CCM-Rezis  >  CDs  >  Shania Twain


Shania Twain - ''up! [red version]''Shania Twain
"up!" [red version]


   ( 2002 Mercury Records / Universal Music /
           'Plattenläden'; online )

Das vorliegende Album "up!" ist bereits ein absoluter Klassiker weltweit. Zwar ist es schon zwei Jahre alt, aber das wäre kein Grund, es nicht hier vorzustellen. Shania Twain hat vier Jahre gewartet ehe sie nach "come on over" einen weiteren Geniestreich vorlegte. Produziert von ihrem Ehemann Robert John "Mutt" Lange gibt es von "up!" obendrauf auch gleich noch drei verschiedene Abmischungen: eine normale Popversion (die rote, hier rezensierte), eine grüne Countryversion sowie eine Weltmusikversion. Mitunter gibt es auch verschiedene Abpackungen mit Pop-/ Weltversion. Hier muß der geneigte Hörer selbst entscheiden, was ihm am besten liegt. Meine Empfehlungen sind die Pop- und Countryteile... ;-)

Warum stellen wir Shania Twain überhaupt bei CCM-Rezis vor? Weil sie familientaugliche, niveauvolle Popmusik macht! Zwar spielt sie durchaus hin und wieder lasziv mit ihrem - nicht zu verachtenden (die Männerwelt wird mir recht geben...) - Äußeren, reizt es aber nie zu einem "Sexismus" aus. Ihre ganze Power legt sie zusammen mit ihrem Mann, der mit ihr die Lieder schreibt, in ihre Musik. Sie kann abrocken, gefühlvolle Balladen säuseln und hat textlich auch was zu sagen. Das eben kommt an. Ganz nebenbei wurden aus "up!" auch schon sechs (!) Radio- bzw. Maxi-Singles ausgekoppelt. Und alle sind sie stilistisch unterschiedlich gelagert: Sei es beatreicher Rock-Dance-Pop, amerikanischer Countryrock, Mainstream-Pop oder eine Weltmusikballade. Raffiniert wurde alles für die weltweiten Popmusikmärkte aufbereitet und die Rechnung ging voll auf. Meine Anspieltips sind eine ganze Menge - bei 19 Titeln aber sicher irgendwie gerechtfertigt :-) - also, los geht's: Der Titelsong (# 1), das Knallige "I'm gonna getcha good!" (# 2), der klasse Rocker "nah!" (# 8), die (wohl) autobiographische Ballade "I ain't goin' down" (# 16), der Funrocksong "what a way to wanna be" (# 15) und mein absoluter Liebling, "in my car (I'll be the driver)" (# 18)!

Es lohnt sich auf alle Fälle auch mal ins Booklet mit den Liedtexten reinzuschauen, denn die sind für poppige Unterhaltungsmusik erstaunlich gehaltvoll. Shania drückt sich als selbstbewußte Powerfrau aus - jedoch nicht als überzogene "Emanze". So nimmt sie erst typische Männergewohnheiten auf die Schippe, aber zum Beispiel beim Autofahren ist sie dann "Steuerfrau"... Sie beschreibt die fraulichen Probleme mit dem ersten Kind im Alter von 15 Jahren und einem Vater, der da herzlos bleibt - trotz aller moralischen Verfehlungen. Sei schreibt weiter über die ungesunde Regentschaft des Geldes in unserer Gesellschaft und das man als Familienmutter nicht jeden Modetrend mitmachen oder gar 'perfekt' sein muß. Hinzu kommen Lieder, die das Leben feiern und einfach eine unbeschwerte Fröhlichkeit ausdrücken, wie etwa das Titellied. Natürlich fehlen auch die klassischen Lovesongs nicht, wo es um's Verliebtsein, Eifersucht und Beziehungsprobleme geht. Alles in allem viele sympathische Ansichten, vieles zum Nachdenken - auch wenn man als Christ nicht wirklich jeder Aussage zustimmen kann, das dürfte auch klar sein.

Fazit: Fans von Sara Evans, Faith Hill, Roxette oder auch Amy Grant werden bei dieser "klassischen" Autofahrermusik voll auf ihre Kosten kommen. Zeitlos, echt und einfach gut - beide Daumen "up"!!!


—David Decker für CCM-Rezis, März 2004


in "amm (aktiv Musikmagazin)" August 2002:

»Shania Twain: Die Metamorphose

Aufreizende Videos, flotter Poprock und über 14 Millionen verkaufter CDs ihres dritten Albums 'Come On Over' machten Shania Twain zum Superstar der späten 90er. Doch nach fünfjähriger Plattenpause ist die adrette Kanadierin kaum wiederzuerkennen. Die Geburt ihres Sohnes Eja und der Umzug ins schweizerische Vevey machten die ehrgeizige Powerfrau zur relaxten Hobby-Musikerin. "Ich denke schon lange nicht mehr in den üblichen Karriere-Bahnen", sagt sie. "Eben, dass ich dies oder das erreichen, so und so viele Einheiten umsetzen und unbedingt an die Spitze der Charts kommen muss. Das habe ich alles erlebt – und auch den Druck gespürt, es ständig zu wiederholen. Das brauche ich nicht. Schließlich bin ich in erster Linie Hausfrau und Mutter." Aber was für eine: Eine adrette Lady in Cowboystiefeln und Blue Jeans, mit pechschwarzen, langen Haaren und hippiehaftem Indianer-Schmuck, die a) mit eingängigem Pop-Rock bekannt wurde, b) lange für ihren Erfolg kämpfen musste und c) von Kritikern regelmäßig Saures bekam.

Eben, weil sie ursprünglich Country spielte, sich von Ehemann und Produzent Mutt Lange (Bryan Adams, Def Leppard) einen globalen Chartssound schneidern ließ und sich immer weiter von ihren Wurzeln entfernte. "Lass es mich so sagen: Ich liebe Country, aber ich weiß, dass meine Fans in erster Linie auf die poppige Shania stehen", so die 37-Jährige. "Sie wollen Lieder wie 'Man! I Feel Like A Woman!' oder 'That Don't Impress Me Much', zu denen sie tanzen können – und die gebe ich ihnen." So auch auf ihrem neuen Album 'Up', das sich einmal mehr als Lehrstunde in Sachen anspruchsvoller Mainstream-Kost erweist: Eingängig, charmant und unwiderstehlich. Danke, Shania.«

—amm (aktiv Musikmagazin), 8/2002
Hinweis: Hier dargelegte Meinungen von Gastautoren müssen nicht die Meinung der CCM-Rezis-Redaktion wiedergeben.


Daten:
19 Titel / 73 Min.
Musikstil: Pop, Rock, New Country
Label(s): 2002 Mercury Records, USA / Universal Music, Berlin /
               'Plattenläden'; online (red Version) / weitere Versionen:
               Doppel-CD "weiße Version" -- Doppel-CD mit Country-Version
Website: http://www.shaniatwain.com  /  deutscher Fan-Club


weitere CDs - siehe Shania Twain-Künstlerseite >>
 


neu hier  |  alle CDs  |  Hinweise  |  Autoren  |  Rubriken  |  Deine Rezi  |  Netzwerk  |

© 2004 by shineMedia    Kontakt    komm!    dennoch    Startseite