Projekt / Verschiedene - ''Leben mit Vision - eine musikalische Reise zum Sinn des Lebens''Projekt / Verschiedene
"Leben mit Vision - eine musikalische Reise zum Sinn des Lebens"


   ( 2004 Gerth Music / Gerth Medien )

Ein Buch geht um die Welt, "Leben mit Vision". Eine neue fromme Welle aus Amerika. Für die einen ist es ein 40-Tage-Jüngerschaftskurs, für andere ein Gemeindewachstumsprogramm. Jubel in vielen Rezensionen hier, interessante Reaktionen von Lesern und Praxiserprobern dort. Kritiker werfen dem Konzept reinstes Machbarkeitsdenken sowie humanistisches "Mensch-Mittelpunkt-Denken" vor; nach der Willow Creek-Welle rollt jetzt die Saddleback-Welle. [Anm. d. Red.: Buchautor R. Warren kommt aus der großen Saddleback-Gemeinde.] Sie sehen das Buch oft nur auf dem Niveau von Ratgeber-Büchern bzw. Psychologie, da der Autor stark auf der Grundlage von Umfragen und Marktforschung arbeitet. Wie auch immer man dazu stehen mag, eines ist klar: das Buch ist sehr einflußreich, so oder so!

Daher ist es leicht nachvollziehbar, daß der herausgebende deutsche Verlag ein Musikprojekt zur neuen "L.M.V.-Strategie" auf die Beine stellte. "Crosspromotion" ist ein wichtiges Stichwort der heutigen Marketingwelt: Eine große Verbreitung ist hier sichergestellt, wenn bereits mehr als 200 Gemeinden/ Kirchen (konfessionsübergreifend, quasi "ökumenisch"...) in Deutschland die Strategie umsetz(t)en. Warum dieser große Erfolg eines so "einfachen" Konzepts? Es beschäftigt sich mit dem Thema Sinnsuche, verknüpft mit dem legendären Michael W. Smith-Thema "dein Platz in dieser Welt". Das Buch fragt: 'Wozu um alles in der Welt lebe ich?' Diese Fragestellung wird immer enorme Reaktionen hervorrufen. - Und sei es in musikalischer Form...

Zu den fünf Themenbereichen 'Anbetung', 'Gemeinschaft', 'Jüngerschaft', 'Dienst' und 'Mission' wurden zwölf Lieder neu geschrieben bzw. gecovert. Unter Leitung von Produzent Hans Werner Scharnowski sowie Mitwirkung hochkarätiger Interpreten der frommen Szene entstand daraus ein vielschichtiges Kunstwerk. Die beteiligte Sänger- und Musikerschar ist ziemlich beeindruckend, aber die klanglichen Ergebnisse leider nicht duchweg. Beim Nebenbeihören hat die Platte einen hohen Plätscherfaktor, die anspruchsvollen Texte gehen etwas unter. Nicht immer wurde mit den Interpreten ein gutes Händchen bewiesen, wie die Stücke von Claus-Peter Eberwein (Band hopf) oder Arne Kopfermann zeigen. Herausragend sind beispielsweise die Vocals von Cae Gauntt, die mit "make me smile" den einzigen englischsprachigen Titel vorträgt. Dadurch fügt er sich aber etwas schwieriger ins Gesamtkonzept. Andreas Volz zeigt mit seiner abschließenden Soulnummer "sein wie du", wie exzellenter deutscher Soul-Pop klingt. Anja Lehmann singt übrigens ein Cover von "wir sind seine Leute". Das Lied erschien 2004 ursprünglich auf dem Musical "noch einmal Kapernaum" von Jürgen Werth und Hans Werner Scharnowski. Njeri Weths Version klang bereits sehr toll, doch ich finde Anjas Version noch eine Idee besser, gediegener... Man muß die Songs in jedem Falle aufmerksam anhören, ganz besonders solche "leisen" Tracks, wie die von Insa Dörffer (Millfield) sowie Marcus Watta. Tut man das, kann man starke Arrangements entdecken, die mit der Zeit reifen - es steckt also einiges drin in der Produktion ;-)

Bei den Texten möchte ich zuerst davor warnen, sie (und das Album) als 'Lobpreis' aufzufassen, was es nämlich nicht ist. Es handelt sich um ein Konzeptalbum und die Lieder sind nach konkreten "Vorgaben" entstanden. Sie setzen sich mit geistlichen Themen auseinander; sind kein Liedgut zum "runterspulen und funktionieren". Wie bereits gesagt, die Liedtexte sind vielfach anspruchsvoll und inhaltsreich, dennoch möchte ich dazu einladen, sie auch kritisch zu lesen, denn nicht alles kann man unreflektiert übernehmen - mitdenken also erforderlich! Eine sehr gefährliche Zeile ist, »was unterscheidet, zählt nicht mehr. Was uns verbindet, zählt viel mehr« aus "wir sind seine Leute". Im Musical für die sogenannte 'Allianz-Impulstour 2004' geschrieben, wird hier die Lehre der neuen Ökumene gekonnt eingebunden. In der Praxis führt das Ausblenden von echten, ernsthaften Unterschieden aber nicht zu echter Einheit, sondern früher oder später wieder zu Trennungen. Gott liebt die Vielfalt und begnadigt jeden anders. Das sollten wir nicht vergessen. Auch unterschiedliche Gemeinderichtungen müssen deshalb nicht zwingend was Negatives sein! Weiter ist mir im Lied "wir feiern deine Liebe" die Stelle »o wir feiern deine Liebe, bis der Himmel bebt« aufgefallen, was ich echt anmaßend finde! Vortreffliche geistliche Texte sind dagegen "gewöhn mein Herz" von Thea Eichholz-Müller, wo es um die Ewigkeit geht, "ich will Gott dienen" von ProJoe zum Thema demütiger Dienst und "sein wie du" von Andreas Hausammann, zur Christusähnlichkeit.

Intellektuell hochstehend sind besonders "make me smile" von Cae Gauntt und "über mir" von Lothar Kosse. Ersteres Lied kann ich schwer einordnen, habe ernstliche Berührungsängste mit dieser Art von Gott zu sprechen. Das zweite Stück ist eine sehr raffinierte Umsetzung des Titelthemas "leben mit Vision", wobei es hier besonders um die Vision an und für sich geht. Nicht so gut ist, daß manche Themen offensichtlich mehrmals beackert wurden: So singt Sara Lorenz von Sharona noch einmal davon, Jesus ähnlicher zu werden, genauso Albert bzw. Andrea Adams-Frey in "Jesus sei die Mitte", oder fragt Arne Kopfermann abermals nach dem rechten Dienstverständnis. Unterdurchschnittlich gedichtet finde ich besonders die beiden Titel von Fabian Vogt, die mit einer sehr platten, banalen Sprache arbeiten und damit im Kontrast zu den anderen Liedern stehen.

Einen Hinweis erfordert zudem der Bonustrack, ein etwa zehnminütiger Auszug aus dem Hörbuch "Leben mit Vision". Die Art der nahezu zwanghaften Ansprache des "hörenden Lesers" fand ich schnell nervend. Die Anzahl der geradezu prophetisch versprochenen Umsetzungserfolge ebenso, bzw. die sogar unverschämt! Ich glaube nicht, daß diese Sachen, diese neue Strategie, das ganze 40-Tage-Konzept wirklich das ist, was wir brauchen in Deutschland. Und dann noch auf diese Art. Die Zweifel häufen sich bei mir. Schon die gewagte 40-Tage-Auslegung mit den biblischen Personen ist äußerst fragwürdig und viele Experten halten diese Symbolik für schlichtweg falsch (durch die Formulierungen wird man schnell hellhörig) sowie für irreführend. - Die Frage muß daher erlaubt sein, wie hoch die Halbwertszeit dieser neuen Welle sein wird! Dauert sie vielleicht nur einige Monate, wie die längst vergessene Jabez-Welle 2001/ 2002? Man kann nur hoffen und wünschen, daß es keine Welle wird, sondern etwas, das wirklich Frucht bringt und nicht am Ende mehr Probleme und Fragen wie zuvor.

Fazit: Die vorliegende CD ist besonders etwas für wirklichkeitsverhaftete, denkende Christen, die schon auf dem Weg sind, die wachsen wollen. Denn genau dazu sind viele der Liedtexte nützlich - auch losgelöst vom Buch zu sehen! Musikalisch findet man vorzugsweise ruhigere Zwischentöne des folkigen und souligen Pop mit einigen Ausflügen in rockigere Gefilde. Die Mischung der Künstler dürfte ihr Übriges bewirken, eine große Hörergemeinde um das Opus zu versammeln...

P.S. Eine lesenswerte Buchrezension von Gemeindeaufbau-Experte Wilfried Plock ist bei betanien.de erschienen...


—David Decker für CCM-Rezis, Dezember 2004


Rick Warrens Buch "Leben mit Vision" macht zurzeit Furore auf dem christlichen Büchermarkt. Die von Hans-Werner Scharnowski produzierte CD "Leben mit Vision" soll zentrale Gedanken des Buches aufgreifen. Mehrere namhafte Interpreten aus der deutschen christlichen Liedermacherszene haben sich damit auseinandergesetzt. Das Ergebnis: ein schönes Stück Anbetungsmusik, die einen Querschnitt unterschiedlicher Gesangs- und Musikstile bietet, die sicher aber nicht in inhaltlicher Beliebigkeit verliert. Ob Cae Gauntt (mit einem tollen Song, der durchaus auch ihrer jüngsten Solo-CD gut gestanden hätte), Claus-Peter Eberwein von der Band "Hopf", ob Anja Lehmann, ProJoe, Arne Kopfermann oder Thea Eichholz-Müller: Sie alle sind mit Leib und Seele dabei, um Gottes Vision für usner Leben auszumalen. Ein Album, das viel Freude an moderner Lobpreis-Musik vermittelt und echt Mut macht.
Bewertung: 5 von 6 Punkten ("gut")

—Uwe Rauschelbach für dennoch 6-2004 (Dezember)


"Eine musikalische Reise zum Sinn des Lebens" ist der Untertitel dieses Projektalbums. 12 Mal wurden von unterschiedlichen Künstlern Gedanken aus dem Bestseller-Buch "Leben mit Vision" von Rick Warren verarbeitet und vertont. ProJoe, Sara Lorenz von "Sharona" und andere liefern gewohnt gute Kost ab. Zwei Sängerinnen leisten jedoch Herausragendes: Zum einen Thea Eichholz-Müller - wenn man bei ihrem Song "Gewöhn mein Herz an die Ewigkeit" an ihren früh verstorbenen Ehemann denkt, bekommt man beeindruckt Gänsehaut. Zum anderen Cae Gauntt - ihre englische Version von Xavier Naidoos "Führ mich ans Licht" ist in verändertem musikalischem Gewand und mit neuem Textinhalt kaum wieder zu erkennen. Aus der Sicht unseres himmlischen Vaters geschrieben, widmet sie sich der Frage, "Was bringt Gott zum lächeln?" Und während man Caes poetischen Text und ihrer feinfühligen Interpretation lauscht, will man beinahe antworten: "Dein Lied, Cae." Schon allein diese 12 Lieder können den Hörer zum Nachdenken über das Ziel seines Lebens bringen. Wer jedoch ernsthaft das Anliegen hat, sich Rick Warrens Fragen zu stellen, der sollte sich das Buch besorgen - oder das Hörbuch, von dem es as 13. Track eine knapp 10-minütige Kostprobe gibt.

—Michael Jung für komm! 1-2005


ideaSpektrum Spezial - Hör-Test:
»Die Interpreten
Unter der Regie von Hans-Werner Scharnowski haben Interpreten wie Andrea Adams-Frey, Thea Eichholz-Müller, Cae Gauntt, Anja Lehmann, Andi Volz und andere 12 Lieder aufgenommen, deren Texte sich an den Bestseller von Rick Warren "Leben mit Vision" anlehnen. Die Musik ist eingängige Popmusik

Das Produkt
Der Inspirationsquellen für Liedtexte sind viele, manchmal scheinen sie aber auch aus der Marketingabteilung des Verlages zu kommen. So verwundert es schon wenig, daß manche wichtigen Themen auf allen Ebenen und in allen Produktmöglichkeiten ausgeschlachtet werden. Rick Warrens Gedanken haben über 200 Gemeinden zu einer 40-Tage-Kampagne bewegt - und nun auch einige Liederdichter zu marktgerechten Songs. Ein Schelm, der auf die Verkaufszahlen verweist ...
Die Lieder behandeln die 5 Themenbereiche, die auch in Warrens Buch eine Rolle spielen: Anbetung, Gemeinschaft, Jüngerschaft, Dienst und Mission. Der Pressetext verspricht: "Sie werden merken, wie Gott auch Ihr Leben verändert ...". Eine steile Aussage für Lieder, die musikalisch teilweise doch dahinplätschern, wie z.B. "Ich will Gott dienen" oder "Wie kann ich es lernen".

Fazit
Das Buch ist klasse! Aber mußte es diese CD wirklich geben? Wie wär's noch mit Visions-Brillen, Visions-Mützen und Visions-Uhren?«

—Stephan Volke für ideaSpektrum Spezial 2/2004

Daten:
13 Titel / 61 Min.
Musikstil: Pop, Soul, Anbetung
Label(s): 2004 Gerth Music / Gerth Medien, Asslar
Website: http://www.lebenmitvision.de  /  Gerth Music

Wo kaufen?:
bestellen im Gerth-Shop...
 


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