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 Sampler
/ Various
"dialects - the best of Grassroots Music volume
one"

( 2005 Grassroots Music / Deep
Music Distribution /
online )
»Stars steigen auf und
sinken wieder, doch Söhne nicht! Gott hat eine Generation von Söhnen und
Töchtern herangezogen, keine Generation von Superstars. Solange wir aber
weiter versuchen, 'jemand' oder 'etwas' zu sein, werden wir nie wertvoll
für Gott sein.« (Jason Upton)
Soeben hat Grassroots
Music - der Shop mit einem Faible für unabhängige und alternative
christliche Musik und einem Blick über die Pop-Kultur hinaus - eine Kompilation
mit einigen seiner besten Indie-Schützlinge herausgegeben. Sehr folk-rockig,
sehr rootsig, mit charakteristischen Stimmen, eindrücklichen Darbietungen,
viel Gitarre und starken Texten (leider nicht im Booklet zu finden). Spannend
auch in der Zusammensetzung: Neben Waterdeep,
die gleich mit drei Liedern vertreten sind, oder Shane Barnard, der bei
uns vor allem als Partner von Shane Everett aufgefallen sein dürfte, tauchen
auch weniger bekannte Namen auf: Jason Harwell etwa und das Singer-Songwriter-Team
von Maeve.
Mehr als Lieder

Die 16 ausgewählten Lieder erzählen von tief menschlichen Erfahrungen:
Liebe, Sehnsucht, Verletzungen, Einsamkeit, Orientierungslosigkeit, Angst
vor dem Leben oder dem Tod. So unterschiedlich sie in Wortwahl, Blickwinkel
und Länge auch sind, so eint die meisten doch ein Anliegen: mit Musik
andern - Christen oder Suchenden, Freunden oder zufälligen Zuhörern -
Hoffnung und Ermutigung zu schenken. Gott soll gross gemacht werden. Es
wird von Jesus von Nazareth und seinem Wirken berichtet. Von der Vergebung
der Sünden und vom Entschluss, Jesus nachzufolgen, ist die Rede. Von Wendepunkten
und Seelenheilung. Und auch von Entscheidungen, die ein Gegen-den-Strom-Schwimmen
bedeuten können.

Einige Stücke sind bekenntnishaft: Koo Chung, der für seine letzten beiden
Alben mit Mitgliedern von Sixpence None The Richer,
Caedmon's Call und Jars
of Clay zusammenspannte, beschreibt in "Mercy's Door" die eigene Vereinsamung
aufgrund von Sündhaftigkeit und Selbstliebe. Von Götzendienst und dem
Wunsch, Gott kompromisslos zu dienen, singt Jason Upton in seinem über
7-minütigen "Will of God", einer eigenartigen Mischung aus Bluegrass und
Pop, anfangs meditativ, dann immer atemloser, hektischer, fast schon unangenehm
überschwänglich: "Ich bin es satt, für Menschenstolz zu leben. Mag die
Welt denken, ich sei verrückt, wenn ich nicht mitrenne. Aber es ist purer
Götzendienst, wenn Gott nicht alles von mir haben kann." Der Übergang
zum nachdenklichen "Against The Window Pane" von Don
Chaffer fällt ziemlich brüsk aus. Dieser rückt Jesus als Seelenkenner
und Heiland in den Mittelpunkt. Lori Chaffer,
die andere Hälfte von Waterdeep, fällt einmal mehr auf mit ihrem zarten
Gesang und nicht ganz einfachen Worten. In "Make No Protest", das von
ihrem Solodebüt "1beginning" (2003)
stammt, lässt sie Gott zu einer noch ungeborenen Seele sprechen ...
Verschiedene Dialekte

Die Dialekte und Stimmungen sind vielfältig: Folksong, Alt-Country, Blues,
Rock'n'Roll, Indie-Pop, Rock, Weltmusik. Mal sanft, verträumt oder anbetungsvoll,
mal energisch und temporeich. Tara Leigh Cobble, die mit "All My Songs"
vorgestellt wird, hat vor kurzem ihr drittes Album mit dem ungewöhnlichen
Titel "Things You Can't Stop With Your Hands" (2004) veröffentlicht: Progressive
Folk-Rock mit einer selbstbewussten Stimme. Shane Barnard ("Julie") und
Justin McRoberts ("Love") sind einander ähnlich in ihrem eindringlichen
Gesang, den gitarrenorientierten Akustik-Arrangements, den ehrlichen und
leicht zugänglichen Lyrics. Und schliesslich - Jill
Paquette: "If I Had My Way" ist zwar nur eine Demoversion, aber immerhin
ein Lebenszeichen von der wieder Label-losen Kanadierin. Zu souveräner
Gitarrenbegleitung und mit leicht trotzigem Beiklang, der schon in ihrem
Reunion-Debüt "Jill Paquette" (2003)
hin und wieder aufschien, singt Jipa über verpasste Chancen und den Wunsch,
rückblickend Weichen anders zu stellen. Das Stück ist - als einzige bisher
unveröffentlichte Aufnahme am Schluss der CD - leider etwas ungeschickt
platziert. Es zerstört ungewollt den Nachhall von Ross King: »Wir
dürfen nicht etwas anbeten, das es überhaupt nicht wert ist. Macht die
Bühne frei und schafft Platz für den Einen, der unsere Anbetung verdient«,
ermahnt uns der Texaner in der ruhigen Pop-Ballade "Clear the Stage",
einem der gedanklichen Höhepunkte auf "Dialects":

... Unterbrich für einmal all die Pläne, die
du gefasst hast,
und bleib zu Hause und warte, bis Gott leise zu dir spricht.
Bitte ihn, seinen Mund zu öffnen und zu sprechen.
Und bete ernstlich auf deinen Knien, bis sie wund sind.
Lass Licht auf jeden Bereich deines Lebens fallen,
bis Stolz, Begierde und Lügen aufgedeckt sind.
Dann lies Sein Wort und prüfe, was du gehört hast,
bis dein Herz und deine Seele berührt und erschüttert und zerbrochen sind
...
Fazit: Die Kompilation, die an die früheren Grassroots-Music-Sampler anknüpft,
gewährt einen bunten Einblick in das amerikanische Musikschaffen abseits
des thematisch und klanglich eingeebneten, von Labelriesen gesteuerten
CCM- Mainstreams. "Dialects" lebt gerade vom persönlichen Ausdruck der
Sänger und Sängerinnen, von ihren unterschiedlichen Zugängen zum Evangelium
und zur Musik als Botschafterin. Allerdings weist das Album auch ein paar
Längen auf: etwa das im Vergleich blasse "Jerusalem" (The Restoration
Project), den banalen Blues "California" (Jason Harwell) oder das perkussionslastige
"Always Beautiful" ('Enter The Worship
Circle'). Die gehaltvolle und vielseitige Liedkunst von Don und Lori
Chaffer, Justin McRoberts, Tara Leigh Cobble oder Ross King sticht dadurch
umso deutlicher hervor.
Tipp: Unter Grassrootsmusic.com
und Pastemusic.com
finden sich weitere Informationen und Hörbeispiele zu den erwähnten Sängerinnen
und Sängern.
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