|
 Projekt
/ Various
"the prayer of Jabez (music... a worship experience)"

( 2001 Forefront Records / Gerth
Medien )
Manchmal habe ich den Eindruck, die Amis können nie genug
kriegen. Sie scheinen förmlich nach immer neuen Themen-Programmen und
Kampagnen zu lechzen. Oder wie anders ist die Menge der Zusammenstellungen/Konzeptalben
über die letzten Jahre hinweg zu erklären? Da wird mit geistlichen Themen
ordentlich Kasse gemacht, sei es nun mit WWJD
oder eben jetzt mit "Prayer Of Jabez". Ob die geistlichen Aussagen wirklich
eindeutig sind, oder gar bibeltreu, scheint niemand zu interessieren.
Hauptsache alle Produkte (Buch, CD, Mitarbeiter-Buch, Geschenkbuch, Tasse,
Poster, Karte.....) haben ein einheitliches Design und sind schön aufeinander
abgestimmt.

Gut, konzentrieren wir uns lieber auf die Musik dieser CD:
Sarah Sadler & Margaret Becker schaffen
einen gelungenen Einstieg mit "this is my prayer". Es ist toll, die markante
Stimme von Margaret wieder mal zu hören. Den Titelsong des Albums singen
Geoff Moore & Steve Reischl. Eine sehr schöne Melodie und ein einprägsamer
Chorus tun das ihrige. Das Arrangement wird verfeinert durch eingeschobene
Mönchs-Gesänge im Hintergrund. Thematisch gesehen kulminiert hier der
Hauptgedanke von "Prayer Of Jabez": es geht um den Mann Jabez aus 1. Chronika
4,10, der Gott darum bittet, daß Er doch Unheil von ihm fernhalten solle
und ihn segnen solle - und Gott tat es! Meine Ansicht ist jedoch, daß
es sich in den neuen Jabez-Büchern um typisches (amerikanisches) Wohlstandsevangelium
handelt, zusätzlich noch mit charismatischem Einschlag. Ich frage mich
sowieso besorgt, wie diese Jabez-Leute es fertig bringen, ausgehend von
einem einzigen Bibelvers etliche Bücher zu schreiben und eine ganze Theologie
aufzubauen! Der Name "Jabez" bedeutet eigentlich "mit Schmerzen habe ich
ihn geboren"...
Adrienne Liesching, Frontfrau von der neuen südafrikanischen Powergruppe
The Benjamin Gate, legt zusammen mit
Erin O'Donnell ein sahne Duett hin.
"Be in your blessing" ist Pop/Rock von seiner besten Seite! Danach bleiben
wir gleich beim Mainstream-Rock, denn Jamie Rowe (Ex-Guardian)
stellt ein neues Solostück vor: "beyond the borders" hat eine gut erinnerbare
Hookline und einfach einen fetzigen Sound. Mit "touch of greatness" folgt
eines der Highlights der Platte, nämlich ein Duett von Geoff Moore und
Phil Keaggy. Wirklich großartig gemacht,
ein kleines Folk-Pop-Liedchen mit Mitsingcharakter. Eine fetzige Modern-Rock-Hymne
präsentieren uns Michael Tait (von dc
Talk) und Rebecca St. James. "Lead
me away" spricht von dem Wunsch nach Gottes Führung in unserem Leben.
Das abschließende "the day is dawning" ist für mich das beste Lied der
Platte. Hauptsächlich getragen von dem Piano und Gesang Jill
Phillips' kommt hier am meisten (Folk-) Atmosphäre rüber - intensiv
und spannungsgeladen. Durch den kontrastreichen Duettpartner Kevin
Max (von dc Talk) wird das Stück zusätzlich
aufgewertet. Auch inhaltlich gehört der Titel ans Ende des Projekts, da
"es will Abend werden..." sein Grundthema ist.
Was wirklich schade ist, daß der "song of Jabez" von According
To John auf der Platte fehlt. Zeitig genug fertig war er ja und Radio-Erfolg
hatte er auch schon. Entweder hat Forefront Records wieder mal geschlafen
oder boykottiert...

Fazit: Wohl eines der besten Konzeptalben des Jahres 2001. Die Idee mit
den Duetten ist wirklich klasse und das Songwriting ist so gut, daß man
noch lange seine Freude an diesem Album haben wird!
|