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 15.4.2006,
Crivitz
live: Echtzeit - Osterjugendtag 2006
In Echtzeit gerockt

(Crivitz) Zum alljährlichen Crivitzer
Osterjugendtag - 2006 fand die 54. Auflage statt! - war die Gruppe
Echtzeit als Konzertband eingeladen.
Nichts anderes war an diesem Samstagabend im Programm vorgesehen, einfach
Musik pur. Das Quartett aus Süddeutschland konnte erst zwei Stunden
später beginnen, da der Schlagzeuger aus der Schweiz einflog. So
stieg halt die Spannung vor dem Auftritt weiter an... Als es dann endlich
losging, schauten einige ziemlich verblüfft, denn soviel Energie
hatten sie der Band wohl nicht zugetraut. Doch seit den Nachmittagsstunden
zierte ja das Banner der Truppe den Bühnenbereich und prophezeite
energische Rocksongs. Versprechen also eingelöst. Die temporeiche,
sportliche und ungestüme Bewegung auf der Bühne riß das
Publikum sofort mit. 330 Jugendtagsteilnehmer zwischen 14 und 30 Jahren
hüpften vom ersten Stück an mit durch den relativ kleinen Saal.
Die Jungs vorne genossen das und so hatten alle eine gute Zeit. Beide
"Seiten" waren merklich voneinander überrascht - im positiven
Sinne.

Vor einigen Jahren als "Focus On God"
gegründet, benannte sich die Band 2005 in Echtzeit um und stellte
ihren Stil von Worship auf deutschsprachigen Crossoverrock um. Daher fanden
erfreulicherweise nur noch wenige englischsprachige Titel den Weg ins
Programm. Gesang und Textaussagen waren gut verständlich, da alles
in ordentlicher, aber vernünftiger Lautstärke abgemischt war.
Die Aussagen taten niemand weh, waren sicher nicht falsch, aber eben auch
nicht unbedingt "seminarfähig" auf dem wie immer geistlich
tiefschürfenden Jugendtag. Es hat einfach etwas der Tiefgang gefehlt.
Da half auch die eingebundene Bibellese von Gitarrist Daniel Harder über
das Gleichnis vom vergrabenen Schatz nicht viel, auch wenn es eine willkommene
Abwechslung und Verfeinerung des Auftritts darstellte.

Knapp zwei Stunden spielte die Band eine fetzige Darbietung, die viele
gern als sportliche Einlage nutzten, um sich wieder mal auszutoben...
Bis auf drei Ausnahmen wurden übrigens durchweg gut gemachte Eigenkompositionen
(z.B. "alles von vorne", "ein kleines Stückchen Ewigkeit",
"Glashau", "mach die Augen auf") vorgetragen, die
zukünftig in CD-Form durchaus (frommes) Hitpotential entfalten könnten.
Von den Coverversionen kam zwar Lenny
Kravitz' "fly away" überraschend gut an (in brüdergemeindlichem
Umfeld wohlgemerkt... ;-), war aber insgesamt eher ein durchschnittliches
Cover, vom Handwerklichen her. "Stand by me" war als Oldie natürlich
bekannt, aber hier experimentierte die Band ein bißchen und als
Zugabe konnte man richtig gut mitmachen. Vor dem Abschlußgebet wurde
mit "here I am to worship" noch eine Mitsinghymne zum Besten
gegeben, welche die Jugendtagsband ("praise2b")
am Vormittag schon auf deutsch vermittelt hatte.

Fazit: Echtzeit rockt in Echtzeit, ohne Frage! Handwerk gut, Auftritt
gut, Bandleute sympathisch, nur halt in Punkto geistlicher Tiefgang könnte
hier und da noch eine Schippe draufgelegt werden.
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