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 16.5.2007,
Frauenfeld (CH)
live: Bethany Dillon am Springtime-Festival 2007
Setlist:
Revolutionaries
Traffic-Rap
Great Big Mystery
Top of the World
The Kingdom
Beggar's Heart
Beautiful
(Frauenfeld) Ziemlich in der Mitte des Abends,
nach der amerikanischen Prog-Rock-Band Fireflight und vor Larry
Norman, hatte Bethany
Dillon aus Ohio ihren Auftritt am Frauenfelder Springtime-Festival,
das dieses Jahr schon zum dritten Mal von der christlichen Jugendarbeit
Godi organisiert wurde. In T-Shirt und Jeans und ausgestattet mit ihrer
Akustikgitarre, fühlte sie sich deutlich auf der Bühne zu Hause
und liess sich von der lauten, unruhigen Publikumsmasse (man zählte
um die 2500 Eintritte!) nicht aus der Fassung bringen. Im Gegenteil, der
Funke sprang spürbar über, sobald sie in einer leichten Nebelschwade
die Bühne betreten und "Revolutionaries" mit seiner folkigen
Gitarrenbegleitung angestimmt hatte. Schon an zweiter Stelle folgte ihr
frecher "Traffic"-Rap, der seit letztem Sommer ein Fan-Favorit
ist. Verschmitzt bat sie das Publikum um optische Unterstützung,
dann holte sie tief Luft und fetzte als Li'l Ra$-Pee los.

In die Beine gingen anschliessend der Rocker "Great Big Mystery"
von ihrer Debüt-CD
und der gutgelaunte Jubelschrei "Top of the World" vom neusten
Album. Die 18-Jährige hat echt eine Powerstimme, die sie in der
dezibelstarken Umgebung noch dazu wenig zimperlich einsetzte. Mit ihrer
Akustikgitarre, die immer wieder hell dazwischenklang, schien sie geradezu
verwachsen. Begleitet wurde sie von einem Drummer, der eher wenig abwechslungsreich
auf seine Gerätschaften eindreschte, und einem Bassisten. Im Hintergrund
flimmerten Live-Visuals über Leinwände. In einer ersten längeren
Einleitung erzählte Bethany Dillon, wie sie "The Kingdom"
für ein verwandtes Paar schrieb, das zwei Babys verloren hatte und
dennoch nicht verbittert war, sondern im Kummer näher zu Gott hinwuchs.
Der Dolmetscher tat sein Bestes, ihre ernsthafte Ansage rüberzubringen,
aber ich glaube, viele klinkten erst bei ihrem Gitarren-Intro wieder ein.
Bald klatschte alles mit.

Vielleicht etwas zu anspruchsvoll in diesem auf härtere Klänge
programmierten Ambiente war "Beggar's Heart" mit seiner gewundenen
Melodie (und tiefgehenden Botschaft). Was auf der CD verhaucht-nachdenklich
und experimentell klingt, ging hier ziemlich im Lärm unter. Dabei
bemühte sich die Sängerin sehr schön um sanft ausgestaltete
Momente, bevor sie gegen Schluss wieder energisch aufdrehte. Auch "Beautiful",
einer ihrer bekanntesten Hits, war ihr eine längere persönliche
Einleitung über ihren Kampf um ein richtiges Verständnis von
Gottes Liebe wert. Das Publikum freute sich spürbar, als der Songtitel
erkannt wurde und Bethany Dillon zu ihrem Ohrwurm ansetzte, stimmlich
schon ein wenig angeschlagen: »... You make
me beautiful / You make me stand in awe / You step inside my heart, and
I am amazed / I love to hear You say / Who I am is quite enough / You
make me worthy of love and beautiful.« Nach einem improvisierten
Ausklang und ihrem breiten "Thank youuu" verschwand sie nach
35 Minuten unter begeistertem Applaus und Gejohle schon wieder. Leider
ohne Zugabe, denn in Kürze sollte die Bühne für den nächsten
Act bereit sein.

So, wie sie mir vor dem Konzert im Interview
begegnet war, so erkannte ich Bethany Dillon auch auf der Bühne wieder,
von der aus sie ihre Lieder mit den mehrheitlich jugendlichen Festivalbesuchern
teilte. Ohne aufgesetzte Coolness, ohne Showgehabe, aber mit sprühender
Energie. Das nächste Mal allerdings würde ich sie gerne in kleinerem
Rahmen wiederhören, wo ihre Stimme nicht gegen die Übermacht
der Begleitung und des Publikumslärms ankämpfen muss und ihre
Lyrics mehr Raum erhalten.

Danke, Godi- und Springtime-Festival-Team, dass ihr Bethany Dillon in
die Schweiz geholt habt!
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