Joshua
Harris:
"Frosch trifft Prinzessin. Wie geht's weiter, wenns gefunkt hat?"

( 2001 Schulte & Gerth / Gerth
Medien )
Dieser Nachfolgeband zum "Lebenseinstellungsbuch" und
Bestseller der westlichen Christenheit, "Ungeküßt
und doch kein Frosch", knüpft nahtlos an den Vorgänger an: Der Autor
selbst hat sein Konzept von Buch eins nun am eigenen Leib erfahren und
umgesetzt und inzwischen ist er verheiratet. Ausgehend von seinen eigenen
Erfahrungen möchte er nun jungen Pärchen, die schon eine feste Freundschaft
verbindet und denen sich die "Ehe-Frage" stellt, wertvolle Tips auf ihrem
Weg geben. Wieder bringt er viele Beispiele von Bekannten und Verwandten,
spart aber auch seine eigene Liebesgeschichte mit seiner Frau Shannon
nicht aus (was sicher so manchen Leser am meisten interessieren wird...).

Wieder ist Harris' große Stärke, daß er sich sehr eng und auf eine natürliche
Art und Weise an biblischen Maßstäben orientiert und dem Leser Gottes
Bild und Gedanken zur Ehe nahebringt. Nicht nur die vielen Bibelverse
verdeutlichen dies. Man spürt dem Autor seine Leidenschaft ab, und das
er es ernst meint. Er ist felsenfest davon überzeugt, daß das Beziehungschaos,
daß wir so oft in dieser Welt erleben, nur mit Jesu Hilfe zu meistern
bzw. zu korrigieren ist.

So "verordnet" der Autor beispielsweise jungen Paaren, die vor der Frage
stehen, ob sie nun heiraten sollen oder nicht, eine Art Prüfungszeit.
In dieser Zeit sollen sie herausfinden, ob sie sich wirklich ein Leben
lang zusammen vorstellen können. Also passen Eigenschaften, Glaubensauffassungen
etc. wirklich zusammen? Natürlich eingebettet in Gebet und Gemeinde. Harris
tritt dafür ein, daß jeder der beiden Partner Gespräche mit geistlichen
Freunden oder Gemeindeältesten (die jeweils beide kennen sollten) führen
solle, um die Beziehung zu "checken", bzw. um sie geistlich (noch besser)
zu betten. Es wird deutlich: junge Leute können hier besonders von gemachten
Erfahrungen, z.B. auch der eigenen Eltern, stark profitieren. Denn diese
verstehen die jungen Leute oft besser und viel mehr, als diese annehmen!
Auch zum Thema sexuelles "Austesten" vor der Hochzeit - was heute immer
verbreiteter wird - nimmt der Autor Stellung: er lehnt dies ab und begründet
dies biblisch und mit irdischen Normen. Eine weitere Stärke dieses Buches,
daß es kein Blatt vor den Mund nimmt. Vielleicht unbequem für Manchen,
aber dennoch hilfreich und wegweisend.

Nicht so gut an dem Bändchen finde ich - wie bereits beim Vorgänger -
den starken amerikanischen Einschlag, beispielsweise was Namen und Beispiele
angeht. Auch scheint die Übersetzung wohl hier und da noch verbesserungswürdig
zu sein, wie man manchmal beim Lesen feststellt. Außerdem habe ich die
"Menge Humor" vermißt, mit der der Autor angeblich - laut Werbetext auf
der Rückseite - dieses Werk verfaßt haben soll. Diese Kritiken sind aber
alle noch nicht "tragisch", blöd finde ich an dem Buch - ebenfalls wie
bereits beim Vorgänger -, daß es lange dauert, bis Harris mal auf den
Punkt kommt und daß sich viele Tips, Vorschläge, Strategien stark ähneln
und im Laufe des Buches wiederholt werden. Mitunter werden dadurch einige
Kapitel ein bißchen langweilig und man fragt sich zwischendurch ab und
zu: 'Was will Joshua nun eigentlich wirklich sagen?'.

Das Buch ist nicht nur empfehlenswert für alle, die schon eine feste Freundin/einen
festen Freund haben - für die ganz besonders! - sondern allgemein für
alle, die planen, einmal zu heiraten, auch wenn sie momentan noch Single
sind. Es gibt hier einfach sehr viele wichtige Ratschläge aus christlicher
Perspektive und die sollte sich kein junger Mensch entgehen lassen. Natürlich
kann man mit dem Buch auch für sich, ohne das erste Harris-Buch, sehr
gut etwas anfangen! Auf jeden Fall ist "Frosch trifft Prinzessin" auch
in der Jugend- und Gemeindearbeit eine bereichernde Hilfe zum "Thema Nummer
Eins".
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