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 13.9.2002,
Ehrenfriedersdorf
live: Bloody Tears - vorletztes Konzert, open air
Das vorletzte Konzert der beliebten sächsischen Rockband
fand open air vor der St. Niklas Kirche in Ehrenfriedersdorf statt. Die
junge Gemeinde des Ortes hatte zu einem zünftigen Rockkonzert eingeladen
und viele Teenies und junge Erwachsene waren gekommen. Es ist das erste
Mal, daß ich ein christliches Rockkonzert in meinem Heimatort besuchen
konnte und es hat sich gelohnt.

Peinlich war allerdings bei gehöriger Herbstkälte die eine Stunde Verspätung,
nach der die Vorgruppe Imbrace aus dem Nachbarort Thum endlich loslegte.
Sie spielten einen irren Mix aus Hardcore, Crossover und Grunge. Irgendwie
konnten sie noch nicht so richtig entscheiden, ob sie eine Metal-Band
werden wollen oder doch lieber eine Indie-Rock-Band. Sorry, aber das Geröhre
des "Sängers" ging nicht nur mir auf die Nerven, obwohl sich die Band
insgesamt große Mühe gab. Wenn bei einigen Stücken der eine Gitarrist
bestimmte Passagen sang, hatte man den Eindruck aus der Formation könnte
sich doch noch was großes entwickeln, denn dies klang sehr harmonisch
und absolut passend zum Sound. Botschaftsmäßig kam nicht so viel rüber,
einfach weil das akustische Verständnis nicht gegeben war - was nicht
nur am live-Mix lag, aber auch egal. Alles in allem ein durchaus annehmbarer
Gig einer Nachwuchsband, der man auf jeden Fall für die Zukunft nur alles
Gute wünschen kann!

Aber zur Freude aller Anwesenden kam ja noch der Hauptact des Abends aus
Ottendorf-Okrilla (nahe Dresden). Mich erstaunte echt diese Spielfreude
dieser Band und mit welcher Frische sie loslegten. Die hatten wirklich
so super Melodien und Refrains, daß man aus dem Staunen kaum rauskam.
Zumindest ging es mir so, denn ich sah die Band zum ersten Mal live. Die
meisten Lieder waren in englischer Sprache, aber man konnte den Text fast
immer sehr gut verstehen. Desöfteren gab es auch kurze Ansagen, die das
Thema des Songs kurz beschrieben und persönliche Zeugnisse des Frontmannes
Benjamin Franke beinhalteten. Ein echter Knaller war das Cover des dc
Talk-Klassikers "Jesus freak" während der Zugabe. Dazu kam extra der
sonst so unscheinbare Keyboarder nach vorn und hat allen gezeigt, wie
er rocken & rappen kann. Alle Achtung! Sänger Benjamin (und Hauptsongschreiber!)
und seine Bandkollegen haben es echt drauf: Würden sie nicht in Sachsen
wohnen, sondern in Baden-Württemberg oder im Siegener Land, wären sie
wohl schon längst "Stars" im christlichen Bereich und ihre CDs wären über
die einschlägigen Vertriebe erhältlich, aber so...

Etwas Melancholie lag in der Luft, denn alle wußten, dies ist das vorletzte
Konzert der Gruppe, irgendwie verdrängten wohl alle ihren Wehmut... Die
Gründe für das Auflösen sind nicht gerade erfreulich: Meinungsverschiedenheiten
unter den Bandmitgliedern. Wie das Leben manchmal so spielt. Erfreulicherweise
haben sich aber an diesem klaren Herbstabend alle vertragen - auf und
vor der Bühne ;-) Die zweite gute Nachricht ist, daß aus der einen
Band Bloody Tears in Zukunft zwei Projekte werden - eine Rock-/Pop-Band
sowie eine Lobpreis-Truppe, die auf Reisen gehen wird, um Gottesdienste
zu bereichern.

Fazit: Insgesamt ein langer aber gelungener Abend mit professionellem
Mainstream-Rock von Bloody Tears. Ein Dank geht auch die Organisatoren,
die alles im Griff hatten und einen reibungslosen Ablauf garantierten.
Ein Extra-Lob auch für die Mega-Bühne!
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