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 Spiritual
Pieces
"wake up"

( 1999 Tommy Boy Music / Asaph
Musik )
Spiritual Pieces. Seit langer Zeit wieder mal eine Black-Music-Gruppe,
die mich stark begeistert bzw. erstmal überrascht hat. Vom Grundkonzept
her werden Erinnerungen an die Fugees wach, wenn die "Geistlichen Stücke"
musikalisch und textlich auch viel mehr in den Gospel hineinragen.
Endlich mal HipHop-Beats und Rap-Passagen, die man sich auch länger anhören
kann, ohne einen Nervenzusammenbruch zu bekommen oder sich zu langweilen.
Die unwiderstehlich-souligen Refrains kommen jeweils zeitig genug, damit
es noch "Pop" bleibt und nicht gleich in den HipHop-Untergrund abrutscht.
Wie gesagt, die Lässigkeit, Coolness und Cleverness beim Rappen und Singen
der zwei Damen und zwei Herren erinnert in positiver Weise an Lauryn Hill
und Wycleff Jean. Die siebzehn Lieder und Interludes (d.h. Statements
bzw. Zwischenstücke) sind allesamt kleine Kunstwerke. Besonders fetzig
ist der Wechselgesang zwischen männlich und weiblich sowie die zarten
Background-Gesänge. Meine Anspieltips sind "show of hands" (# 3), "He's
in you" (# 12), "holy (God is)" (# 14).
Das äußerst Interessante an dieser CD sind die Liedtexte, die klar und
offen von Jesus und Seinem Evangelium sprechen. Toll, daß alle abgedruckt
sind und vielfach sogar weiterführende Bibelstellen angegeben sind. Wo
bekommt man heute noch so viel Tiefgang geboten in diesem Genre? Wenn
man auch nur ein bißchen weiß, was so im HipHop und Soul-Bereich an sexuellen
Revolutionen so abgeht, wird einem klar, welch krassen Gegensatz Spiritual
Pieces da anbieten. Hier geht es ja gerade auch um Werte und Maßstäbe
in diesem Gebiet. Schon allein die "traditionell" gekleideten Bandmitglieder
sprechen eine so andere Sprache. - Die "geilen Schnecken" sucht man nämlich
vergeblich... - In den Stücken 7 bis 9 (also Interlude + Intro + Song)
wird das Thema Nummer Eins aus biblischer Sicht angepackt. Es wird nicht
mit dem erhobenen Zeigefinger argumentiert, sondern behutsam in der Sprache
Jugendlicher. Und auch noch so, daß Mut gemacht und eine himmlische Hoffnung
vermittelt wird.
Fazit: Genau solche Alternativen müssen den Teenies heute geboten werden,
damit sie in ihrer HipHop-Welt wertemäßig überleben können. Diese Platte
bekommt meine ganz persönliche Kaufempfehlung für den Black-Music-Bereich
(ja, holt sie euch!). Habe ich schon eine bessere gehört, bisher?
Ich glaube nicht!
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