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Michael W. Smith - ''it's a wonderful christmas''Michael W. Smith
"it's a wonderful christmas"

   ( 2007 Reunion Records / Gerth Medien )

Festliches Weihnachtskonzert

Überwältigend, was einem da aus Michael W. Smiths neustem, seinem dritten Weihnachtsalbum entgegenklingt, das er zusammen mit einem 67-köpfigen Sinfonieorchester und vier Chören im Londoner Abbey Road Studio eingespielt und mit David Hamilton co-produziert hat! Wirbelnd-tänzerische Orchester-Passagen, Pauken und Trompeten, Hörner und Posaunen, Quer- und Piccoloflöten, Schellen und Glocken, leichtfüssige Klavier- und innige Geigensoli, vielstimmige Chorpartien und manches mehr. Bald schwellen die Klänge theatralisch an, bald suchen sie Entspannung im Decrescendo. Während (kurzen) 40 Minuten breitet "It's a Wonderful Christmas" eine epische, zur Hälfte rein instrumentale Weihnachtsmusik aus, die vor allem eines will: eine festliche, freudvolle Stimmung in die Welt tragen.

Schon vor 18 Jahren hatte Michael W. Smith mit "Christmas" (1989) ein feierliches, an klassischer Kirchenmusik orientiertes Weihnachtsalbum mit Chor und Orchester vorgelegt. Und auch in "Christmastime" (1998) und "Freedom" (2000) kombinierte er Piano-Pop und Sinfonieorchester. Manches aus diesen älteren Werken – man höre sich nur etwa "No Eye Has Seen" von 1989 und den Anfang von "Son of God" (# 9) an – fliesst in den jüngsten Wurf ein, doch legt Tausendsassa Smitty noch einen Zacken Gestaltungskraft und Theatralik zu. Sein aufwändiges Weihnachtskonzert, für das er bis auf eins alle Stücke selbst komponierte, orientiert sich an Oratorium, Festspiel- und Ballettmusik, lässt sich aber auch stark von Musical und Film inspirieren (ich muss v. a. an John Williams und ältere Walt-Disney-Movies denken).

Man glaubt einen Moment lang, man sei in Tschaikowskys Ballett "Nussknacker" mit seinem Tanz der Zuckerfee gelandet, wenn "Christmas Angels" (# 1) mit zarten Celesta-Klängen anhebt, bevor das Riesenorchester loswirbelt und rauscht. In der Art einer Glockenmelodie verkündet Michael W. Smith den Friedensgruss der Engel und lädt dazu ein, die Geburt des Heilands zu feiern. Ein Kinderchor wirft Händels "Joy To The World" dazu ein. Sehr stimmungsvoll ist "The Promise" (# 3) ausgefallen, das die ersehnte Ankunft von Emmanuel, was "Gott mit uns" bedeutet, verheisst. Der Sänger gestaltet seinen Einsatz nach dem ätherischen Chor-Intro wie ein Rezitativ (Sprechgesang). Dann übernimmt der Chor das Alleluia.

Ein vielstimmiges Alleluia und Gloria auf Jesu Geburt

Der radiogeeignetste Track auf dem Album ist die Schnulze "Christmas Day" (# 5), ein Duett mit American Idol Mandisa, das an Whitney Houston und Walt-Disney-Melodien erinnert. Die Lyrics von Wes King und Cindy Morgan erzählen von Schnee, Weihnachtstraditionen und Kerzenschein und wünschen Frieden auf dieser Welt herbei. Dudelsäcke sorgen im "Highland Carol" (# 6) für schottische Stimmung, bevor die Chöre ein überwältigendes "Sing Noel, Sing Hallelujah" (# 7) anstimmen. Eindrücklich klingt auch "Son of God" (# 9), das darüber staunt, wie der Sohn Gottes Mensch wurde. Es beginnt mit schicksalshaften, tiefen Streicherklängen und bereitet eine erwartungsvolle Stimmung vor, bevor Michael W. Smith, vom Flügel aus, sanft zu singen beginnt. Die Chorknaben wiederholen einen einfachen Gloria-Ruf, in den bald die übrigen Chöre und der Sänger mit einfallen. Kurze Zeit sind drei verschiedene Melodien übereinandergelegt, dann schliessen das Blech und die Streicher mit einem riesigen Schweller ab.

Das London Session Orchestra, das schon bei "Christmastime" mitwirkte, geniesst es hörbar, mit rauschendem Spiel zu prunken, das einfach nur schön sein will. Und obwohl er keine klassisch geschulte Stimme wie Daniel Kirkley hat, passt Smittys unverwechselbarer Gesang gut in diese Arrangements und wird an keiner Stelle von den Orchesterwogen ertränkt. Die vielen instrumentalen Stücke verstehen es, winterliche Bilder, ja Gefühle herbeizuzaubern. Ganz besonders "It's a Wonderful Christmas" (# 2), das in verschiedene Abschnitte gegliedert und überraschungsreich orchestriert ist. Mit seinem trippeltrappelnden Fagottmarsch und den tänzerischen Passagen erinnert es wiederum stark an Tschaikowsky. "What Child is This" (# 8) wird von einer federleichten Klavier-Einleitung, irischen Whistles und Streichern überaus friedvoll gestaltet. Und wenn Smittys Hände in "Audrey's Gift" (# 10) über die Tasten gleiten, sieht man förmlich Schneeflocken tanzen. Danach führt er sein Weihnachtskonzert im gefühlvollen (bis kitschigen) "All Year Long" (# 11) mit dem Wunsch nach Frieden auch über die Weihnachtstage hinaus zu einem friedlichen Abschluss.

Fazit: ein weihnächtlicher Klangrausch! Michael W. Smith feiert Jesu Geburt mit vielstimmigem Lobgesang und schwelgerischen Orchesterklängen, welche die Feierlichkeit klassischer Oratorien mit der Lebhaftigkeit von Ballett- und Filmmusik verschmelzen. Auch wer sonst kein Smitty-Fan ist, dürfte von der Stimmung und der hervorragenden Machart dieser Weihnachts-CD angesprochen werden.


—Monica Seidler für CCM-Rezis, Dezember 2007

Daten:
11 Titel / 40 Min.
Musikstil: Christmas, Sinfonieorchester, Pop
Label(s): 2007 Reunion Records, USA / Provident Label Group/BMG, USA /
               Gerth Medien, Asslar; online
Website: http://www.michaelwsmith.com
               amerikanische Fan-Site  /  deutsche Fan-Site

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weitere CDs – siehe Michael W. Smith-Künstlerseite >>
 


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