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 Projekt
/ Verschiedene
"in love with Jesus 5"

( 2003 Gerth Music / Gerth Medien
)
Inhaltsverzeichnis dieses Artikels:
- Einleitung

- Bewertung der Lieder der ersten CD (Disc
1)
- Macht einen heiligen Lärm
- Ich tausch meine Sorgen
- In der Stille (Ich will dich
kennen)
- Deine Liebe trägt mich (Du
begeisterst mich)
- Licht dieser Welt (Ich will
dich anbeten)
- Heilig, heilig, Gott allmächtig
- Herr der ganzen Schöpfung
- Herr du bist mächtig
- Das was mich atmen lässt
- So rein (Was zählt)
- Halleluja (Agnus Dei)
- Wenn ich Dir mein Loblied singe
(Wenn ich dich anbete)
- Wir haben deinen Sieg besungen
(Herr, wann?)
- Was ich
auch tu (Wie ein Kind)

- Fazit CD 1

- Bewertung der zweiten CD (Disc 2)

- Fazit CD 2

- Gesamtfazit (ganze/s Produktion/Konzept)

- Schöne Lobpreis-CDs - einige Tips...
Nachdem das Liederbuch
"in love with Jesus" im Jahr 2000 erschien, wurden parallel dazu bereits
vier Doppel-CDs mit den Liedern des Buches veröffentlicht. Die ganze Sache
war kommerziell sehr erfolgreich und hat sich in Gemeinden/Kirchen mit
Lobpreis-Orientierung bzw. in der Jugendszene weit verbreitet. Nun rollte
der zweite Band des Liederbuches an und es gibt wieder entsprechende Doppel-CD
mit dem Liedgut dazu. So ist jetzt die 'Volume 5' der CD-Serie erschienen.
Das Cover-Konzept wurde etwas aufgefrischt - es sieht sehr professionell
aus und macht einen einladenden Eindruck, genauso wie die restliche Optik
der Hülle bzw. Verpackung!

Ich hatte die Werbetexte des Verlages zur Einführung der CD gelesen und
war sehr gespannt auf die neuen deutschen Versionen zu beliebten amerikanischen
Liedern. Deshalb forderte ich ein Rezensionsexemplar an. Zuerst hörte
ich beide Scheiben mal so nebenbei an und es war noch alles "normal".
Musik eigentlich ok, auf den Text hatte ich kaum gehört. Nach einiger
Zeit nahm ich mir das ganze Projekt noch einmal zur Brust und habe es
ganz intensiv und bewusst angehört sowie die Liedtexte im Booklet studiert
und mit den Originalen verglichen.

Das Ergebnis meiner Eindrücke und Erlebnisse möchte ich nun hier einmal
exemplarisch präsentieren. Ich gehe die CD Lied für Lied durch, dadurch
wird der vorliegende Text zwar sehr lang, aber ich finde dies erforderlich,
um einmal auf einige Entwicklungen kritisch zu reagieren, um zum Nachdenken
anzuregen und vielleicht in Zukunft Korrekturen anzuschieben... Wer also
schon jetzt von mulmigen Gefühlen beschlichen wird, wenn ich hier anfange
eine "heilige Kuh" zu "schlachten", der suche besser jetzt das Weite und
lese nicht weiter. Dies als Warnung vorab :-)

Zuerst einmal muß ich die unsinnige Liedbenennung kritisieren, die irreführend
(da wegführend vom Original!), unhandlich (zu lange Titel!) und unpraktisch
(zig Versionen...) ist. Obwohl ich Patriot bin, muß ich hier sagen, daß
dies ein typisch deutsches Problem ist, alles nach Schema F kategorisieren
und in ein Ordnungssystem hineinzwängen zu wollen. Die Schreiber der Original-Lieder
haben sich immer was dabei gedacht, warum sie ihr Lied gerade so benennen.
Es geht um künstlerische Freiheit! Diese wird aber durch dieses System
kaputt gemacht, welches nur darauf aus ist, in der "Lobpreisleiterei"
zu funktioneren. Ich halte die Art, die Titel nur stur nach der
ersten Zeile des ersten Verses sowie den Zweittitel (oder Untertitel)
nach der ersten Zeile des Chorus/Refrain/zweiten Verses zu vergeben einfach
für absolut bescheuert!
Die Lieder der ersten
CD:
(1) "Macht einen heiligen Lärm"
Zuerst einmal frage ich mich, was "heiliger Lärm" sein soll? Eine Erklärung
dafür habe ich nicht, ebenso wenig kann ich so was in der Bibel finden.
Dort wird "Lärm" an und für sich als etwas Negatives gesehen... Diese
Frage habe ich mir aber auch schon beim Original dieses Liedes gestellt,
welches von Chris Tomlin stammt
(Titel: "the noise we make"). Die deutsche Übertragung klingt einigermaßen
singbar und hat nur einen grammatikalischen Schnitzer hier: "... unseren
Herrn. / So kommt vor seinen Thron...". Es müsste "also kommt vor
seinen Thron" heißen. Ansonsten wurde inhaltlich eigentlich alles wiedergebeben
vom Original. Außer die eindimensionale Übertragung von "noise" mit Lärm
ist unsinnig, da "Lärm" im Deutschen anders belegt ist (viel negativer!),
als "noise" im Amerikanischen. "Noise" bedeutet auch so viel wie "lauter
Klang", "Geräusch", "Störung", "Krach". Linus Kraus' Stimme paßt eigentlich
recht gut zum Sound.

(2) "Ich tausch meine Sorgen"
Hier gibt es eine sehr eindimensionale und billige Übertragung des Originals
von Darrell Evans (Titel: "trading my sorrows"). Zwar ist selbst bei Darrell
beispielsweise der Refrain echt niveaulos, aber wenigstens die Strophen
haben bei ihm auch eine Dimension zwischen den Zeilen. Bei dem Übertragungsversuch
geht all dies verloren, den Refrain hat man gleich in englisch gelassen,
obwohl ein "Ja, Herr" konsequenterweise auch noch in das neue Sprachkorsett
gepaßt hätte. Kann mir eigentlich mal jemand erklären, was folgende Textpassagen
bedeuten sollen, redet jemand so in unserem Land???: "bin bedrängt, nicht
zerstört" (???) / "gesegnet trotz des Fluchs, denn sein Versprechen hält"
(???) und "auch wenn das Leid die Nacht über bleibt, der Tag bringt seine
Freude" (???). Hinzu kommt, daß Andi Volz' Stimme hier auf Rockröhre produziert
wurde, und damit überhaupt nicht paßt! Andi ist normalerweise ein begnadeter
Soulsänger; noch dazu geht der Gesang im Lärm des Arrangements fast unter.

(3) "In der Stille (Ich will
dich kennen)
"Im Original heißt das Lied eigentlich "in the secret" und ist besonders
durch SonicFlood bekanntgeworden, stammt
aber von Andy Park aus Kanada. Wieder fragt man sich besorgt, was das
für eine Sprache sein soll, und was bestimmte Zeilen uns sagen wollen:
"in der Stille an dem sichren Ort" (wo/was ist das???) / "in der Stille
diese ruhigen Stunde" (so ein Kauderwelch!). Der Übertragungsversuch gibt
das Thema des Originals nur verkrampft und falsch wider: das "more" (mehr)
vom Original taucht gar nicht auf. Hier geht es nur um's "kennen" - aber
jeder Christ kennt doch Jesus bereits?! Auch solche Zeilen wie "will dich
berühren, dir in die Augen sehn" gehören eher in einen Schlager, aber
nicht in ein Lied, wo es um den heiligen Gott geht - dem wir niemals in
die Augen sehen könnten, auch wenn wir es wollten!!!

(4) "Deine Liebe trägt mich
(Du begeisterst mich)"
Dieses Lied klingt wenigstens von der Sprache her einigermaßen aufeinander
abgestimmt, obwohl auch so eigentlich niemand redet, es ist aber wenigstens
sehr gut singbar. Allerdings betrachte ich es nicht als christliches Lied,
sondern als Liebeslied für Menschen. Sozusagen der erste Schlager, den
Fromme geschrieben haben - man sollte damit beim Grand Prix antreten (das
mein ich ernst!). Ans Original von Vineyard UK
(Titel: "your love is amazing (hallelujah)") kommt diese Version nicht
heran, schon gar nicht mit der Stimme eines Arne
Kopfermann, die einfach hier nicht paßt, sorry!

(5) "Licht dieser Welt (Ich
will dich anbeten)"
Tim Hughes ist eigentlich Autor
dieses Liedes unter dem Titel "here I am to worship (light of the world)",
welches mittlerweile ein Anbetungsklassiker geworden ist, weil es gerade
in Balladenform wunderschön zu(m) singen (loben) ist. Der vorliegende
Übertragungsversuch hat wieder eine sehr eindimensionale Übersetzung,
mit grammatikalischen Ungereimtheiten: Die erste Strophe ist im Original
auf die Vergangenheit ausgerichtet, bei einer sinngemäßen Übersetzung
müßte dann im Deutschen Plusquamperfekt kommen, kommt aber nicht... Wer
kann mir folgenden Satz erklären: "nie werde ich den Preis verstehn, um
meine Schuld am Kreuz zu sehn"??? Yasmina
Hunzinger ist eine begnadete Solistin, aber selbst sie reißt dieses
Lied nicht mehr herum, an einigen Passagen wird ihre Stimme vom Arrangement
verschluckt, was nicht gerade geglückt ist... dabei klingt der Anfang
sehr gut! Das Arrangement ist meiner Meinung zu sehr auf Rock gemacht,
feiner Soul, passend zu Yasminas Wahnsinsstimme, hätte hier noch was gebracht!

(6) "Heilig, heilig, Gott allmächtig"
Wieder ein Cover von Vineyard UK, diesmal
der Titelsong der CD "holy" von 2002.
Sprachlich und theologisch ist die Übertragung in Ordnung. Trotzdem klingt
das Lied hier nur mittelmäßig, denn das auf Gitarrenrock getrimmte Arrangement
paßt nicht im Entferntesten zur Soulstimme eines Andi
Volz!

(7) "Herr der ganzen Schöpfung"
Dieser Übertragungsversuch schießt so ziemlich den Vogel ab, was die Höhe
der Diskrepanz zum Original angeht, welches übrigens 2000 auf dem Projekt
"city on a hill" erschien und mittlerweile zu den absoluten Klassikern
in Amerika zählt! Zuerst einmal sei gesagt: Vom Sound klingt das Stück
gar nicht schlecht, durch den "na na na"-Effekt im Hintergrund und den
leichten Pop-Groove. Noch dazu fügt sich Natascha Hausammanns Stimme gut
ein, die alle Solopassagen singt. Warum ist das vorliegende Relikt trotzdem
sehr schlecht?: Weil der deutsche Text grottenschlecht ist. Reime auf
niedrigstem, ausgelatschtem Niveau ("schon am frühen Morgen freu ich mich
an deinem Licht / und später, wenn die Nacht hereinbricht, weiß ich /
du verläßt mich nicht") und theologische Unkorrektheiten. Christus beherrscht
diese Welt hier noch nicht, sondern noch der Teufel, Satan, erst bei Seiner
zweiten Wiederkunft wir Er hier endgültig die Herrschaft antreten. Die
Übersetzung ist wieder total eindimensional und primitiv. Nicht einmal
übertragen wurden übrigens das Intro sowie der zweite, veränderte Chorus.
Schon das allein verändert das ganze Lied zum Negativen.

(8) "Herr, du bist mächtig"
Hier ist die sprachliche Übertragung schon etwas besser gelungen und klingt
gut singbar, sie stammt von Theo Eißler (ex-Beatbetrieb).
Allerdings kann sie auch hier nicht die Raffinesse und Ausgefeiltheit
des Originals wiedergeben, dazu fehlen die Bilder und Wortspiele, welche
"above all" von Lenny LeBlanc und Paul Baloche so wunderschön machen.
Auch geht beim auf Rock getrimmten Arrangement die ganze Atmosphäre und
Spannung verloren. Andrea Adams-Frey hat
wahrliche eine Powerstimme, aber hier paßt sie leider nicht so gut, hier
hätten sehr zarte Vocals (z.B. von Anja
Lehmann) sicher besser gewirkt. Einen grammatikalischen Schnitzer
gibt es meiner Meinung nach doch: "rettest mich" müßte eigentlich "rettetest
mich" heißen, da die Zeitform sonst keinen inhaltlichen Sinn ergibt!

(9) "Das, was mich atmen lässt"
Leider scheitert dieser Übertragungsversuch schon im Ansatz, denn ich
kann den Sinn der Zeile "das, was mich atmen läßt, ist deine Nähe" nicht
ganz verstehen bis ins Letzte. Überhaupt klingt das ganze sprachlich etwas
peinlich auf deutsch!!! Musikalisch ist es auf jeden Fall hörbar, wenn
auch der markante wellenartige Gesang des Originals (von Marie Barnett,
Titel: "breathe") fehlt, der es bekannt machte. Aber Andrea
Adams-Frey's Stimme paßt hier wesentlich besser als beim vorherigen
Titel!

(10) "So rein (was zählt)"
Hier zeigen die Produzenten mal, daß sie es durchaus verstehen, mal aus
dem Rock-Einheitsbrei auszuscheren und eine Ballade abzuliefern. Yasmina
Hunzinger singt die Solos und das Ergebnis klingt sehr gut, wirklich!
Stimmlich absolut passend. Textlich liefert Herr Kopfermann zwar wieder
jede Menge peinlich klingender Plattheiten hab, aber was solls, man hört
sowieso gebannt auf Yasminas Stimme... Das Original stammte für diese
Vorlage wieder von Vineyard UK (Titel: "so
pure (with you)").

(11) "Halleluja (Agnus Dei)"
Es tut mir leid, aber ich hätte Andi Volz
auch nicht für dieses Stück genommen als Solist - er ist beides nicht,
kein Michael W. Smith und kein Mac Powell von
Third Day! Das Lied klingt einfach nicht,
so. Zwar ist die Übertragung diesmal sprachlich und theologisch völlig
ok, aber hier war es wahrlich keine Kunst, denn das würde fast jeder schaffen
(wage ich zu behaupten!). Dem Stück hier fehlt einfach der "Spirit" -
es wurde um seinen Spannungsbogen beraubt und klingt nich mehr wie eine
Hymne, sondern wie ein "normaler" Lobpreischorus, wie Massenware, was
es im Original von Michael W. Smith (Titel: "Agnus Dei") und im Third
Day-Cover garantiert nicht ist. Die Dramatik im Original zwischen den
Zeilen "are You, Lord God Almighty" und "worthy is the Lamb" hat man nun
neu zusammengezogen zur Zeile "heilig, heilig bist du, Herr, der Allmächtige"
gegen "würdig ist das Lamm...". Dabei wäre das "heilig, heilig" vorher
extra zu betonen! Typischer Fall von Glattbügelei... Traurig auch die
Neutitulierung zu "Halleluja", dabei ist dieser Klassiker von Michael
W. Smith seit mehr als 13 Jahren weltweit unter "Agnus Dei" (Lamm Gottes)
bekannt!

(12) "Wenn ich dir mein Loblied
sing (Wenn ich dich anbete)"
Schon wenn ich die erste Zeile des Refrains "wenn ich dich anbete, geht
der Himmel auf" lese, geht mir das Messer in der Tasche auf! Soviel Plattheit!
Der Himmel geht noch dazu nur auf, wenn der Schöpfer es will, bzw. wenn
Jesus wiederkommt! Die sprachliche Übertragung besitzt absolut kein Niveau,
man kann jedem nur empfehlen, weiterhin das englische Original von Noel
& Tricia Richards (Titel: "when I worship you") zu singen. Trotzdem ist
das Lied einigermaßen hörbar, wieder mal als Ballade gemacht, paßt auch
Andrea Adams-Frey's Stimme hier gut dazu.

(13) "Wir haben deinen Sieg besungen (Herr, wann?)"
Dieses Stück stammt im Original von Stuart Townend (Titel: "we have sung
our songs (how long)") und ist das einzige auf dieser Disc, welches eine
klassische Strophen-Refrain-Form besitzt, noch dazu mit Bridge und verändertem
End-Refrain! Schon das allein ist eine Erwähnung bzw. ein Lob wert! Die
Solos singt Danny Plett und hier paßt
dessen Stimme einfach wunderbar zum Arrangement, rein musikalisch also
ein gelungenes Stück. Wenn ich dann allerdings schon wieder Zeilen wie
"wir haben deinen Sieg besungen / dich um Regen angefleht" lese, wird
mir schlecht...

(14) "Was ich auch tu (Wie
ein Kind)"
Andrea Adams-Frey darf hier nochmals die
Solos singen und hier klingt es endlich mal richtig gut! Die Übertragung
hier ist besser als viele von den anderen 13 Liedern, hat trotzdem einen
leicht "erotischen" Touch hin zum rein menschlichen Liebeslied. Sprachlich
aber ansonsten gut singbar bzw. nachvollziehbar (ähnlich wie "Deine
Liebe trägt mich").
Fazit zur ersten CD:
Dies hier ist der Gipfel der Peinlichkeiten! "Dichterische Fähigkeiten"
auf Grundschulniveau könnte man meinen - und das wollen dann gestandene
Songschreiber sein, die sogar schon Bücher zum Thema 'Lobpreis' geschrieben
haben. Einfach nur bitter! Da kann man in der Zeitschrift TeensMag von
Teenagern weitaus bessere (poetische!) Texte und Lyriks lesen als hier.
Wenn man nicht die Gabe des Lieder übersetzens hat, sollte man es einfach
bleiben lassen! - Wenn ich mir Liedübertragungen beispielsweise von Arno
& Andreas oder Manfred Siebald anschaue,
dann merkt man, daß es ihnen gelang, neue deutschsprachige Klassiker zu
schaffen, oft thematisch neu, aber sprachlich ausgefeilt. Vorliegende
Übertragungsversuche sind einfach grottenschlecht, man versucht das Thema
des Original-Liedes 1 zu 1 in ein Korsett zu zwingen, in das es aber nicht
paßt in der anderen Sprache. Besonders die Herren Kopfermann und Jacobi
haben mich entgültig meiner Illusionen beraubt, was ich von ihren Songschreiberischen
und musikalischen Fähigkeiten halten soll, weiß ich nicht mehr... Hätte
man sich für das Geld und die Zeit für "ILWJ5" hingesetzt und neue Lieder
geschrieben, dann hätten alle bestimmt mehr Freude daran gehabt!
Es ist auch klar, daß es mit der künstlerischen Tragweite manches Originals
nicht gerade weit her ist, dies kommt aber bei einer Übertragung dann
erst recht zum Vorschein! Für alle gilt jedoch eines: Durch das Rankarren
von allerlei prominenten Musikern, Sängern und Produzenten werden schlechte
Lieder bzw. schlechte Übertragungen nicht besser, sie bleiben schlecht!
Denn entscheidend sind nicht die Leute, sondern der Song!
Die Lieder der zweiten
CD:
Hierzu möchte ich nicht wie bei der ersten Disc alle einzeln durchnehmen,
sondern meine Ausführungen etwas straffen. Hier gibt es ja wie auf den
vier Vorgänger-CDs keine neuen Aufnahmen zu hören, sondern nur reine Zweitverwertungen,
also in Samplerform bereits Lieder, die viele schon mal auf Silberscheibe
haben dürften... Dabei sind zum Beispiel ziemlich schlechte Verwurstungen
von zwei Lincoln Brewster-Originalen. Außerdem hört man Übertragungen
von Original-Willow Creek-Kinder- bzw. Jugendliedern, die bei mir ein
zwiespältiges Echo hervorriefen. Oft klingt die Musik gekünstelt und erzwungen,
nicht von Herzen. Das Arne Kopfermann durchaus auch mal ein gutes Händchen
bei einer Übertragung hat, zeigt der Titel "Du, mein Gott, gibst mir Leben
(Jeden Tag)". Das Original stammt von United Live/Hillsong Australia (Titel:
"everyday"). Arnes Version ist gut singbar und der Text ist durchaus annehmbar,
sprachlich und inhaltlich! Die Spontanität und Spritzigkeit des Originals
konnte bewahrt werden. Dieses Beispiel zeigt eben sehr deutlich, daß es
- genau wie beim völlig neu komponieren - auch beim Übersetzen/Übertragen
von Liedern bzw. Texten mal klappen kann und mal nicht. Man kann so was
nicht planen - ebensowenig wie einen Hit -, schon gar nicht mit "Fließband-Methoden",
sondern es wird neben Abfallprodukten auch die "süßen Früchte" geben.
Fazit zur zweiten CD:
Auch diese Verwurstungen und Zweitverwertungen machen größtenteils keine
Freude, sondern man wird mehr genervt als in die echte Anbetung geführt!
Wenn die Leute die Nase voll haben von der Worship-Welle, dann wahrscheinlich
auch aufgrund solcher CDs!
Gesamtfazit:
Vom Kauf dieser Produktion kann ich nur dringendst abraten. Das wäre reine
Geldverschwendung, man sollte sich dafür lieber eine schöne
Lobpreis-CDs kaufen (solche gibt's wirklich!). Dem Verlag kann ich nur
empfehlen, in Zukunft eine Qualitätskontrolle einzuführen für singbare
Liedtextübersetzungen (das tut Not!). Für Deutschland als Kulturnation
ist vorliegende Aufnahme ein einziger Horrortrip! Außerdem habe ich einen
Tip an die Produzenten: Es gibt auch noch andere Stile als amerikanisch
geprägten Gitarrenrock. Ich glaube nicht, daß wir im Himmel mal in diesem
Stil anbeten werden. Also, besinnt euch doch mal wieder auf künstlerische
Freiheit und Kreavität. Es müssen auch nicht immer nur bekannte Namen
im Booklet stehen, manchmal bringen "no Names" viel mehr zustande. Es
geht doch um Gottes Anbetung, nicht um Menschenanbetung, oder?!
Schöne Lobpreis-CDs - einige Tips... :
Damit die Leute nicht denken, ich hätte allgemein was gegen Lobpreis-CDs,
hier mal einige CD-Tips: Im Folgenden empfehle ich Produktionen, die durch
hohe kompositorische Qualität im Genre Pop/Rock glänzen und durch musikalisch
exzellente Arrangements begeistern. Sie sind also ästhetisch in jeder
Hinsicht schön, ein Prädikat, welches auf "ILWJ5" nicht zutrifft.

"Wiedenester
Jugendlieder":
Eine Live-CD im Studio neu abgemischt - mit kleinem Budget gemacht, aber
super Ergebnis! Die Sharona-Mädels singen
viele Solos hier und die jugendlichen Teilnehmer der Konferenz gehen voll
ab und erzeugen damit eine Wahnsinns-Begeisterung und -Stimmung! Der Sound
ist schnittiger produziert, der Gesang geschmeidiger und die Liedauswahl
um Längen besser als auf "ILWJ5"!!! Wenn ich die CD bei Jugendveranstaltungen
auflege, fangen die Leute an zu mitzusingen und zu tanzen ...und den Lautstärkeregler
hochzudrehen ;-) - "ILWJ5" traue ich mich gar nicht aufzulegen, weil ich
schon den Großteil der Texte peinlich finde und noch dazu die Arrangements
unpassend. [zur Rezi...]

"City
On A Hill: Songs Of Worship And Praise":
Eines der besten Worship-Alben der letzten Jahre: Fein herausgearbeitete
Kompositionen, die auch den leisen Tönen genug Aufmerksamkeit schenken.
Keine hingeklatschten "extremen" Arrangements, sondern musikalisch, wie
inhaltlich "demütig". Obwohl viele prominente Sänger und Musiker beteiligt
sind, stehen die Inhalte der Lieder eindeutig im Vordergrund. Die Liedtexte
erinnern durchweg an die alten Klassiker aus Kirchen- und Gemeindeliederbüchern,
den "Hymns". [zur Rezi...]

"Exodus":
Es gilt dasselbe wie für "City On A Hill" hier obendrüber. Third
Day zeigt hier meisterhaft, daß es möglich ist "Agnus Dei" von Michael
W. Smith, im Original eine geistliche Hymne, in ein Rock-Stück zu
verwandeln ohne ihm gleich seinen "Spirit" zu nehmen. [zur
Rezi...]

Newsboys
- "adoration: the worship album":
Bei dieser CD steht der Geist, der alle Lieder verbindet, im Vordergrund.
Die Inhalte der Lieder sind sprachlich schlicht geschrieben worden, aber
trotzdem von einer "Schönheit in Einfalt" gekennzeichnet. Hier wird beispielhaft
deutlich, wie auch bei eigentlich künstlerorientierter Musik der Song
an und für sich im Vordergrund stehen kann. [zur
Rezi...]
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