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 Virgin
"soon comes the day"

( 1999 Virgin / Purity Records/Cutting
Edge/Gerth
Medien
/ Eigenverlag )
1997 flimmerte "Bandits" über die Leinwand. Ein Film
mit Katja Riemann, über den Knast, Frauenpower und Rockmusik. Letztere
wurde von der Frauenband mit eben jenem Namen "Bandits" gespielt. Parallel
zum Film gab es die entsprechende CD. Dies alles begeisterte fünf junge
Mädels aus dem Gießen-Wetzlarer Raum selbst eine ähnliche (allerdings
fromme) Band ins Leben zu rufen. Virgin war geboren.

Ja, und bald kam der Tag, an dem man sich einer größeren Öffentlichkeit
präsentierte: die "Promikon" im Winter 1999. Im Herbst desselben Jahres
erschien dann bereits das Debütalbum. zwölf Songs zwischen Pop und Rock
- größtenteils handgemachte Musik zum Liebhaben. Gut ausproduzierte Lieder
zum Träumen und mitsingen. "Light of life" dürfte wohl der Hit
der Platte sein, ein fetziger Pop-Titel über das Licht des Lebens, was
auf Jesus deuten soll. Einige Stücke haben einen etwas melancholischen
Touch. "Don't give up" begeistert hingegen durch eine hoffnungsvolle Grundstimmung
und den herausgestellten Wechselgesang zwischen Frontfrau Lissy Freund
den anderen vier im Background. Und während "free heaven" den Blues hat,
ist "follow you" ein um so fröhlicheres Lied mit Akkordeon! Auf irgendeine
Weise enthält jedes der Lieder Folk-Elemente. Insbesondere - der ansonsten
als Produzent bekannte - Uli Kringler hat mit verschiedenen Instrumenten
dieses Leben in den Virgin-Sound gebracht.

Die Songs wurden alle von der Band und ihrem
Management geschrieben und klingen wirklich schon sehr erwachsen. Es geht
um Gefühle, um Erlebtes - einfach, ehrlich und nachvollziehbar. Hier und
da könnte die Botschaft deutlicher kommen, auch wenn sie bereits vom "Himmel
umsonst" und "Seiner Liebe" singen. Die letzte inhaltliche Konsequenz
fehlt mir noch. Dafür merkt man, wie Virgin gleich auf der Ebene des Hörers
agiert, dessen Sprache spricht und nicht abhebt. Echt zu sein, ist heutzutage
sehr wichtig.

Ein beeindruckendes Debüt, das noch so einiges für später erwarten läßt.
Und man bedenke: hier spielen fünf weibliche Wesen, die oft viel frischer
klingen als ihre männlichen Kollegen aus der frommen deutschen Szene...
Meine Anspieltips sind "follow you" (# 6) und "light of life" (# 2).
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