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Superchic[k] - ''karaoke superstars''Superchic[k]
"karaoke superstars"


   ( 2001 inpop Records / Gerth Medien )

Superchic[k] ist eine Garagenband, die sozusagen Kult ist, besonders für Teenager Musik macht und kurzerhand vom Label inpop Records aufgenommen wurde. Den Jungs und Mädels sieht man an, aus welcher Zeitepoche sie kommen - in Trainigsjacke, Schlabberhose und Turnschuhen machen sie Musik für die MTVIVA-Generation und wollen sie letztendlich mit dem Evangelium erreichen.
Der Bandname ist ein Kapitel für sich: Das eckig eingeklammerte "k" hat seine Bedeutung. Läßt man es weg, heißt die Band 'Superchic', was soviel wie "absolut schick, trendy, modisch" bedeutet. Hängt man das "k" wieder ran, hat man bekanntlich 'Superchick', also so was wie ein "Superweib"... ["chick" heißt eigentlich Kücken, ist aber eine Slang-Umschreibung für Mädchen, bzw. Weiber...] Ja, und zusammengenommen ist das nicht nur ein nettes Wortspielchen, sondern auch die Summe von Musik und Inhalt dieser Band.

Das vorliegende Album erschien mit gleichem Titel aber anderem Cover bereits 2000, independent verlegt. Es wurde komplett von der Band selbst geschrieben und produziert. Lediglich bei einigen Stücken leistete Ko-Produzent Bill Deaton (der seinerzeit das selbstbetitelte Rebecca-St-James-Album produzierte) Schützenhilfe.
Superchic[k]'s Sound ist poppig-punkiger Modern-Rock und dann auch noch mit Frauenstimme! Das Gehirn hinter dem Projekt ist kein geringerer als Max Hsu, seinerzeit der Dance-Bastler bei Zero, Remixer mit Scott Blackwell und Mastermind bei der Vorgängerband Church Of Rhythm. Jetzt wird so einiges klar. Auch die Musik bei Superchic[k] ist immer groovig, oft tanzbar, hin und wieder elektronisch verfeinert, aber dieses Mal in erster Linie richtig gitarrisch-rockig ;-)

Wow, wo hat man solche Groove-Hits wie "Barlow girls" oder "one girl revolution" (stellvertretend für die anderen Titel!) zuletzt auf einer frommen Platte gehört? Vielleicht bei den Newsboys, bei Church Of Rhythm selber - ich weiß es nicht. Was ich aber weiß, ist, daß diese Melodien sofort reingehen und der Rhythmus ins Blut. Man muß zwangsläufig mitsingen, und das nicht nur weil, die Frontfrau eine so einladende Stimme hat. Der Rocksound, der das ganze zusammenhält, ist nach vorne treibend, gitarrenlastig und sicher auch ein bißchen Pop-Core-mäßig.
Die drei Remixe am Ende des Silberlings sind keine Techno-Hymnen geworden, sondern "nur" leicht veränderte Rock´n´Roll-Versionen! Lediglich Nummer 12 hat einen leichten synthetischen Beat. Das finde ich zwar wieder etwas schade, als Elektro-Freak, aber so hat das Werk wenigstens von Anfang bis Ende einen "roten Faden".

Als inhaltliches Grundthema der Scheibe würde ich die moderne Gesellschaft festlegen, sowie Beziehung (christliche) Jugend vs. Medien. Zwischen den Zeilen nachgeschaut, kommt noch das Thema "Girl-Revolution" bzw. weibliche Emanzipation hinzu...
Die Texte haben wirklich einen klasse Humor, so was traute man den Amis fast gar nicht zu. Solche Qualitäten finden sich eigentlich nur noch bei den Newsboys, Hokus Pick oder Steve Taylor. Superchic[k] nimmt so einiges auf die Schippe: das Star-Gehabe in der Gesellschaft, die Dominanz und Blödheit des Fernsehens, diese billigen Fernsehserien (z.B. 90210...) usw.
Irgendwie schaffen sie es aber auch, den christlichen Bezug immer wieder herzustellen. Das dies bei allem Spaß immer noch glaubwürdig rüberkommt, ist manchmal gar nicht so einfach. Gut, ich hätte mir an einigen Stellen deshalb auch mehr Deutlichkeit gewünscht, denn die Kids könnten das durchaus als auch Einladung zu einem (zu) "leichten Christenleben" mißverstehen.

Als kleines Song-Beispiel zum Nachdenken, sei der Titel "Barlow girls" (# 1) angeführt, wo es um äußere Schönheit und die Beziehung Jungs - Mädchen geht. "Barlow girls", das sind die gewöhnlichen, nicht superhübschen weiblichen Wesen, die nicht sofort Jungs im Schlepptau haben. Aber trotzdem pfeifen einige Jungs hinterher, denn die 'Barlow girls' erinnern sie an ihre Mutter...
Das Lied klagt an, daß Frauen oft nur als Sexobjekte und wie öffentliches Eigentum betrachtet werden. Dabei sehnt sich doch jeder Mensch nach echter Liebe, auch die, die nicht dem Schönheitsideal entsprechen! - Diese Botschaft mußte auch mal in der christlichen Musikszene raus, denn auch hier geht es ja nur nach diesen äußeren Kriterien, zumindest scheint es oft so. Also danke für das Lied, Superchic[k]!

Fazit: Eine genial-coole Platte für alle frommen Superweiber, netten Jungs von nebenan und Liebhaber von groovy Rock-Mucke. Vergeßt nicht, die Texte genau zu studieren sowie das Mikro an die Stereo-Anlage anzuschließen. Vielleicht klappt's ja mit dem "Karaoke-Superstar"?!? ;-)))

P.S. Garagenbands haben das Sagen. Starte Deine eigene.


—David Decker für CCM-Rezis, September 2001

Daten:
14 Titel / 48 Min.
Musikstil: Dance-Rock; Remixe
Label(s): 2001 inpop Records, USA / Gerth Medien, Asslar; online
Website: http://www.superchick.net

Wo kaufen?:
bestellen im Gerth-Shop...

weitere CDs - siehe Superchic[k]-Künstlerseite >>
 


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