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 Kathy
Troccoli
"draw me close – songs of worship"

( 2005 Reunion Records / Gerth Medien )
Alte Hymnen und moderne Klassiker

Aus der Fülle der Worship-Alben hier eines, das durch seine Schlichtheit
und Besinnlichkeit auffällt: Kathy Troccoli
versammelt auf "Draw Me Close – Songs of Worship", das zuerst
den Titel "K.T. Worship – Forever In Love With Jesus" trug,
16 bekannte Anbetungslieder und Inspirationals aus unterschiedlichen Zeiten
und Federn: Neben zeitgenössischen, zwischen 1963 und 1995 entstandenen
Hymnen wie "There Is A Redeemer", "Knowing You (All I Once
Held Dear)" oder "How Deep The Father's Love For Us" und
modernen Klassikern wie "There’s Something About That Name",
"His Strength Is Perfect" oder "Come Just As You Are"
erklingen auch die traditionellen Gemeindelieder "O Sacred Head Now
Wounded" (dt. "O Haupt voll Blut und Wunden"), "Holy,
Holy, Holy" und "Great Is Thy Faithfulness" (dt. "Bleibend
ist Deine Treu"). Aus allerjüngster Zeit stammen "How Great
You Are" und "You Are Holy".

"Draw Me Close" lädt dazu ein, den Alltag abzuschütteln,
das Herumhetzen, Sörgeln und Um-uns-selbst-Kreisen abzubrechen und
stattdessen vor Gott hinzuknien, ihn zu loben und alles in seine Hände
zu legen. Jeder der 16 Songs erinnert an Gottes Liebe zu uns Menschen,
die er in seinem Sohn Jesus offenbart hat. Manche der ausgewählten
Lieder begleiten den einen oder die andere vielleicht schon seit Jahren
und sind mit einem ganz bestimmten persönlichen Erlebnis in Gottes
Gegenwart verbunden. Einige entstanden auch gar nicht für die Masse.
Etwa der sehr bekannte Titelsong "Draw Me Close", den Kelly
Carpenter 1994 als persönliches Gebet schrieb, als er eines Tages
erkannte, wie er inmitten seines übereifrigen Dienens in der Gemeinde
seine Beziehung zu Gott vernachlässigt hatte.
Persönliche Andacht statt Radio-Jingles

Und so holt Kathy Troccoli diese Lieder von der Bühne herunter in
die private Andacht. Es geht nicht um religiöses Entertainment und
nicht um ihre durchaus zu Gewaltigem fähige Altstimme, sondern um
eine Haltung der Anbetung, die dem Gesungenen entspricht und die sich
von dem unterscheidet, was uns gemeinhin als absolute extreme Worship
und ultimatives Lobpreiserlebnis an Praise-Jingles entgegendröhnt.
Zurückhaltend kraftvoller, nachdenklicher Gesang und eine besinnliche
Stimmung prägen das ganze Album bis zum Schlusslied, dem selbst geschriebenen
"My Life Is In Your Hands", das in den Neunzigern mit Synthiklängen
und pompösem Refrain eindrücklich, aber auch sehr zeitverhaftet
daherkam. Die neue Version mit Klavier- und Gitarrenbegleitung ist getragen
ruhig, meditativ, unangestrengt. Zeitlos. Klassisch.

Klavier (Carl Herrgesell), Cello (Paul Nelson) und Akustikgitarre (David
Cleveland) – auf Schlagzeug wird verzichtet – begleiten in abwechslungsreicher
Kombination dezent, doch mit vielen Farbtupfern. Besonders Carl Herrgesell
gibt dem Album mit seinem eleganten und perlend-warmen Klavierspiel die
besondere Note. In instrumentalen Übergängen werden die Strophen
und auch die Lieder untereinander verbunden, so dass sich die ganze CD
in einem Guss abspielen lässt. Und obwohl mindestens 400 Jahre zwischen
dem jüngsten und dem ältesten Song liegen, verschmelzen Kirchenlied,
Southern Gospel und Pop zu einem einheitlichen Klang und rücken Paul
Gerhardt, Melody Green, Steven Curtis Chapman,
Stuart Townend & Co. ganz nahe zusammen in einer einzigen Andachtsstunde.

Fazit: Kathy Troccoli und ihren drei Mitmusikern gelingt es, sich selbst
zurückzunehmen und in einer ehrfürchtigen, friedvollen Atmosphäre
die Worte der ausgesuchten Anbetungs- und Glaubenslieder und all das,
was sie uns bedeuten dürfen, in den Mittelpunkt zu stellen.
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