amerikanische Studio-Profis, allesamt Freunde von
Manfred (er ist ja immerhin Dozent für Amerikanistik...). Wir er bei der
Danksagung schreibt, war es für sie komisch, diese ganzen "ausländischen"
Texte zu begleiten. Doch wie man hört, haben sie es trotzdem mit Freude
getan. Alles ist perfekt eingespielt und eingesungen, aber keineswegs
überproduziert. An den Reglern standen übrigens Manfred Staiger, der Amerikaner
Joe Bellamy, sowie Manfred Siebald mit seiner Frau Christine.

Fazit: Diese Platte ist eine Welt und sie ist bewegend. Manfreds Wunsch,
sich einmal mehr mit den weniger beachteten Sachen zu beschäftigen, ist
in unser streßigen Zeit auf jeden Fall angebrachter denn je.
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