Sampler / Verschiedene - ''starke Frauen, sanfte Töne - 14 ruhige Anbetungslieder''Sampler / Verschiedene
"Starke Frauen, sanfte Töne –
14 ruhige Anbetungslieder"


   ( 2007 Gerth Medien )

»Hektik ist heutzutage der grösste Feind für geistliches Leben. Hektik kann unsere Seelen zerstören. Hektik kann uns davon abhalten, richtig zu leben.« (John Ortberg)

Ein femininer Sampler für die Oasezeiten

Der sanfte Ton, mit dem Sara Lorenz ihr "Opfer der Anbetung" (# 1) darbringt, ist Programm auf dem neuen deutschsprachigen Sampler von Gerth Medien und der Zeitschrift "Lydia". Die hier versammelten, von acht Sängerinnen interpretierten modernen Anbetungslieder sind bestens bekannt, sei’s im englischen Original oder in den deutschen Übertragungen für "Du bist Herr" und "In Love With Jesus" (aus dieser Ecke stammt die Mehrzahl der Einspielungen): Paul Baloches "The Offering", Noel Richards' "When I Worship You", Matt Redmans "Facedown", Chris Tomlins "We Fall Down" usw. Es wurden auch sechs deutsche Dichtungen berücksichtigt, darunter Martin Peppers "Auge im Sturm" (# 2), Lothar Kosses "Wunderbarer Hirt" (# 12) und Marcus Wattas "Mehr von dir" (# 13). Die Arrangements erschaffen mit zumeist leichten, schwebenden oder fliessenden Klängen und flachem Puls eine erholsame Kulisse. Routiniert, aber abwechslungsreich genug und zwischendurch eine Spur energischer, um nicht einschläfernd zu wirken. Die Stimmen – die im Gegensatz zu den anonymen Musikern im Booklet in kurzen Porträts ein Gesicht erhalten – klingen hier recht ähnlich, mal etwas intensiver soulig wie Yasmina Hunzinger und Danyelle Vanes, mal hell und pur wie Katrin Lauer oder sanft wie Andrea Adams-Frey.

»Herr, ich suche deinen Frieden, das, was die Welt nicht geben kann,
in Harmonie und tief versöhnt zu leben, denn das fängt erst in deiner Nähe an.«

(~ "Auge im Sturm")

"Ich suche deinen Frieden", "In Gottes Nähe" o. ä. hätte mir ehrlich gesagt besser gefallen als dieser reisserische Titel, das brächte das Anliegen des Samplers, der vor allem Frauen ansprechen möchte, besser auf den Punkt. Es ist das grosse Geschenk des neuen Testaments, dass wir direkt Zugang zu Gott erhalten haben, dass Gott in Jesus Christus ein Stück weit fassbar wurde, dass er uns unermessliche Liebe und Barmherzigkeit zeigt und sogar unsere Gegenliebe sucht. In dieser Nähe verweilen die ausgewählten Lieder, in diese Nähe möchten sie die Hörerinnen führen. Mitten in unsere Alltagshektik und innere Unruhe hinein erzählen sie von einem Idealzustand der Anbetung. Wenn alles um uns herum unbedeutend wird, weil die Gewissheit, dass Gott da ist, stärker wirkt. Das Bild von Licht, das alles überstrahlt (# 9a "Ewiger Gott"). Ruhe und Friede, die von einem anderen Ort herüberströmen (# 3 "Land der Ruhe"). Verankerung in Gottes unwandelbarem Wesen (# 9b "Du bleibst, wie du bist"). In den Anbetungszeiten wächst auch der Wunsch, von innen her verwandelt und Christus ähnlicher zu werden (recht nervös: "Mehr von dir").

»Auf Jesu Tod und Auferstehn will ich mein Leben bauen.
Ich hab das alles nicht verdient, ich leb durch seine Gnade.
Sein Blut bezahlt für meine Schuld, damit ich Leben habe.«

(~ "Wie tief muss Gottes Liebe sein")

Dieses Nahen zu Gott ist kein blosser Gefühlszustand, den es durch Entspannung, Suggestion oder ein Ritual zu erlangen gilt, wie einige mystisch-charismatische oder endlos in die Länge gedehnte Tracks den Eindruck erwecken könnten, etwa "Wenn ich dich anbete" (# 5), "Ich fall auf die Knie" (# 6) oder "Das, was mich atmen lässt" (# 7) in den Übersetzungen von Arne Kopfermann. Jesus Christus ist vielmehr die Brücke in dieses ersehnte "Land", wo Unfriede, Schuld, Last, Stress ihre Macht verlieren. Welchen Preis dieser Zugang gekostet hat, ruft "Wie tief muss Gottes Liebe sein" (# 8) in Erinnerung, das Anja Lehmann mit weiten Melodiebögen innig interpretiert. Es hätte unter den mehrheitlich Ich-betonten Gesängen einiges an Tiefe, an Fundament gefehlt, hätte diese moderne Hymne von Stuart Townend keine Aufnahme auf dem Sampler gefunden. Sehr schön auch Anja Lehmanns Cover von "Ich habe einen Freund" mit diskreter Peter-Gabriel-Bassline. Was für eine schlichte, aber lebensverändernde Botschaft, wenn wir Jesus so von Herzen als unseren Freund bezeugen!

Fazit: Wer leicht verständliche, gefühlsbetonte und mitsingbare Anbetungslieder mag und nicht schon mit allen "In Love With Jesus"-CDs eingedeckt ist, könnte hier das eine oder andere Stück für seine Oasezeiten finden. Ein Schwachpunkt bleiben aber die z. T. schlechten deutschen Übertragungen und oberflächlichen Verse. Ich persönlich tanke weit nachhaltiger beim Durchstöbern eines der facettenreichen "Lydia"-Hefte auf ... Natürlich ersetzt beides nicht die eigene stille Zeit vor Gott.


—Monica Seidler für CCM-Rezis, Mai 2007

Daten:
Sampler / 14 Titel / 78 Min.
Musikstil: Meditativer Lobpreis
Label(s): 2007 Gerth Medien, Asslar / Lydia-Verlag, Asslar
Website: http://www.gerth.de  /  http://www.lydia.net

Wo reinhören und kaufen?:
im Gerth-Shop
 


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