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Christmas Rock Night 2001 (CRN) / 7.-9.12.2001, Ennepetal7. bis 9.12.2001, Ennepetal
live: Christmas Rock Night 2001

Es ist immer ein ganz besonderes Feeling, wenn man einmal im Jahr ins graue Ennepetal fährt, um sich dort mit vielen anderen Freunden der harten Musik ein Wochenende lang zu vergnügen. Doch dieses Jahr ging die 22. Christmas Rock Night in Ennepetal mit einer grundlegenden Änderung an den Start. Zum ersten mal erstreckte sich das bunt gemischte Programm über drei Tage: Der Sonntag wurde als zusätzlicher Rock-Night-Tag aktiviert. Aber dazu später mehr.

Das musikalische Programm konnte sich von den Namen her wirklich sehen lassen. Während am Freitag "on a mission" auf der Mainstage die undankbare Aufgabe des Openers einnehmen durften, ging es auf der Sidestage mit brachialem Cross-Over mit unüberhörbarem Metal-Einschlag los. Cherubim rockten was das Zeug hielt und schufen so eine Atmosphäre in der sich der Freund des klassischen Metals ebenso wiederfinden konnte, wie der Fan von moderner, harter Musik. Und da kam es dann so langsam auf, das Feeling.

Auf der Mainstage kam die Stimmung so langsam bei Luna Halo, die sich ihre Instrumente kurzfristig bei anderen Bands leihen mussten, da ihr gesamtes Gepäck (inklusive Merchandising und Kleidung) leider nicht den richtigen Flieger genommen hatte. Das gleiche Problem hatte auch Tourniquet-Drummer Ted Kirkpatrick, dessen Drumsticks und Becken in Bombay landeten.

Dale Thompson von Bride ...Nach Luna Halo kamen dann Bride und es kamen die alt eingesessenen Metal-Freaks. Als Bride jedoch anfingen zu spielen gingen dann auch die meisten wieder, denn was Bride auf der Bühne abzogen, wirkte alles andere als authentisch. Sänger Dale Thompson kam zunächst mit Sonnenbrille und Cowboyhut auf die Bühne, hatte später dann aber ein rotes Cappy auf (natürlich verkehrt herum) und gab sich alle Mühe, durch "coole" Handbewegungen und durch "cooles" Halten des Mikrofons wie ein schlechter Fred-Durst-Klon zu wirken, was ihm auch Zweifels ohne gelang. Nein Jungs, so nicht. Die Musik ist vielleicht nicht schlecht und Dale Thompson ist nach wie vor ein mega-genialer Sänger, aber es wirkt einfach nicht echt für eine Band wie Bride!

Tourniquet ...Den Abschluß des Freitags, der übrigens nicht so gut besucht war, wie man es von der CRN gewohnt ist, bildeten Tourniquet, die wie angekündigt ein ganz spezielles Set spielten! Es gab größtenteils Bonus-Tracks wie "The hand Trembler" und man kann wohl sagen: Dieses Set war etwas für Liebhaber, aber es war trotz dem irgendwie schade, dass die Jungs nicht einen wirklich Hit im Repertoire hatten. Gut gefallen hat mir, endlich mal Beide Teile von "The Skeezix Dilemma" hintereinander live zu hören! Aber ansonsten war die Fangemeinde geteilter Meinung über dieses Set. In einem Punkt aber waren sich alle einig: Wenn man so einen genialen Song wie "The Messiah" von Bloodgood covert, sollte man schon den Text und vor allem die Liedstruktur beherrschen, was bei Sänger Luke Easter jedenfalls nicht der Fall war.

Am Samstag fällt dem geschulten Auge zunächst auf, dass das musikalische Programm auf der Side-Stage durchweg sehr modern und hart war! Im Gegensatz zum Freitag konnten hier auch Tourniquet vollkommen überzeugen. Die Amis zogen nicht wie gewohnt eine ruhige Unplugged-Session durch, sondern hämmerten richtig los und spielten die großen Hits wie "Broken Chromosomes", "The Tomb Of Gilgamesh" oder "Pathogenic Occular Dissonance".
Auf der Mainstage konnten die amerikanischen Durchstarter von Earthsuit überzeugen, eher fragwürdig fand ich Project 86 als Ersatz für Living Sacrifice. Sicher heizten Project 86 ziemlich gut ein mit ihrem musikalischen Mix aus NuMetal und Hardcore, aber musikalisch sind sie halt nicht vergleichbar mit Living Sacrifice.
Immer wieder ein Hit sind die Jungs von Disciple. Als sie 99 zum ersten mal auf der CRN und zum ersten mal in Deutschland überhaupt spielten, spielten sie eher eine unbedeutende Nebenrolle. Aber die Zeiten sind vorbei, Disciple gehörten eindeutig zum Highlight des Abends. Nicht nur wegen ihrer powergeladenen Musik, sondern auch wegen ihrem ehrlichen Auftreten und ihrer mutmachenden Message. Nach gemeinsamer Zeit der Stille und Gebet gab es zum Abschluß dann noch ein paar nette Worship-Songs, so wie man es von Disciple gewohnt ist.
Peter Furler von den Newsboys ...Auch die Newsboys konnten überzeugen und wurden ihrem Status als Headliner gerecht. Eine bunt gemixte Setlist mit den größten Hits sorgte für einen positiven Ausklang des CRN-Sonntags.

Am Sonntag reichte das Programm von Dance-Pop (normal generation!) bis Gothic (Saviour Machine, Morphia) und so kam es, dass ma nauch dementsprechend viele unterschiedliche Leute beobachten konnte.
Den Auftakt bildeten Arson, die sich in meinen Augen im Vergleich zum letzten Jahr auf jeden Fall verbessert haben, gefolgt von der französischen Combo "Space in your face".
normal generation! ...Eine Show der ganz besonderen Art boten normal generation!, die sich zwar Mühe gaben, fröhlich zu wirken und Stimmung zu verbreiten, aber mit ihrem Versuch irgendwie scheiterten. Wahrscheinlich weil sich vor der Bühne bereits der harte Kern der Saviour-Machine-Fans angesiedelt hatte. Oder vielleicht, weil ihre Musik eben nicht wirklich auf eine Rock-Night passt?
Nachdem wie in jedem Jahr die Electrics wieder einmal bewiesen hatten, dass sie einfach zur Rock-Night dazugehören, betraten die amerikanischen Newcomer PAX 2:17 die Bühne! Ich kann nur sagen: Respekt! Von den modernen Bands nach amerikanischem Muster (von denen es dieses Jahr wirklich viel gab) gefielen mir PAX eindeutig am Besten! Besonders, weil es bei dem abwechslungsreichen Mix aus Crossover, HipHop, NuMetal und Reggae nie langweilig wurde!
Eric Clayton von Saviour Machine ...Ja und dann kam für mich das Highlight des Abends: Saviour Machine. Die Vorreiter des Christlichen Gothics spielten eine sehr eindrucksvolle und professionelle Show. Narnia-Gitarrist Carljohann Grimmark und Veni Domine-Drummer Thomas Weinesjö stellten eine echte Bereicherung dar. Saviour Machine spielten Songs aus jedem ihrer fünf Alben und hielten sich streng an die Wünsche der Fans, die ihre Lieblingssongs auf der Homepage auswählen konnten. Zudem wirkten Saviour Machine ohne Schminke, Feuer, Rauch und Blut auf der Bühne einmal ganz anders. Für die Fans jedenfalls wird dieser Auftritt sicherlich ein ganz besonderer bleiben. Im Anschluss an das Konzert gab es auf der Side-Stage einen Talk mit Eric Clayton, Carljohan Grimmark und Thomas Weinesjö, bei dem die Fans ihre Fragen loswerden konnten. Eine tolle Idee und eine gute Entschädigung für die mit 75 Minuten sehr kurz bemessene Spielzeit für Saviour Machine.
Michael Tait von 'Tait' ...Den musikalischen Abschluss der CRN bildete dc Talk-Mitglied Michael Tait mit Band. Er setzte einen gelungenen und musikalisch hochwertigen Abschluß und begeisterte die Zuschauer mit dc Talk-Klassikern wie "In the light" oder "Jesus Freak".

Im Nachhinein betrachtet fand ich das System mit drei Tagen interessant, aber wirklich besser als sonst war es auch nicht. Sicherlich war das Programm sehr interessant und konnte sich mit zahlreichen Top-Bands auch sehen lassen, aber andererseits sind 159 DM Eintrittskosten für drei Tage auch nicht grade wenig, wenn man bedenkt, dass für viele Besucher noch hohe Sprit-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten entstehen! Dazu kommt, dass viele, die von weit her anreisen mussten, nicht daran vorbei kamen, sich einen Tag frei zu nehmen. Nur so lässt sich für mich auch der ungewohnt dürftige Besuch am Freitag erklären.
Auch schade fand ich, dass in diesem Jahr erstmals seit langem kein traditioneller Hard-Rock- bzw. Metal-Act wie Narnia oder Rob Rock auftreten durfte, dafür aber um so mehr "moderne" harte Bands; und dass Bands wie Extol zeitgleich zur CRN auf Tour sind. Vielleicht hätte man das besser managen können, denn solche Bands bringen auch immer eine Menge Fans mit und sorgen für noch mehr Abwechslung. Extol beispielsweise wären für mich ein besserer Ersatz für Living Sacrifice gewesen als Project 86.

Positiv fand ich die Idee der Veranstalter, am Sonntag einen CRN-Gottesdienst anzubieten (der auch gut besucht war), sowie einen "Raum der Stille" in dem man in Ruhe beten oder reden konnte. Dies sind sicherlich gute Ansätze, die in der Zukunft noch ausgebaut werden könnten. Denn Fakt ist, dass die christliche Botschaft direkt von der Bühne immer weiter abnehmen! Vielleicht sind die Zeiten auch einfach vorbei! Deshalb ist die Idee, ein "geistliches Rahmenprogramm" zu bieten, sicherlich gut.


—Tim Ziegeler für CCM-Rezis, 16. Dezember 2001

Websites:- http://www.christmasrocknight.de (CRN offiziell)
- http://concerts.timfreak.de (Saviour Machine live)
- weitere live-Bilder

CD-Rezis: Saviour Machine / normal generation! / Newsboys / Tait / Tourniquet /
                Bride 1 / Bride 2 / PAX 217 / The Violet Burning / Luna Halo /
                The Normals / Earthsuit / Capewalk / on a mission / Noisetoys /
                Sarah Brendel / Mark Sixteen


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