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Projekt / Various - ''indelible grace IV - beams of heaven''Projekt / Various
"indelible grace IV – beams of heaven"


   ( 2005 Indelible Grace Music / online )

»Die Welt mag ihre Moden ändern,
unser Gott ist doch immer derselbe.
Seine Barmherzigkeit und sein Bund
überdauern alle Zeitalter.«

(~ Father, Long Before Creation, chinesische Hymne)

Alte Texte & junge Stimmen, zeitlose Wahrheiten & zeitgenössische Klänge

Es wird Zeit, dass ich Euch die Indelible-Grace-Serie näher vorstelle, die Kevin Twit, reformierter Campus-Pfarrer an der Belmont-Universität in Nashville, ins Leben rief (siehe auch unser Interview). Zusammen mit seinen musikinteressierten Schützlingen durchforstete er Ende der 1990er Jahre alte Gesangbücher und versah Gemeindelieder, die manchmal nur noch als Text oder dann mit austauschbaren Melodien überliefert sind, mit neuen Melodien und einem zeitgemässen Sound. Dadurch sollten sie einer jungen Generation zugänglich werden. Die Studenten fingen sofort Feuer, es entstand eine eigentliche Bewegung, die sich im ständig erweiterten RUF-Hymnbook, in CDs und einer angeregten Worship-Debatte niedergeschlagen hat. Nun liegt mit "Beams of Heaven" das vierte IG-Album vor, bei dem wiederum bekannte und weniger bekannte Nashviller Musiker mitwirkten: Derek Webb, Sandra McCracken, Cason Cooley, Will Sayles, Dan Haseltine (Jars of Clay), Andrew Osenga (Caedmon's Call), Matthew Smith, um nur ein paar Namen zu nennen ...

»Wer ist dies, ein Schmerzensmann, der traurig den harten Weg des Lebens geht,
heimatlos, geschwächt, seufzend und weinend über die Sünde und Satans Einfluss?
Es ist unser Gott, unser wunderbarer Erlöser, der über dem Sternenhimmel
für uns einen Ort vorbreitet, wo keine Träne mehr das Auge trüben wird.«

(~ Who Is This, William How, 1867)

"Beams of Heaven" präsentiert 15 Neuvertonungen zu Texten aus dem 18. und 19. Jahrhundert von Charles Wesley, William Gadsby, John Newton, Cecil Alexander und weniger bekannten Dichtern. Die Themen und Stimmungen dieser vielstrophigen Lieder sind vielfältig, ihre Sprache ausdrucksstark, ihre Botschaft auf Gottes Wesen und das Evangelium zentriert. Einfühlsam spürt der gitarrenreiche, mal satte, mal luftige Folk-Rock-Sound den Versen nach. Dabei verschmelzen Choral und Pop-Refrain, folkloristische Einsprengsel, Gospel und Gitarrenrock in bestechender Weise. Der Einfluss von U2 prägt Matthew Perryman Jones' peppiges "Come and Welcome" (# 1) und noch stärker Taylor Sorensens "Lead On, O King Eternal" (# 7). Schwerblütige und zugleich soghafte Klänge bringen "Jesus, Lover Of My Soul" (# 6) und "Begone Unbelief" (# 8, Jason Feller erinnert hier an Geoff Moore) ganz neu zu Gehör. Laura Taylors Hymnus "To Christ The Lord" (# 11) verzichtet dagegen auf Power, Refrain und Wiederholungen und legt zu folkiger Fidel-Begleitung allen Ausdruck in die zeugnishaften Verse. Ein beatleskes Mellotron, ein Kinderklavier und verhallende E-Gitarren faszinieren in "Come Ye Disconsolate" (# 9), in dem Rachel Briggs hauchzart allen Trostbedürftigen zusingt:

»Hier spricht der Tröster, liebevoll sagt er:
Die Erde kennt keinen Schmerz, den der Himmel nicht heilen kann.«

(~ Come Ye Disconsolate, Thomas Moore, 1816)

Zugegeben, die Begleitung macht viel aus, doch klingen viele der neuen Melodien auch pur sehr ansprechend und sind gut singbar. Manche sind den IG-Freunden bereits von anderen Aufnahmen und vom RUF-Liederbuch her bekannt, etwa die oft nachdenklichen, klagenden Kompositionen von Christopher Miner: "His Love Can Never Fail" (# 4), das Derek Webb ansteckend frisch wie sein früheres "Take To The World" rüberbringt, "Who Is This?" (# 5) über den am Kreuz erhöhten Christus, ergreifend gesungen von Sandra McCracken, und das Pilgerlied "Beams of Heaven" (# 15). Dan Haseltine singt es wehmütig-hoffnungsvoll zu zurückhaltender Begleitung. Auch in der neuen Einspielung schneidet Jeremy Casellas Psalm "Guide Me, O Thou Great Jehovah" (# 13) tief ins Herz. Warum er die Bezüge auf den Messias aus dem Original gestrichen hat, ist mir allerdings schleierhaft. "Father, Long Before Creation“ (# 10), das Matthew Smith beschwingt darbietet, taucht als "Sing His Love" auch auf dem neusten Album von Caedmon’s Call auf; es wurde nämlich von Andrew Osenga neu vertont. Rundum gelungen sind Sandra McCrackens "Jesus, The Lord, My Savior Is" (# 14) und Laura Taylors Update des 7-strophigen "I Asked The Lord" (# 3), das sich darüber wundert, wie Gott auf unsere Gebete oft anders als erwartet antwortet:

»Ich bat den Herrn, dass ich wachsen möge
im Glauben, in der Liebe und in jeder Gnade.
... Ich hoffte, er werde in einer Gnadenstunde auf einmal meine Bitte erfüllen.
... Stattdessen liess er mich all das Böse spüren,
das sich in meinem Herzen verbirgt.«

(~ I Asked The Lord, John Newton, 1779)

Fazit: ein ausgezeichnet umgesetztes, echt ansteckendes Gemeinschaftsprojekt! Neben der theologischen Tiefe und Zeugniskraft dieser neu-alten Hymnen klingen manche "trendige" neue Worship-Refrainlieder oberflächlich und unreif. So wie frühere Gemeindelieder oft dem gängigen Musikgeschmack oder bekannten Volksliedern folgten, so übertragen Kevin Twit & Co. sie wiederum in unsere Zeit und (Pop-)Kultur, um ihre globale Botschaft von Gottes Liebe und unauslöschlicher Gnade neu erfahrbar zu machen. Unser Stil, unser Lebenstempo und manche Umstände ändern, doch der Herr und Heiland, den diese Glaubensvorfahren besangen, ist heute noch derselbe ...

Mehr Infos im Interview mit Kevin Twit und in der Hymnen-Übersicht ...

Tipp: Alle Noten sind im RUF-Hymnbook zu finden. In Zusammenarbeit mit RUF / Indelible Grace entstanden übrigens auch "The Builder And The Architect“ von Sandra McCracken und "Redemption Songs" von Jars of Clay.


—Monica Seidler für CCM-Rezis, April 2006

Daten:
15 Titel / 66 Min.
Musikstil: Hymnen, Folk-Rock, Rock, Acoustic
Label(s): 2005 Indelible Grace Music, USA / online
Website(s): www.igracemusic.com / RUF-Hymnbook (Noten!)

Wo reinhören und kaufen?:
bei www.igracemusic.com / bei Amazon.com

weitere Infos & CDs – siehe "Indelible Grace"-Projektseite >>
 


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