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Tess Wiley
"not quite me"

( 2004 Tapete Records / Indigo
/ wileyrock.de;
amazon.de
)
Nach rund drei Jahren ist Tess
Wiley endlich mit ihrem zweiten vollen Album zurück! Im Unterschied
zum Vorgängerwerk "rainy day assembly"
wurde "not quite me" fast vollständig in Deutschland aufgenommen
bzw. eingespielt, sogar bei Tess zu Hause. Inzwischen ist die Rockerin
beim deutschen Indie-Label Tapete Records unter Vertrag und gibt dort
eine gute Figur ab, was nun auch endlich mal Features in deutschen Medien
bestätigen!

Die Musik auf dem brandneuen Silberling ist wie von einem anderen Planet:
Sie hat Groove, sie hat eine magische Stimme und einen erlesenen, traumhaften
Rocksound, den man einfach nur sehr selten findet. Sie transportiert große
Gefühle und Stimmungen/ Launen glaubhaft und wirkt dadurch beim Hörer
voll authentisch. Musik, die bodenständig ist und handgemacht ja
sowieso. Hier ist also alles echt. Tess wird immer besser bei ihrem Songwriting,
die Lieder sind noch schöner herausgearbeitet als beim letzten Opus.
Unter den zehn Neuaufnahmen findet sich auch der Song "how does silence
feel" (# 2), der bereits 2002 auf einem US-Sampler erschienen war.
Zudem gibt es eine neue Version des Tess Wiley-Klassikers "delicate
skin" (# 6), die hier einfach wunderbar gelungen ist und richtig
"smooth" daherkommt. Der Titelsong "not quite me"
(# 1) und das abschließende "this shadow" (# 10) sind
die Überfliegerhits dieser Scheibe und sollten als Radiosingle ausgekoppelt
werden: Infektiöser Rockbeat mit Passagen von Akustikgitarre, beide
Male tolle Refrains und einfach ein Sound, der gut abgeht. "This
shadow" ist übrigens eine Hommage an das ganze Tess-Team, ein
Dank an alle, dir ihr in den letzten Jahren geholfen und beigestanden
haben.

Nun macht Tess und ihre Crew ganz sicher keine typische Top20-Chartsmusik,
trotzdem enthält die vorliegende CD absolute Knaller! Es stimmt einfach
die soundmäßige Abstimmung und die Songauswahl, die perfekte
Mischung für Indierock-Freunde und EMO-Pop-Fans. Ganz neu in Tess'
Musik sind diesmal die Backgroundvocals und Handclaps ihrer BandkollegInnen,
die wirklich eine neue Dimension in den Sound einbringen und absolut cool
rüberkommen. Bitte in Zukunft mehr davon ;-)

In ihren Liedern setzt sich die Künstlerin mit der Liebe in verschiedenen
Facetten auseinander. Überhaupt scheinen Beziehungen eine primäre
Rolle in den Liedtexten zu
spielen. Doch es geht auch um Gott: So singt die in Deutschland lebende
Texanerin eine Vertonung von Psalm 42 ("my fortress and my shield",
# 7) - 'eine feste Burg' mal auf Indie-Rock... Wirklich ein ganz ganz
ganz tolles Lied und eine meiner neuen Lieblingsstücke ;-) Ingesamt
ist die Poesie auf dieser Platte etwas besser nachvollziehbar und verständlich
für den Hörer bzw. Leser als bei früheren Songs der Künstlerin.
Auch ist die Stimmung etwas optimistischer, obwohl es auch jetzt wieder
schöne melancholische, träumerische Anklänge zu hören
gibt.

Fazit: Ein perfekter Soundtrack für das Leben, hier werden irgendwie
die Stimmungen von allen Jahreszeiten eingefangen. Alle Tess Wiley-Fans
sollten sich auf jeden Fall diese Platte besorgen, denn es lohnt sich!
Darüber hinaus kann ich das Werk allen empfehlen, die auf ausdrucksstarke
Frauenstimmen und guten Alternative-Rock bzw. EMO stehen. Denn: Wo 'Tess
Wiley' draufsteht, ist garantiert genialer Wileyrock drin! Oder noch anders
gesagt: Wenn du ein Abenteuer im Land des großartigen Gitarrenpops
erleben willst, dann fang mit dieser Platte an :-)
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