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Constance Rhodes (Hrsg.) - ''The Art of Being: Reflections on the Beauty and the Risk of Embracing Who We Are''

Constance Rhodes (Hrsg.):
"The Art of Being: Reflections on the Beauty and the Risk of Embracing Who We Are"


   ( 2004 Shaw Books / online )

Auf der Suche nach Gottes Masterplan für unser Leben

Die Sängerin Sara Groves erzählt von der Geburt ihres ersten Kindes, die ihr die bedingungslose Vaterliebe Gottes und ihre Geborgenheit darin ganz neu bewusst gemacht hat. Schonungslos offen schildert Rock-Lady Ashley Cleveland ihren Weg aus Drogensucht und Alkoholismus hin zur Abstinenz und zu einer befreienden Abhängigkeit von Gott. Gloria Gaither und die um einiges jüngere Jill Phillips nehmen ihr Musikertum kritisch unter die Lupe und warnen vor falschem Erfolgsstreben, der Abhängigkeit von Applaus und Charts-Positionen und dem daraus drohenden körperlichen wie geistlichen Ausbrennen. - Dies sind nur 4 Beispiele aus den insgesamt 15 Essays, die das kürzlich erschienene Buch "The Art of Being - Reflections on the Beauty and the Risk of Embracing Who We Are" versammelt. Die Herausgeberin, Constance Rhodes, war früher Marketingchefin bei Sparrow Records und hat nach ihrem Ausstieg Finding Balance gegründet, eine Art christliche Wellness- und Lebensberatung mit besonderem Augenmerk auf Essstörungen. Die Autoren stammen alle aus der amerikanischen christlichen Musikszene; und erwartungsgemäss sind ihre Beiträge über die "Kunst des Seins" so vielfältig wie die Bandbreite ihrer Bekenntnisse und ihrer Musik, die von den eingängigen Inspirationals der Gaithers über den bodenständigen Folk-Pop von Jill Phillips bis zu den uneindeutig-abgründigen Kunstsongs von Over The Rhine und zum auch in der säkularen Szene erschallenden Modern Rock von Switchfoot reicht.

Wer sind wir - ohne unsere Taten und Titel, ohne Besitz und Make-up?

"It's Not What You Do. It's Who You Are." - Wie es der Klappentext griffig ausdrückt, wendet sich Rhodes' Essaysammlung gegen das Karrieredenken, den Peergroup-Druck und das Aufwiegen des eigenen Wertes in Geld, Macht und Beachtung. Es zählt nicht, wie hoch du die Erfolgsleiter emporgestiegen bist, ob dein Kleidungsstil trendig ist, wie gescheit du reden kannst oder wie weit du deinen Bekanntheitsgrad ausgedehnt hast, sondern wer du wirklich bist. Das Buch ist anderseits auch kein Plädoyer für ein egoistisches Ausleben aller Charakterzüge oder ein verträumt-relaxtes In-den-Tag-hinein-Leben. Vielmehr steht die Suche nach einem gottgefälligen, sinnerfüllten Leben und nach Ewigkeitswerten im Mittelpunkt. Die Lebensgeschichten und Erfahrungen der Schreibenden, so der Wunsch der Herausgeberin, sollen den Lesern als Impulse zur Sinnsuche und zu neuer Orientierung dienen: Was oder wer bestimmt meinen Wert? Wo ist mein Platz? Wo finde ich Frieden und Zufriedenheit?

"The Art of Being" ist kein Studienbuch oder Ratgeber in der Art der inflationären 10-Schritte-Literatur, sondern ein erbauliches Lesebuch, ein anregendes Kaleidoskop verschiedenster Lebensentwürfe. Einige der Musiker füllen ihre 4 bis 14 Seiten sehr poetisch und bilderreich, andere berichten geradlinig und berührend ehrlich von eigenen Erlebnissen, Kämpfen und Einsichten. Was auch immer mit der Identität eines Menschen, seinem Wohl- oder Echtsein zu tun hat, kommt zur Sprache: Geburt, Kindheit, Altern und Tod, Berufswahl, Selbstwertgefühl und Gesundheit, soziale Kontakte, auch ganz wörtlich Atemholen und Ausspannen. Und immer wieder der Glaube. Es wird schnell klar, dass das Leben kein "Disney" (A. Cleveland) ist und offene Fragen dazugehören. Doch eine hoffnungsvolle Überzeugung zieht sich wie ein roter Faden durch die 192 Seiten: Unser Sein ist in die universelle Geschichte eingewoben, die Gott mit seiner Schöpfung schreibt. Er hat einen Masterplan für unser Leben, den es zu entdecken gilt. Wir müssen erst unseren Platz in dieser Geschichte finden und annehmen. Dann werden unsere Taten sinnerfüllt und auch für andere wertvoll.

Ermutigen und anregen statt Eindruck schinden

Packend fängt dies Matthew Odmark in seinem Aufruf zu einem (Künstler-) Leben in Glauben und Wahrheit ein: Gott schreibt mit Menschen, zum Beispiel Hosea, buchstäblich Geschichte. In eindringlichen Bildern und Gedanken bringt Jonathan Foreman in einem der kürzesten Texte biblische Grundwahrheiten (Psalm 25, 17) und den Weg der Bekehrung nahe. Dass wir eine Identität in Christus finden können, dass unser Leben nur ein Übergang ist und wir all das Greif- und Sichtbare, woran wir uns klammern, zurücklassen müssen, streicht Jill Phillips anhand eigener Erfahrungen heraus. Neben den tief lebens- und seinsverändernden Krisen einer Tammy Trent oder Ashley Cleveland wirken die autobiografischen Rückblicke etwa von Phil Keaggy und Ginny Owens, die sich auf ihre Künstlerlaufbahn konzentrieren, zwangsläufig etwas oberflächlich; noch mehr Linford Detweilers dichterische Mutmassungen über die "Neugierde Gottes" oder Lori Chaffers Ansichten über Jesus als "Zeitverschwender" ...

"The Art of Being" ist nicht frei von kleinen Eitelkeiten, leeren Worthülsen und eigenwilligen Auslegungen der zitierten Bibelverse. Auch ist es nicht immer einfach, Anknüpfungspunkte mit den zumeist sehr erfolgreichen und privilegierten Vertretern der amerikanischen CCM-Industrie zu finden, die grösstenteils (unhinterfragt) Kunst und Kreativität als ihren Gottesdienst betonen. Das ansprechend zart gestaltete Buch, das jedem Essay eine Foto mit Unterschrift voran- und ein Bibelwort nachstellt, wendet sich dank seinem V.I.P.-Faktor vor allem an Kunstschaffende und Musikfreunde, aber auch an Orientierungsuchende und solche, die mit dem Kauf Finding Balance unterstützen möchten.

Fazit: Den schreibenden Musikern ist es spürbar ein Anliegen, zu ermutigen, statt zu beeindrucken. Ihre Ansichten über die "Kunst des Seins" geben nicht nur interessante und persönliche Einblicke in ihr Denken und Leben, sondern bergen einige echt starke Schlüsselgedanken zu gelebtem Glauben in Jesus Christus. Abstrakte Wörter wie "Gottvertrauen", "Annahme", "Zufriedenheit" oder "Geborgenheit" werden anschaulich und fassbar. Für den Rest der Worte gilt 1. Johannes 4, 1ff. und 1. Thessalonicher 5, 21: "Prüft aber alles, das Gute haltet fest."


—Monica Seidler für CCM-Rezis, November 2004

ISBN:
0-87788-042-5
Preis: ca. US-Dollar 14.99 / ca. EURO 13.50
Daten:
192 Seiten / Hardcover / in Englisch / Herausgeberin: Constance Rhodes;
            Autoren: Sara Groves, Gabriel Wilson (Rock'n'Roll Worship Circus),
            Ginny Owens, Paul Meany (Mute Math), Jill Phillips, Matthew Odmark
            (Jars of Clay), Tammy Trent, Gloria Gaither, Phil Keaggy, Jonathan
            Foreman (Switchfoot), Ashley Cleveland, Don & Lori Chaffer (Waterdeep),
            Linford Detweiler (Over The Rhine) und Christine Denté (Out of The Grey).
            Vorwort von Charlie Peacock.
Verlag(e): 2004 Shaw Books, USA / online
Website: http://www.artofbeingbook.com  /  Finding Balance
 


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