Florence
Joy/ Francesca Lombardi:
"Hope. Ich möchte wahr und echt leben!"

( 2004 Gütersloher Verlagshaus
)
Wie war das noch, man sollte im Leben nie Dinge tun,
die man hinterher bereut?! Ich habe trotzdem das vorliegende Buch 'der
jungen Hüpferin aus der Musikbranche', Florence
Joy, gelesen. Obwohl das ja für solche alten Herren wie mich überhaupt
nichts ist... Meinen Fehler habe ich inzwischen eingesehen, dennoch möchte
ich versuchen die 136 Taschenbuchseiten Revue passieren zu lassen:

Florence hat den Mut gehabt einige Monate nach ihrem Gewinn der zweiten
Star Search-Staffel bei Sat1 ihr erstes Buch herauszubringen. Es ist keins
dieser typischen flachen Stars-und-Sternchen-Bücher, sondern es geht teilweise
ganz schön ans Eingemachte... Es ist ein Buch, in dem man einiges aus
dem Leben und über das Umfeld von Florence Joy erfährt: ihre kleine Welt
eben. Da erzählt sie von ihrer Kindheit, ausführlich von ihren familiären
Verhältnissen, ihrem gemeindlichen Umfeld und natürlich von ihren Erfahrungen
beim Star Search-Wettbewerb. Wie ein roter Faden zieht sich ihr christlicher
Glauben durch den Inhalt, immer geht sie darauf ein und was er für sie
bedeutet.

Bisweilen erinnerte mich Florence mit ihrem Selbstbewußtsein an ihre amerikanische
Kollegin Stacie Orrico, die
auch bereits als Teenagerin Bücher veröffentlicht hat. Während Stacie
mehr themenbezogen und zielgruppenorientiert schrieb, sind Florence' Gedanken
viel biographischer dargelegt; es ist mehr ein Rückblick über ihr noch
junges Leben.

Zwar wurde die begabte Sängerin beim Schreiben von einer gewissen Francesco
Lombardi unterstützt, aber trotzdem erweist sich beim Lesen die kaum vorhandene
Gliederung als nachteilig. Es wirkt bisweilen recht "zerklüftet" und manches
wiederholt sich einfach... Sprachlich ist es mitunter eine Gratwanderung,
da der Stil etwas naiv wirkt. Manche könnten das mißverstehen. Doch das
hat wohl eher mit Florence' lebensfrohem Naturell zu tun. Ihren kindlichen
Glauben bringt sie sehr natürlich und direkt rüber - hoffentlich kann
sie sich diese Eigenschaften während ihrer Musikkarriere bewahren!

Mit den Erlebnissen von Florence bekommt man zusätzlich noch ein Vorwort
von Oliver Beerhenke zu lesen und eine signierte Autogrammkarte von Florence
selbst, außerdem sind zahlreiche Fotos sowie Liedtexte und Gebete integriert
worden. Genannter Oliver Beerhenke war der Sieger in der Rubrik 'Comedy'
und hat sich während des Wettbewerbs mit Florence angefreundet. Er war
sehr beeindruckt von Florence' Zeugnis über ihren Glauben; einfach wie
sie es gelebt hat. Beide konnten sich gegenseitig helfen während der Zeit
des Wettbewerbs, jeweils auf ihre Art. Es ist schön zu sehen, daß es auch
noch solche zwischenmenschlichen Beziehungen im oft harten und menschlich
kalten Showgeschäft gibt.

Mein erster spontaner Eindruck dieses Werkes war: 'Die Jugend wird wieder
konservativ!' Und ich fühle mich in gewisser Hinsicht darin bestätigt.
Florence steht mit ihren Vorstellungen vom Leben, von Familie, Ehe und
Glaube total konträr zum Mainstream ihrer Generation. Aber ihr Lebensentwurf
ist attraktiv, weil er von einem natürlichen, bibelbasierten Glauben in
der Verbindung zu Gott zehrt. Die Autorin macht letztlich deutlich, daß
sie ihr Leben mit einer lebendigen Hoffnung bestreitet. Ihre hier klar
formulierten Lebensziele und ausgesprochenen Lebensträume - wie gesagt,
sie ist Teenagerin! - erscheinen so in einer ganz anderen Perspektive.
Damit hat sie ihrer, sicherlich zahlreichen, Leserschaft sehr viel zu
sagen. Das Teile der Jugend in Deutschland wieder bereit sind, sich auf
den christlichen Glauben als tragendes Lebensfundament einzulassen, kann
man durchaus beobachten, man muß nur genau hinsehen.

Die Zielgruppe dieses Buches sind meiner Ansicht nach insbesondere Mädels
im Teenie-Alter. Sie können wohl am besten die Gedanken und Gefühle von
Florence Joy verstehen und nachempfinden. Das Bändchen wird also nicht
automatisch für jeden Fan der Sängerin geeignet sein! Inhaltlich läßt
sich "Hope" am besten durch seinen Untertitel "ich möchte wahr und echt
leben!" zusammenfassen: diese Lebenseinstellung bringt die jugendliche
Autorin glaubhaft rüber und macht damit auch anderen - egal ob Christen
oder nicht - Mut, ihr darin nachzueifern. Insofern, eine nachdenkenswerte
Lektüre!
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