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 Virgin
"2nd chance"

( 2001 Virgin Band / Eigenverlag
)
Seit der Promikon 1999 läuft der Virgin-Karrierezug immer
schneller. Es gab die erste CD im Herbst
1999, im Jahr 2000 die Teilnahme am BRAVO-Talentewettbewerb ("YoungStars
2000") mit einer vorderen Plazierung, und nun: Neue Plattenfirma, neue
Tournee 2002 (Vorgruppe von Jennifer Rush!) - kurzum, jemand hat den Mädels
eine zweite Chance gegeben ;-)
Um eines ferner klarzustellen: Von wegen "Girlgroup" - Virgin
ist 'ne gestandene Rockband. Nicht nur im christlichen Bereich ist das
Sextett damit eine ziemliche Rarität!

Man hört deutlich die Fortschritte beim Gesang, bei den Arrangements,
die viel besser produziert klingen. Und dies obwohl wieder Andy Kopp an
den Reglern stand... Wie man den Credits entnehmen kann, waren offensichtlich
auch Marcus Watta und Daniel Jacobi als Studiomusiker beteiligt. Obwohl
ich schon glaube, daß die Band selbst den "Löwenanteil" einspielte.
Insgesamt ein ausgewogenerer und gefälligerer Sound als auf dem Debüt.
Wenn der "säkulare Durchbruch" wirklich kommen soll, wie Virgin im Booklet
schreiben, mußte also der radiokombatible Sound her, was hiermit gelungen
wäre. Dennoch bleibt die einzigartige Stimme von Frontfrau Lissy Freund
das Markenzeichen von Virgin. Deutlich bemerkbar macht sich der Neuzugang
von Kyra Fichtner an der Gitarre. Solche Lieder wie der Einsteiger "time
to fly" rocken jetzt wunderbar ab - eben so, wie man es auf dem keyboardlastigen
Erstling etwas vermißt hatte. Wobei mich die Melodie von "second chance"
durchaus an den Song "light of life" vom Erstling erinnert, auch die erste
Zeile des Refrains unterstützt diesen Eindruck. "Catch you if you fall"
ist ein getragener Popsong mit Akustikgitarre, während "heyday" sicherlich
ein neuer Favorit auf den Konzerten werden dürfte mit seinem schnellen
Rock-Groove. Im letzten Lied der neuen Scheibe, "music", hat die Band
ein bißchen experimentiert: es klingt wie amerikanischer Akustik-Rock,
mit dem Rhythmus, wo man mit muß und einem Mitgrölrefrain. Einige Sekunden
danach erklingt gleich noch ein zweiter Mix von dem Lied, sozusagen als
Bonustrack. Schade, daß danach schon wieder Schluß ist, es hätte können
noch lange so weitergehen.
Als Anspieltips seien ganz klar das rockige "time to fly" und das wunderschöne
"light up my life" empfohlen.

In bewährter Weise wurden die Liedtexte von Thomas Fricke (einer der Bandmanager)
und Frontfrau Lissy Freund beigesteuert. Relativ einfach verständlich
ist das Englisch geblieben, immer bleiben die Lyrics somit nachvollziehbar.
Trotzdem hätten sie noch deutlicher werden können: Nur der Titelsong spricht
unmißverständlich von Gott. Dafür gibt es im Booklet ein Statement sowie
ein Glaubensbekenntnis, wo die Mädels klar Stellung beziehen. "Do you"
kann als eine Art Dialog oder Anbetungssong an Gott interpretiert werden.
Es heißt darin: "Ein Samenkorn des Glaubens wurde in mein Herz gepflanzt,
bitte laß es wachsen - hörst du meinen Ruf?".

Fazit: Waren Virgin bis vor kurzem noch ein echter Geheimtip, sind sie
mit ihrer zweiten CD nun zur absoluten Empfehlung in Deutschland avanciert!
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Die Band "Virgin" ist schon irgendwie
außergewöhnlich. Zuerst einmal besteht Virgin aus 6 Mädels
und auch ihre erste professionelle Platte "Second Chance" ist
außergewöhnlich. Beim ersten Hören blieb bei mir nun wirklich
gar nichts hängen. Virgin wirken wie eine weitere der vielen gesichtslosen
christlichen Pop-Rock-Bands, die ja bekanntlich immer mehr werden. Aber
gibt man der Platte eine "Second Chance", kann man der Musik schon
was abgewinnen.
Der Stil ist durchweg poppig bis rockig, auch einige ruhige Songs sind dabei,
die allerdings fast schon wieder zu ruhig (= langweilig) sind. Vergleiche
zu anderen Bands sind schwer. Manchmal erinneren die Gesangs-Arrangements
ein bischen an "The Corrs", allerdings auch nur manchmal. Den
Wunsch der Band im Booklet, mit diesem Album den "großen Durchbruch"
zu schaffen, kann diese CD wohl nicht erfüllen. Dennoch ist Virgin
eine Band, die ganz klar das Potential hat, noch einen draufzusetzen. |