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Jaci Velasquez - ''crystal clear''Jaci Velásquez
"crystal clear"


   ( 2000 Word Entertainment / bv-music )

Als Jaci 1996 mit ihrem christlichen Debütalbum in die fromme Musikgemeinschaft eintrat, konnte man irgendwie ahnen, daß da noch einiges bevorstehen würde. Etwas besonderes hatte diese Musik an sich - diese Überlegenheit beim Singen, diese Leidenschaft, diese Ehrlichkeit bei den Inhalten. Und das alles als Teenager, wohlgemerkt! Alle Leute mochten sie scheinbar vom ersten Augenblick bzw. Hören an: für die einen war sie die begnadete Sängerin, für die anderen Gegenstand der Träume ihrer schlaflosen Nächte... (auch nicht ganz unbegründet :-). Mit dem zweiten Album wurden alle diese "Vorurteile" nochmals vollauf bestätigt und Jaci hatte sich nun entgültig im "CCM-Nest" festgesetzt. Als dann noch als drittes Werk ein spanischsprachiges Disco-/Balladen-Album herauskam (auch im säkularen Markt!), war die Begeisterung auf Seiten alter und neuer Fans nicht mehr aufzuhalten. Jaci wird seitdem als einer der "christlichen Superstars" gehandelt (und vermarktet).

Mit feurigem Latino-Soul legt "Escuchame (listen to me)" (# 1) auf dieser CD hier los, was sofort Erinnerungen an das Latino-Vorgänger-Album "Llegar a ti" (1998, Sony Discos/Myrrh Records) wach werden läßt. Leider ist dies auch schon das einzige Lied der CD mit spanisch-sprachigen Elementen. - Dem Mädel steht ihre Muttersprache beim Gesang jedoch einfach besser, es steckt gleich viel mehr Emotion drin. Wobei die restlichen (englischen) Songs deshalb nicht schlechter sind, sie sind halt nach den "normalen" Pop-Maßstäben auch Spitze. Der Titelsong hat einen starken Refrain und eindeutig das Zeug zum Hit. "Every time I fall" (# 3) hat als einziges Stück eine Art Dance-Beat. Gemeinsam haben alle Songs eine Art beschwingte Leichtigkeit, die sich auch in vielen Mit-Summ-geeigneten "la-la-la..."-Passagen zeigt, die typisch für Jaci sind und bereits auf dem Debüt meine volle Zuneigung bekamen ;-) Was jedoch ganz klar fehlt, ist ein schneller Latino-Dancefloor-Stampfer (oder auch zwei - am besten noch mit Salsa-Feeling...) für die wieder aufkommende Disco-Kultur. Trotzdem repräsentiert das Album in herrlicher Weise die musikalische Bandbreite von Jaci - ihre drei Vorgängeralben haben hier praktisch alle ihren Platz drin gefunden. Produzent war wieder ein 'Experte der besonderen Art': Mark Heimerman. Er hat es drauf, den Sound punktgenau abzumischen!

Bei den Liedtexten sind auf alle Fälle "adore" (# 5) und "He's my savior" (# 6) herauszuheben, die die deutlichste Sprache sprechen. Ersteres ist ein Loblied für Jesus und macht uns klar, daß nur Ihm allein Verehrung gebührt. Das zweite Stück wurde von Chris Eaton und Paul Field (beide aus Großbritannien) geschrieben und ist eine Proklamation, daß Christus der Retter von Sünde ist. Lied Nr. 11, "just a prayer away", verbindet die Aussagen der ständigen Nähe Jesu und Seiner Erreichbarkeit durch das Gebet. Eine starke, abschließende Ballade. Die restlichen Lieder sind dann meist nur noch als Liebeslieder einzustufen, obwohl man sie durchaus auch als intime, "christliche" Gebete interpretieren kann. Hier hätten sicher mehr Akzente gesetzt werden können und müssen!

Schade finde ich, daß Jaci nur bei einem Lied selbst mitgeschrieben hat. Hier sollte sie sich in Zukunft noch stärker weiterentwickeln. Es kann ihr nur nützen! Exra anzurechnen ist die integrierte CD-ROM-Spur, die kurze Video-Statements zu jedem Titel bietet. Nicht sehr viel, aber überzeugend kreiert.
Und noch etwas soll gesagt werden: ich finde manche Vergleiche mit Jennifer Lopez und Co. völlig daneben, wie sie uns von einigen Leuten weisgemacht werden sollen. Jaci kann richtig singen, sie weiß, was sie in den Texten singt und steht dahinter. Außerdem betätigt sie sich nicht als Pornodarstellerin in ihren Videoclips, sondern sie kleidet und bewegt sich anständig. Stellt sich daher die Frage, was manche Werbefritzen den ganzen Tag für Musik hören bzw. 'sehen'?

Fazit: Zweimal richtig hingehört und schon weiß man: eines der besten Alben des Jahres 2000, eben generell ein Spitzen-Popalbum. Wer seinen Pop mit Substanz, geschmeidiger Frauenstimme, unwiderstehlichen Songs und einer erhabenen Portion Latino-Soul haben will, hat jetzt die kristallklare Empfehlung dafür bekommen!


—David Decker für CCM-Rezis, Februar 2001

Daten:
11 Titel / 43 Min.
Musikstil: Latino, Soul, Pop
Label(s): 2000 Word Entertainment, USA / bv-music, Haan
Website: http://www.jacivelasquez.com  |  Fan-Site

weitere CDs - siehe Jaci Velásquez-Künstlerseite >>
 


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