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 Projekt
/ Various
"Gloria"

( 2004 Rocketown Rec. / Fierce!
/ Gerth Medien )
"Gloria", dies ist wohl das weihnachtliche Pendant
zu "Exodus". Sechs Jahre danach
veröffentlicht, wird der Geist des maßgebenden Konzeptalbums,
nicht nur optisch wieder aufgegriffen; auch der variantenreiche Akustikpop,
die Songqualität und neue Duette sind eine willkommene Fortsetzung.
Vom Altmeister Charlie Peacock und Scott Dente (Out
Of The Grey) produziert, hat das Label Rocketown damit sein erstes
Weihnachts-Scheibchen serviert. Die Arrangements sind allererste Sahne
und selbst bei den Klassikern entdeckt man Neues!

Neben sechs brandneu geschriebenen Stücken, erklingen drei Neuaufnahmen
von Traditionals, plus das Cover eines Stückes aus den 90ern. Neben
den Liedtexten sind zu jedem Song zusätzlich Auszüge aus verschiedenen
(Weihnachts-) Büchern abgedruckt, welche - neben der biblischen Weihnachtsgeschichte
- als Inspirationsquelle bzw. Vertiefung dien(t)en.
Da mir diese CD außerordentlich gut gefällt,
im Folgenden ein Abriß zu jedem Lied, weil einfach jedes erwähnenswert
ist:

"Sing gloria" - gibt es einen besseren Start für solch
ein Album? - Vermutlich nicht! Ginny Owens
und Charlie Peacock besingen das wohl einzig Mögliche, wenn man an
Weihnachten denkt: Anbeten & Feiern.

Die reichlich Weihnachtslieder-erfahrene Amy
Grant besingt mit "God is with us" die Bedeutung des Wortes
Emmanuel, aus der Ankündigung des Propheten Jesaja im Alten Testament.
Geschrieben von Wayne Kirkpatrick, zeigt
das Lied, wie sich Gottes Gegenwart durch Jesus seit dem ersten Weihnachten
in und für uns auswirkt.

Wayne Kirkpatrick, der fromme Pop-Künstler, von dem man (fast) immer
nur bei anderen hört (oder "liest"), singt wieder einmal
selbst: "welcome to our world" ist DER Neuzeit-Klassiker von
Chris Rice - hier gibt es eine weitere
hervorragende Version davon!

Christy Nockels, die weibliche Hälfte von Watermark,
schöpft ihr volles Potential aus und präsentiert mit ihrer Neuinterpretation
von "o come, o come, Emmanuel" einen Höhepunkt dieses Albums.

Uns "einen Ort bereitend" (prepare a place), singen Michael
W. Smith und Christine
Dente (Out Of The Grey) von dem vorbereitenden Warten auf den kommenden
König. Die Stimmen harmonieren klasse bei diesem Stück, welches
thematisch hervorragend in den Advent paßt - doch ebenso gut in
die ganze Jahreszeit, als Hinweis auf das bevorstehende zweite Kommen
Jesu!

Wenn der Rock-Barde mit dem Soul-Poeten loslegt, kann nur was Tolles dabei
entstehen: Shaun Groves und George
Rowe hauchen "o come, all ye faithful" neues Leben ein.

Es könnte der Schwermut der Hirten auf dem Feld sein, den
Taylor Sorensen und Alathea zelebrieren - bevor die Liebe gerade
noch rechtzeitig kam, um der Welt Rettung zu verschaffen. In Wirklichkeit
besingen die vier in ihrem sehnsuchtsvollen Bluegrass-Stück "love
came just in time" die Geschichte des wartenden Simeon und der Prophetin
Hanna (Man lese im Lukas-Evangelium, Kapitel 2, die Verse 21 bis 38!).

Cindy Morgan, die sich in den letzten
Jahren rar machte in der Szene, legt mit "follow that star"
einen starken neuen Song aus ihrer Feder vor und beweist, daß sie
zu den besten christlichen SängerINNEN gehört. Paradoxerweise
erinnert ihre Stimme passagenweise an Leigh
Nash (Sixpence None The Richer), doch
ihr dramatischer Piano-Pop ist eine wunderbare Nuance dieser Platte.

Neben dem Duett mit M.W.S. durfte Christine
Dente noch ein Solo-Ständchen darbieten und "christmas kind
of feeling" ist so ein typisches Weihnachtsstimmungs-Lied geworden.
Und in der Tat: hier dürfte so mancher Weihnachtsromantiker mit glänzenden
Augen abgrooven...

Einer Ginny Owens bleibt es vorbehalten,
das Projekt mit einer swingenden Version von "go, tell it on the
mountain" zu beschließen. Ein fetziges Finale, das auch inhaltlich
den Kreis zum 'sing gloria' schließt. Denn Weihnachten, das heißt
nicht nur Einkehr und Besinnung, sondern auch und gerade Fröhlichkeit,
gemeinsam Gott loben mit Gesang. Nicht nur der Background-Chor lädt
hier zum Mitmachen ein: Geh(t) raus auf die Hügel, sing(t) es in
die ganze Welt, Jesus wurde geboren!
Fazit: Was "Exodus"
für die Praise & Worship-CDs geworden ist, könnte "Gloria"
durchaus für die Weihnachts-Popalben christlicher Labels werden,
nämlich die Referenz. Selten erschien ein so stimmiges Gesamtwerk
mit so vielen beteiligten Künstlern und dazu noch ausreichend neukomponierter
Weihnachtsmusik!
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Alle Jahre wieder bricht im Dezember eine Flut von alten und neuen Weihnachtsliedern
über uns herein. Kein Kaufhaus, keine Tankstelle, nicht einmal eine
öffentliche Toilette, in der nicht in irgendeiner Ecke "Stille
Nacht" gesäuselt wird. Braucht es da noch eine weitere Weihnachts-CD?
Wer mit solcher Skepsis an die von Charlie Peacock und Scott
Dente produzierte Scheibe heran geht, wird positiv überrascht:
Hier gibt es moderne Weihnachtslieder mit tiefem Inhalt, die wirklich helfen
können, sich auf das Wesentliche an Weihnachten zu konzentrieren. Wer
sich auf die einzelnen Lieder einlässt, fängt bei "Sing Gloria"
von Charlie Peacock und Ginny Owens an
zu jubeln, kann bei Amy Grant über
Gott staunen ("God Is With Us"), wird innerlich zur Ruhe kommen
mit "Prepare a Place for the Coming One" von Michael
W. Smith und Christine Dente,
und verleiht seiner Sehnsucht nach dem Kommen Jesu Ausdruck mit "O
Come, O Come, Emmanuel" von Christy Nockels.
Alles in allem sind die Lieder abwechslungsreich und doch würdevoll,
dem Anlass - Gott wird für uns Mensch - angemesen. Das "Glöckchengebimmel"
wird sparsam eingesetzt. Einzig der Song "Christmas Kind of Feeling"
droht etwas in den Kitsch abzugleiten. |