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 Shelomith
"new perspective"

( 2000 Shelomith, Media Music
/ Gerth Medien )
Neben Gospelnews bzw. New Challenge und One Accord hat
sich auch der Chor von Shelomith dem modernen Liedgut verschrieben. Die
Sänger - um die 30 an der Zahl - kommen aus der Schweiz, die Musiker setzen
sich dann aus Schweizern und auch Deutschen zusammen. Mittlerweile liegt
bereits die dritte Produktion des rührigen Musikprojektes vor.

Eingeläutet wird "new perspective" mit dem äußerst eingängigen Dance-Kracher
"revive us", im Original von Anointed. Die Beats kommen noch etwas schneller
und fetziger als bei den Amis, allerdings kommt der Gesang nicht ganz
an die Qualitäten der schwarzen Geschwister heran. Nummer zwei ist ebenfalls
ein Anointed-Cover, nämlich der Titelsong vom dritten Album, "the call".
Dieser wird praktisch ebenbürtig interpretiert. Mich als Anointed-Fan
verwundert aber dann schon ein bißchen, warum gleich zwei Titel desselben
Interpreten hintereinander erklingen müssen? Etwas mehr Abwechslung hätte
keineswegs geschadet!
Ok, Schwamm drüber, das Album hat noch weit mehr zu bieten. So gibt es
eigentlich nur Neuinterpretationen schon bekannter, moderner christlicher
Songs von Amerika oder Europa. Der Unterschied liegt im Sound, denn hier
gibt es Dance-Beats, Soul, und modernen Pop zu hören - alles mit guten
Solisten und einem stimmgewaltigen Chor. Anja Lehmann sorgt bei vier Titeln
für perfekte Solo-Vocals und hebt deutlich mit die Qualität der Scheibe.
Bei den Background-Vocals sind einige Leute vom Janz Team dabei und bei
den Musikern unter anderem Lothar Kosse und Bernd-Martin Müller (Layna).
Produziert hat das ganze der 'eidgenössische Vollprofi' Matthias Heimlicher.
Herausgekommen sind dabei beispielsweise ein sehr gelungenes Cover von
"anytime you need a friend", im Original von Mariah Carey. Sicher mag
man sich streiten können, warum gerade einen säkularen Song, aber die
Aussage des Liedes betrifft auch "Fromme": man brauch echte Freunde im
Leben - am besten jederzeit!
Weiterhin sehr gut gefallen mir die neue Version von "I am who I am" (von
Lothar Kosse, bekanntgeworden durch Gospelnews) und das von Anja Lehmann
geschriebene (!) "Halleluja", nach einer traditionellen Melodie.

Warum allerdings zum X-ten Male eine Version von "amazing grace" aufgenommen
werden "mußte", kann ich nicht nachvollziehen. Noch dazu, wo es nicht
der Reißer auf dieser Platte ist. Es hätte hier ein Song aus der jungen
Generation wesentlich besser reingepaßt. Weiterhin zu kritisieren ist,
daß keine Liedtexte abgedruckt sind, was besonders bei so einem Jugend(missionarischen)-Projekt
ein großer Nachteil ist. Wie sollen dann die Inhalte vertieft werden können?
Dafür ist wenigstens das Layout was für's Auge. Das können die Schweizer
ohne Frage bestens :-)

Fazit: Eine fröhliches Album für Freunde jung gebliebener Popmusik mit
ihren vielen stilistischen Facetten. Insgesamt super produziert, sind
aber wohl "revive us" und "anytime you need a friend" die beiden herausragenden
Hits.
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