Projekt / Verschiedene - ''Anders Preisen - HipHop Hooray'' Projekt / Verschiedene
"Anders Preisen - HipHop Hooray" featuring Ijakka / Jakob Friedrichs / What's Up Project / diSein"


   ( 1999 Projektion J Music House, Gerth / Hänssler )

"Anders Preisen" ist eine neue P&W-Serie vom Lobpreis-Label Projektion J, mit der deutsche Musiker auf ihre eigene Art (und mit je drei Titeln) ihren Herrn loben wollen. Auf der ersten Disc dieser Reihe tun dies (zufälligerweise passend zum derzeitigen Boom) HipHop-Künstler - und zwar mehr oder weniger gekonnt...

Zuerst zu denen, die dies gekonnt erledigen:
Den Anfang macht Jakob "DJ Jay" Friedrichs mit seiner von Nimmzwei bekannten Rap-Weise. Unterstützt wird er dabei in den Refrain- und Zwischen-Gesängen von Anja Lehmann, die mit durchgehend starken, souligen Vocals zeigt, was sie auf dem Kasten hat. Produziert wurde der eingängige Keyboard-HipHop von "Lobpreis- Mann Nummer 1" Albert Frey. Im Text von "Power of love" gibt es die aus dem 1. Korinther-Brief bekannte Definition der Liebe, in "Ich sehn mich nach dir" (mit dem "Heart of worship"-Refrain) erzählt Jakob von seiner Sehnsucht nach Gott und in dem (neu aufgenommenen) NZ-Klassiker mit umstrittener Wortwahl ("will dich lieben, will dich schmecken...") "HipHop Hooray" versucht er, Jesus zu beschreiben.
Als Gerth Medien's einzige HipHopper dürfen Ijakka natürlich auch nicht fehlen. Mit wie üblich schöner von Stefan Weyel produzierter Musik und Arne Kopfermanns poetischer Text-Kunst rappen die beiden von Gottes Einzigartigkeit, der Geborgenheit bei ihm und ihrer Abhängigkeit von Gott.

Nun zu den Leuten, die ihre Parts auf dieser Platte weniger gekonnt meistern:
Da hätten wir zum einen diSein, eine Band der Calvary Chapel in Freiburg, die gleichzeitig auch Anja Lehmanns Live-Band darstellt. Ihre in Richtung R'n'B gehende Musik kommt richtig trance-artig rüber, außerdem werden viele Passagen bis zum Abwinken wiederholt, sodass alles absolut charismatisch wirkt. Die selbstgeschriebenen Texte sind unprofessionell und zum Teil einfach lächerlich. Also ein wirklich schlechtes Ergebnis.
Im Vergleich zu diSein steht das What's Up Project dann schon um einiges besser da, was wahrscheinlich daran liegt, dass Volker Dymel und Neil A. Quinton als Produzenten von Projekten wie Hot Hymns, Joyful Gospel oder Te. Steinlein eine Ecke mehr Erfahrung haben. Ihr Schwachpunkt ist aber (wie bei den gerade genannten Produktionen auch) noch immer, dass vieles überdreht gospelig und z.T. auch wie gewollt und nicht gekonnt rüberkommt. So wird z.B. der schöne Lobpreis-Hit "Allein deine Gnade genügt" verschandelt, Sandra Hertels ausdrucksstarke Stimme einfach schlecht dargestellt und Gott geschmacklos mir Gegröhle und Geschrei gelobt.

Als Resümee kann ich nur sagen: Traurig, traurig. Diese Platte beweist, dass die christliche Musikszene Deutschlands wohl noch ein bißchen an sich arbeiten muss, um gute HipHop-Acts zustande zu bringen.


—Michael Jung für CCM-Rezis, Oktober 2000

Daten:
12 Titel / 53 Min.
Musikstil: Worship-HipHop
Label(s): 1999 Projektion J Music House, Gerth Medien, Asslar / Hänssler-
                Verlag, Holzgerlingen
Website: keine
 
 


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