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 Projekt
/ Various:
"The Apostles Creed the Songs of Stuart Townend & Keith Getty"

( 2006 Kingsway Music / Gerth
Medien )
»Mein eigentlicher Beweggrund ist, durch ein Lied Wahrheit in die Münder und Herzen der Menschen legen zu können. Wahrheit ist so lebenswichtig die Wahrheit über Gott und wie er uns sieht. Dies soll die Grundlage unserer Anbetungszeiten sein. Wahrheit bringt Offenbarung, und Offenbarung bewirkt Veränderung in unserem Leben.« (Stuart Townend)
Lob Gottes statt Selbstsuche-Erlebnis

Der Engländer Stuart Townend und der Ire Keith Getty ("New
Irish Hymns") haben gemeinsam schon einige moderne Hymnen komponiert,
die biblische Lehre und zentrale Glaubensinhalte ins Gemeindelob zurückbringen
möchten. Im Gegensatz zu Bewegungen wie Indelible
Grace schreiben sie ihre Melodien und Texte neu, aber im Geist
vielstrophiger älterer Kirchenlieder. Dabei vermeiden sie bewusst
den "Ich fühle heute..."-Ansatz, der sich schlecht für
gemeinschaftliche Anbetung eignet und die Aufmerksamkeit auf unsere veränderlichen
Gefühle heftet statt auf Gottes unveränderliches Wesen. Dies
fällt auch auf dem bei Kingsway Music erschienenen Konzeptalbum "The
Apostles Creed" auf, das eine Zusammenstellung von (nicht zufällig!)
12 ihrer Lieder präsentiert, die den Zeilen des sogenannten Apostolischen
Glaubensbekenntnisses folgen. Dieses Credo geht auf die altrömische
Kirche zurück und wird heute in verschiedensten christlichen Kirchen
gesprochen, wobei die Zeile "sanctam ecclesiam catholicam"
unterschiedlich übersetzt und erklärt wird (catholicam = katholisch
= allumfassend, allgemein).

Eine Stärke der Townend/Getty-Lieder ist, dass sie in ganz unterschiedlichen
Arrangements gesungen werden können: a cappella, mit Band oder Orchester,
mehrstimmig, verpoppt, mit Celtic-Touch... Hier entschied sich Produzent
John Hartley ("Kisses from Heaven")
für gemässigt modernen, sprich generationen-übergreifenden
Nashviller Folk-Pop und atmosphärischen Pop-Rock, gitarrenlastig
und mit vielfältigen BGVs, inklusive La-la-la-Gesäusel. Zehn
bekannte amerikanische und britische Stimmen wurden aufgeboten. Das Album
beginnt vielversprechend mit Christine
Dentes fröhlichem "Let The Earth Resound In Praise"
und dem zeitlos schönen "Cross of Christ (In Christ Alone)",
das Susan Ashton für einmal Country-gefärbt
zum Besten gibt. In die Nähe von Leigh
Nashs Pop-Bonbons kommt Sarah Sadlers "Jesus Is Lord", während
Steve Garrett im gitarrenumschlungenen Weihnachtslied "Joy Has Dawned"
etwas aufdringlich von einem Ton zum andern gleitet. Die Studiobegleitung
läuft gelegentlich, besonders wenn die Rhythmusgruppe anzieht, etwas
routinemässig ab. Gut zur Geltung kommen die zwei neueren Stücke
"Merciful God" (Tammy Trent)
und "O Church Arise", das so typisch für Tim
Hughes klingt. Auch die helle Stimme, die sich hinter JP verbirgt,
gefällt in "See What A Morning" und "Oh To See The
Dawn (The Power of The Cross)", auch wenn sie nicht die einfühlsamste
Begleitung erhielt.

Das Herz des Albums sind die inhaltsreichen Liedtexte, die an die Gründe
erinnern, warum Christen ihrem Gott lobsingen, Jesu Namen erheben und
für den Heiligen Geist danken. Sie sind im Booklet je mit einer kurzen
Erklärung nachzulesen. "Cross of Christ" erinnert an Jesu
Leben, seinen Tod und seine Auferstehung und daran, was dies für
uns bedeutet. In "My Heart Is Filled With Thankfulness" lobsingt
Christine Dente dem auferstandenen Heiland, der »sein Gesetz
der Gerechtigkeit mit Macht auf mein Herz geschrieben hat«.
Sie dankt für allen Segen, der aus seiner Erlösungstat folgt:
Vergebung, neues Leben, ewige Hoffnung und eine Führung im Hier und
Jetzt. Was an Ostern geschah "gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten" , wird immer wieder
verkündet. Es wird an die Majestät des Auferstandenen erinnert
("Across the Lands", Brenton Brown), an Gottes Gnade bussfertigen
Herzen gegenüber ("Merciful God") und an das Wirken des
Heiligen Geistes in uns und der Gemeinde ("Holy Spirit", Kristin
Getty). In "Lord We Wait" blickt Derri Daugherty zum Schluss
in die Zukunft: auf Christi Wiederkunft, die Auferstehung der Toten und
das ewige Leben.

Fazit: Mit "In Christ Alone", "The Power of The Cross"
oder dem neueren "Merciful God" haben Getty und Townend tief
ansprechende, zeitlos wirkende Gemeindelieder geschaffen, die biblische
Wahrheiten in Mund und Herz legen und nicht nur diffuse Gefühle anfachen.
Allerdings kommen ein paar ihrer Hymnen in dieser Nashviller Aufmachung
nicht so ganz zum Blühen.
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