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Dan Lucarini - ''Worship bis zum Abwinken. Bekenntnisse eines ehemaligen Lobpreisleiters''

Lucarini, Dan:
"Worship bis zum Abwinken. Bekenntnisse eines ehemaligen Lobpreisleiters"


   ( 2002 Betanien / online )

Dan Lucarini hat seine musikalische Karriere als ungläubiger Rock'n'Roll-Fan begonnen, wurde dann ein bibeltreuer Konservativer, dann ein CCM ("Contemporary Christian Music")-Befürworter, bevor er zu herkömmlicher geistlicher Musik zurückgekehrt ist. Dabei hat er mit seiner Frau immer wieder die Gemeinde wechseln "müssen". Lucarini geht in diesem Buch mit Gemeindeliedern, die irgendwie von Rockmusik beeinflusst sind, hart ins Gericht. Mit Recht klagt er an, dass für viele Musik vorwiegend Spaß bedeutet und dass Worship-Musiker in der Gefahr stehen, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Anbetung ist nicht Unterhaltung. Bedenkenswert ist ferner, dass manch einer Rockrhythmen mit seiner Vergangenheit assoziiert, Erinnerungen, die u.U. mit einem unmoralischen Lebensstil in Verbindung stehen. Richtig ist, dass der Weg der Heiligung schmal ist und wir Unmoral und Verweltlichung meiden müssen, wo wir können. Wer sich bekehrt hat, soll Christus ähnlich werden und nicht "bleiben wie er ist". Zudem appelliert Lucarini, mehr Wert auf Wortverkündigung als auf Musik zu legen und Rücksicht auf den Bruder zu nehmen. So weit, so berechtigt die Kritik.

Leider hat das Buch aber auch seine Schwächen. Die Aussage "Wo möglich, werde ich Bibelstellen nennen um meine Überzeugungen zu belegen" (S. 37) zeigt, dass der Autor nicht von der Bibel ausgeht, um zu Überzeugungen zu gelangen, sondern von seinen Überzeugungen ausgeht, um erst dann zur Bibel zu greifen. Gefährlich! - Und die biblische Argumentation ist tatsächlich dürftig. Dazu kommen Aussagen, die weit hergeholt sind. Z.B. wenn ein Schlagzeug mit Plexiglas gedämpft wird, "lenke das nur noch mehr Aufmerksamkeit auf das Schlagzeug, und verleihe ihm den Anschein, es sei ein besonderer Gegenstand der Anbetung" (S. 106). Oder: Mikrophone gehörten auf den Mikroständer und nicht in die Hand der Sänger, "da in der Hand gehaltene Mikros eine Darbietungsform förderten, die den Künstler in den Vordergrund rückt" (S. 119). Auf einmal werden der Musik Dinge in die Schuhe geschoben, für die sie wirklich nicht verantwortlich ist: "Eine familiär-vertraute Mischung aus Männern und Frauen in einem Lobpreisteam kann außerdem ausreichen, um eine Trennung zwischen Ehepartnern zu verursachen ..." (S. 61). Auf weitere Beispiele dieser Art sei hier verzichtet. Das Buch beginnt autobiographisch in einer feinen Art, bringt aber dann immer mehr Übertreibungen (das Aufhängen von Postern christlicher Bands wird mit Götzendienst [S. 71.102-103.117] und CCM sogar mit New-Age-Methoden [S. 113] verglichen) und wird sogar sarkastisch (den Begriff verwendet der Autor selbst - S. 82). Doch mit Sarkasmus kann man schwer jemanden überzeugen. So wichtig es ist, Schwierigkeiten, die mit modernen Formen von Anbetung zusammenhängen, bewusst zu machen - die Art der Argumentation lässt einiges zu Wünschen übrig. Versuche trotzdem die nachdenkenswerten Aspekte nachzuvollziehen und bei dem Rest keinen Trotz aufkommen zu lassen.


—Markus Wäsch für komm!, 1-2003

ISBN:
3-935558-57-0
Preis: EURO 5.00
Daten:
128 Seiten / kartoniert / ca. A5-Format
Verlag(e): 2002 Betanien Verlag / CLV/Betanien Verlag, Bielefeld; online
Website: http://www.betanien.de
 


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