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Third Day - ''wire''Third Day
"wire"


   ( 2004 Essential Records / Gerth Medien )

Auf dieses neue Studioalbum der "Dritte-Tags-Band" mußten ihre Fans circa drei Jahre warten. Dazwischen gab es bekanntlich das zweite Anbetungs-orientierte Album "offerings II: a worship album - all I have to give" (2003). Zwischenzeitlich wurde die Band aus dem US-Bundesstaat Atlanta schon auf diese Art Worship-Rock festgenagelt - nicht nur von den Medien. Aus dieser Melange wollten sie sich nun erst mal wieder freischwimmen und haben wieder ein "Rockstar"-Werk vorgelegt:

Das nun ist eine perfekte Kombination aus den beiden Studiovorgängern "time" (1999) und "come together" (2001) geworden. Der Produzentenwechsel hin zu Paul Ebersold hat der Band einerseits gut getan, andererseits klingt aber alles recht kontrolliert, eingefangen, gequält ("wire", # 3): sie lassen es einfach nicht mehr so richtig drauflos laufen. Trotzdem gibt es natürlich noch die bandtypische Rauheit und Rockigkeit zu hören und die Gitarren brettern meist ganz ordentlich. Die Stimmung dieser CD ist weitaus fröhlicher als zu Beginn ihrer Karriere, wo es oft schwermütiger zuging. Zu einst gewohnter Originalität findet die Formation erst am Ende der CD zurück: "Billy Brown" (# 11) hat zwar einen sinnlosen Rockstar-Text, überzeugt dafür musikalisch auf der ganzen Linie. Gleiches gilt für die abschließenden Balladen "San Angelo" (# 12) und "I will hold my head high" (# 13). Da gibt es wieder was von dieser Sperrigkeit, von diesem Roots-Feeling... Anspieltip sind für mich desweiteren das gelungene "come on back to me" (# 2), das ähnlich gelagerte "I got a feeling" (# 8) sowie die eigenwillige Rockhymne "innocent" (# 10).

Die Texte sind meiner Meinung nach ein Schritt zurück: Es wird um den heißen Brei herumgeredet, aber man kommt nicht mehr zur Sache. Diese Lieder kann man im Radio spielen, in christlichen Gemeinden usw., immer bleiben sie schön unauffällig. Was ich vermisse, ist ein klares, wörtliches, Bekenntnis zu Jesus. Schade Third Day, eine vertane Chance. Diese ganzen "Du's" will man von einer Schlagercombo hören, aber nicht von einer christlichen Rockband. Interessant wird es bei "I believe" (# 5): »Ich glaube an einen Glauben, der stark ist. / Ich glaube an eine Hoffnung, die durchträgt. / Ich glaube an diese Dinge und mehr - / am meisten von allen, / am meisten von allen, / glaube ich an die Liebe.« Fehlt da nicht das entscheidende Alleinstellungsmerkmal?

Fazit: "Wire" ist durchaus ein Drahtseilakt zwischen gutem Roots-Rock und seelenlosem Charts-Einerlei - ein sehr hörbarer aber. Der Band aus Atlanta ist ein solides Werk gelungen, welches sicher kommerziell großen Erfolg haben wird. Offenbar ging dieses Ziel jedoch zu Lasten der Textaussagen und der ursprünglichen musikalischen Echtheit/ Rauheit dieser Formation - genau mit dieser stehen sie schon lange nicht mehr alleine da...


—David Decker für CCM-Rezis, Juni & September 2004

Daten:
13 Titel / 52 Min.
Musikstil: Rock - Praise & Worship, Live
Label(s): 2003 Essential Records, USA / Gerth Medien, Asslar; online
Website: http://www.thirdday.com

Wo kaufen?:
bestellen im Gerth-Shop...

weitere CDs - siehe Third Day-Künstlerseite >>
 


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