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 Starflyer
59
"old"

( 2003 Tooth & Nail Records
/ Gerth Medien )
"Leave here a stranger"
war das letzte volle Studioalbum der Formation und erschien bereits 2001.
Da warteten die vielen treuen Fans der Kultband sehnsuchtsvoll auf Nachschub.
Zehn neue Songs liefern sf59 nun nach. War
das Vorgängerwerk rein optisch träumerisch-optimistisch gehalten,
wird nun wieder voll eine melancholische Phase eingeläutet - mit
Anklängen an den Anfang der Bandkarriere.

Nachdem die letzten Alben in oft wechselnder Besetzung entstanden, scheint
sich wohl jetzt eine "richtige" Band gefunden zu haben: Frank
Lenz am Schlagzeug, Jeff Cloud (ex-Joy
Electric) an der Baßgitarre, Richard Swift am Keyboard sowie
als weiteren Gastmusiker Dicky Ochoa.
Produziert hat "die fromme Alternative-Legende" Aaron Sprinkle.
Die Arrangements sind überhaupt nicht einspurig, sondern raffiniert
und mit vielen Einflüssen gespickt: Alle Arten von Gitarren wurden
darin verbraten, Hammond-Orgeln reingepackt, viel Percussion mit eingebaut,
üppiger Backgroundgesang integriert und außerdem tauchen die
für die Band obligatorischen Synthie-Einlagen (bzw. -Drums) auf.

Leider sind die Liedtexte
wieder mal (wie schon bei der 1999er Platte...) nicht im Booklet vorhanden
- dafür gibt es sie exklusiv bei uns hier zum Herunterladen! Christlichen
Gehalt konnte ich in den Versen nicht ausmachen. Neben manchen praktisch
sinnentleerten Lyrics finden sich auch sehr melancholische Stücke,
wie etwa der Titelsong "old" (# 6) und das Abschließende
"first heart attack" (# 10), wo es wohl um Selbstmordgedanken
geht. Trotz der Kritik an den Inhalten (nur Geschichten mit Mädels)
hat Songschreiber Jason Martin seinen Sprach- und Dichtstil weiter ausgefeilt
und erreicht trotz des Alternative-Genres einige Male etwas mehr Tiefgang.
- Interessant ist, daß zwar keine Texte in der Hülle abgedruckt
worden, aber die Dankesworte "alles Lob und aller Ruhm an unseren
Herrn und Retter Jesus Christus". So kann keiner direkt die Texte
"nachprüfen", aber das (lobenswerte!) Credo in den "Thank
You's" sichert wohl auch weiterhin den Verkauf der Platten im christlichen
Handel...

Fazit: Wahrlich kein 'alter Hut', aber eine Platte mit alten Bandtugenden
(sprich: musikalischen Innovationen!) stellt sich hier vor. Sieht man
mal von den meisten der Liedtexte ab, erklingt hochwertiger Gitarrenpop,
der nach meinem Eindruck in der christlichen und säkularen Szene
bisher unerreicht bleibt!
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